EMF mit Kölschrock von Kasalla, Kuhl un de Gäng und Bohei

Kasalla, Kuhl un de Gäng und Bohei beim EMF : Kölsch kann viel mehr als nur Fastelovend

Um 22.15 Uhr wurde am Samstagabend die Seelenverwandtschaft des Indestädters (und der Menschen der näheren Umgebung) mit der Domstadt am Rhein endgültig offensichtlich. Die fünf Jungs von Kasalla stimmten mit ihrer ersten Zugabe ihren Hit „Stadt mit K“ an und tausende Hände der EMF-Besucher reckten sich vom Marktplatz in Richtung Himmel.

Einer von wahrlich zahlreichen Höhepunkten eines äußerst stimmungsvollen Abends, der rund drei Stunden zuvor mit dem Auftritt der indestädtischen Lokalmatadoren von „Bohei“ begonnen hatte.

Zwar musste Moderator Patrick Nowicki beim Blick herunter von der großen Bühne konstatieren, dass die eine oder andere Lücke (die sich schließen sollte) noch vorhanden sei, doch davon ließen sich Tobias Horst (Gesang), Florian Offer (Gitarre), Christian Deutz (Bass), Max Priese (Schlagzeug) und Alex Heinrich (Keyboard) nicht abhalten, einen furiosen Auftritt hinzulegen und die Einschätzung von Festivalveranstalter Max Krieger,, „ein Eschweiler Stern am Kölner Himmel zu sein“, eindrucksvoll zu bestätigen.

Vom rockigen Song „Plan B“ über das ruhige „Lieblingsleed“ genossen die Musiker „Dä Moment“ ihres Heimspiels, verbrachten mit „Alles is joot, su joot“ Zeit mit Freunden und erinnerten mit „Süchtig noh Kölsch“ (was sich selbstverständlich auf die Sprache, die Menschen und die Lebensart bezieht) an die Anfänge der in jeder Hinsicht jungen Band.

Den Marktplatz zum „Gängland“ erklärte wenig später kurzer Hand die Band „Kuhl un de Gäng“, die den „Millowitsch jesinn“ hatte und sich im besten Sinne „Raderdoll“ präsentierte. Sänger Hubert Pieper, Heinrich Fries (Saxophon), Hagen Fritsche (Keyboard), Michael Dahmen (Bass) sowie Manuel Pickartz (Schlagzeug) brachten nicht nur mit dem elektrisierenden „Niet vun dieser Welt“ den Marktplatz samt Publikum zum Beben und holten sich zum Ohrwurm „Loss mer springe:“

Verstärkung durch die jungen Unterstützer von „Plant-for the Planet“ auf die Bühne. Diese hatten zuvor ihr Engagement mit einprägsamen Sätzen begründet: „Wir haben keine Zeit, euch Erwachsenen zuzusehen, wie ihr die Umwelt kaputtmacht“, traf die achtjährige Lola (hoffentlich) dorthin, wo es wehhtut. Am Vorabend war der verbale Schuss offensichtlich im Schwarzen gelandet, schließlich hatte das Überlassen der Mehrwegpfandbecher durch die EMF-Besucher dem Umweltprojekt einen Erlös von 3300 Euro eingebracht.

Bewiesen, dass sie ein "Eschweiler Stern am Kölner Himmel" sind: die Lokalmatadoren von "Bohei“ auf der großen Bühne des EMF. Foto: Andreas Röchter

Schon jetzt war mehr als deutlich geworden, dass der „Kölsche Abend“ unendlich viel mehr zu bieten hatte als ein paar „Fastelovendsleedchere“. Dies unterstrichen „Kasalla“ noch einmal dick: „Manchmal lesen wir im Netz, dass wir unsere kölschen Lieder ruhig singen, aber ansonsten den Mund halten sollen. Dies wird nicht passieren: Nationalismus und Populismus sind sch...!“, gab Sänger Bastian Campmann ein unmissverständliches Statement ab. Darüber hinaus ließen er und seine vier Bandkollegen die Musik sprechen: Motto: „Hür niemols op ze singe!“

Flo Peil hatte neben der Gitarre auch sein Akkordeon Bernd im Gepäck, das gerne ein Gangster-Rapper wäre, in dieser Hinsicht aber üblicherweise schlechte Karten hat. Anders in Eschweiler, wo das Publikum gemeinsam mit den fünf Kasalla-Herren lautstark den Hip-Hop-Song „Lecker, lecker“ intonierte. Das romantische Lied „Marie“ und der A-Capella-Song „Immer noch do“ ließ zahlreiche Herzen höher schlagen. Als „Pirate“ hatten Kasalla den Markt schon längst geentert.

„Loss mer springe“ mit „Kuhl un de Gäng“ und den Kindern der Aktion „Plant for the Planet“. Foto: ellten unter Beweis, dass sie ein "Eschweiler Stern am Kölner Himmel" sind: Die Lokalmatadoren von "Bohei" genossen mit zahlreichen Zuhörern und -sehern "Dä Moment" auf der großen Bühne des Eschweiler Music Festivals

Mit dem Hereinbrechen der Nacht über Eschweiler ging auch der Kölsche Abend beim EMF dann auf die Ehrenrunde. Die „Stadt mit K“ erklang umjubelt, bevor Kasalla mit „Mer sin eins“ einen grandiosen Schlusspunkt setzte. „Mer sin uns widder!“ Definitiv!

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