Die „Fidelen Trammebülle“: Eine ganz besondere Entstehungsgeschichte

Die „Fidelen Trammebülle“ : Eine ganz besondere Entstehungsgeschichte

Kaum eine Entstehungsgeschichte der Eschweiler Karnevalsgesellschaften ist so besonders wie die der „Fidelen Trammebülle“. Vor 70 Jahren nunmehr formierte sich der Verein auf ganz anderem Wege als die 21 weiteren Karnevalsgesellschaften der jecken Indestadt – mit einer großen Festsitzung am 23. Februar.

Zuerst stellt sich den nicht ganz so firmen Beobachtern natürlich die Frage: Was überhaupt sind die „Fidelen Trammebülle“, wo doch sonst eher „Funken“ und „Reservisten“ aller Farben vertreten sind? Die „Lebensfrohen Straßenbahner“, wie man übersetzen kann, haben nämlich ihren Ursprung in einer kaum noch bekannten Zeit, als noch die Straßenbahn durch die Stadt fuhr. Die Sportler der Betriebssportgemeinschaft Aseag Station Eschweiler blickten damals auf den besonders kalten Winter, in dem sie daher ihren sportlichen Übungen nicht nachgehen konnten.

Kurzum beschloss man, sich ab sofort der „Pflege des karnevalistischen Brauchtums zu widmen“, wie es die „Fidelen“ selbst beschreiben. Der Namen wurde auf der ersten, noch stark improvisierten Sitzung 1949 beschlossen und so fanden die närrischen Straßenbahner ihre neue Berufung. Zahlreiche Umzüge zwischen den Gaststätten fanden statt in den ersten Jahren, ehe man später zumeist im Haus Flatten anzutreffen war, was allerdings auch dem Schwinden der alten Gaststätten geschuldet war.

Im Jahr 1989 war es dann soweit: Obwohl die Straßenbahnen schon längst aus dem Stadtbild verschwunden waren und man sich auch für Nicht-Aseag-Mitarbeiter öffnete, kam es zum großen Highlight: Der „Fahrdienstleiter“ des Eschweiler Karnevals, Prinz Ferdi Kern, wurde von den „Fidelen Trammebülle“ gestellt. Sieben Jahre später gesellte sich noch eine Damengruppe hinzu, die das bunte Leben und den besonderen Status der KG unterstrichen. Und auch heute stellt man mit Präsidentin Andrea Sommer und der 14-köpfigen Garde ein starkes Programm.

Nun steht das Jubiläumsjahr an und natürlich will man es sich nicht nehmen lassen, das auch gebührend zu feiern. Präsident Christoph Klöckner ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und freute sich natürlich darüber, dass man erfolgreichen einen Festausschuss bilden konnte, der sich um die große Feier kümmert. Der Vorstand um Leo Gehlen, Renée Grafen, Stephan Löhmann Achim Schyns, Steffie Kämmerling und Marcus Froitzheim konnte bereits stolz das Programm bekannt geben: Frau Kühne und das Bauchredner-Duo Ette&Lilly sollen für die Lacher im Haus Flatten sorgen, während Los Rockos die musikalische Einleitung gibt. Ein besonderes Highlight stellt die junge Eschweiler Karnevalsband Bohei dar, die in den vergangenen Jahren die Bühnen der Region im Sturm erobert hat.

Damit das funktioniert, hoffen die „Fidelen Trammebülle“ auf viele Mitglieder im Festausschuss: Für 49 Euro – passend zum Gründungsjahr – kann man die Feier und auch die Jugendarbeit der KG unterstützen. „Ohne Jugend ist es das letzte Jubiläum“, mahnte deshalb auch Leo Gehlen, der als Vorsitzender des Ausschusses fungiert. Auch über die Unterstützung von Firmen freue man sich jederzeit. Mit der Sitzung will man „Menschen und Publikum an den Verein binden und auf die Besonderheit des Ursprungs hinweisen“, so Gehlen, der darauf hinwies, dass auch die Jugendgruppe 3x11 Jahre feiere.

Nicht nur belegte das Kindertanzpaar zuletzt den ersten Platz bei einem Turnier in Stolberg, auch wolle man die Freundschaften zu Gruppen in Freiburg und der Betriebssportgemeinschaft der Verkehrsdienste in Frankfurt weiter pflegen. Ebenso dankte man Rolf Zick aus Linnich, der den Verein mit einem Kinderwagen für den Rosenmontagszug unterstützt. „Wir wollen für den Eschweiler Karneval werben – und das auch weiterhin“, versprach Gehlen für die Zukunft. Schließlich soll die besondere Entstehungsgeschichte auch noch in vielen Jahren erzählt werden können.

Karten für die Jubiläumssitzung gibt es für 15 Euro. Kontakt unter 02403/31578 und 02403/5572708. Informationen unter: marcus.hamm@trammebuelle.de.

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