Vorfall in Aseag-Bus: Ein Unfall und eine generelle Kritik

Vorfall in Aseag-Bus : Ein Unfall und eine generelle Kritik

In der Linie 52 ist am Mitwoch eine Frau vom Sitz geschleudert und verletzt worden. Seitdem ist sie krank geschrieben. Jetzt beschwert sie sich über die Fahrweise – und vor allem den Service nach dem Unfall.

Alice Dolfen fährt seit 2016 mit dem Bus zur Arbeit, mit der Linie 52 von Eschweiler zum Aachener Bushof, und dann weiter bis zum Elisenbrunnen. Dort arbeitet sie. Seit geraumer Zeit ist sie nicht mehr so mit dem Service zufrieden, wie sie es gewohnt ist, das würden auch Mitfahrer sagen, die sie regelmäßig sieht, erzählt die 59-Jährige.

Ein Vorfall am Mittwochmorgen hat „das Fass nun zum Überlaufen gebracht“: Vor der Station Elisenbrunnen sei sie förmlich vom mittigen Sitz in der letzten Reihe geschleudert worden, weil der Busfahrer abrupt gebremst habe. „Es ging so schnell, ich konnte mich nicht mehr festhalten“, berichtet Alice Dolfen, die keine Erklärung für das Manöver hat, sondern nur eine Vermutung – der Fahrer sei womöglich abgelenkt gewesen durch ein Gespräch. Mit Schürfwunden im Gesicht, Prellungen an Knie und Schulter und starken Kopfschmerzen sei sie krankgeschrieben.

Die Auftragsunternehmen

Der Sturz an sich war aber nicht der einzige Grund, warum sich Alice Dolfen nun sowohl an die Aseag als auch an die Zeitung gewandt hat: Der Fahrer habe ihr nicht geholfen und auch auf Nachfrage nicht seinen Namen genannt. Ein Familienvater kam der Frau dagegen zu Hilfe. „Ich habe das Gefühl, dass das Personal nicht immer die nötige Kompetenz und teilweise eine andere Mentalität hat“, sagt Dolfen. „Die Fahrweise ist mitunter schlimm, die Fahrer scheinen unter Zeitdruck zu stehen, und Unfreundlichkeit kommt auch öfter vor.“

Das Nahverkehrsunternehmen hat begonnen, den Vorfall zu untersuchen, sagte Aseag-Sprecher Paul Heesel am Donnerstag auf Nachfrage. Es könne jedoch noch einige Tage dauern, bis alles geklärt sei. So steht auch nicht fest, ob das Unternehmen gegen den Fahrer vorgehen werde, denn die Aseag müsse diesen erst persönlich befragen.

Das Unternehmen werde prüfen, ob sich der Fahrer nicht an den Service-Kodex der Aseag gehalten habe. Zahlreiche Linien werden von Auftragsunternehmen gefahren. Mit einem guten Dutzend solcher externen Firmen arbeitet die Aseag zusammen, nicht alle Fahrer sind also bei der Aseag angestellt. „In der Städteregionen nehmen die Auftragsfirmen etwa die Hälfte der Fahrangebote wahr, was die Zahl der gefahrenen Kilometer angeht“, erklärt Heesel.

Der Aseag-Sprecher sagt in dem Zusammenhang, dass beim Kundendienst „immer mal wieder“ Beschwerden eingehen würden, es jedoch „keine signifikante Häufung“ gebe – auch keine Linie oder Route sei auffällig. Heesel betont auch: „Zu dem wie am Mittwoch geschilderten Vorfall muss es nicht kommen.

Wenn Fahrgäste das Gefühl haben, dass an der Fahrweise der Fahrer etwas nicht stimmt oder der Service nicht in Ordnung ist, sollen sie sich bitte bei uns melden“, sagt der Unternehmenssprecher. „Wir werden uns dann auch um diese Anliegen kümmern. Alles andere ist nicht im Sinne der Aseag.“