Monschau: Ein spannendes Spektakel wie vor mehr als 100 Jahren

Monschau : Ein spannendes Spektakel wie vor mehr als 100 Jahren

„Nostalgische Kirmesromantik in malerischer Kulisse“: So lautet auch in diesem Jahr wieder das Motto der „Monscher Kermes“ vom 7. bis 11. September (detailliertes Programm s. Box). Zum zweiten Mal tritt für das fünftägige Kirmestreiben in den Altstadtgassen die dafür im Vorjahr eigens gegründete „Monev“ (Monschauer Event gUG) als Veranstalter in Kooperation mit der Monschau-Touristik in Erscheinung.

Auch wenn die Premiere im Vorjahr nicht gerade vom Wetter verwöhnt wurde und die finanzielle Bilanz mehr als bescheiden ausfiel, war die nostalgische Kirmes in der dafür wie geschaffenen historischen Altstadtkulisse ein voller Erfolg. „Der Zuspruch aus der gesamten Region war enorm“, sagt Rolf Kaulard für die Initiatoren. „Da fiel es uns auch leichter, einen zweiten Versuchsballon zu starten“, so Kaulard, der daraufhin auch die Zusage von fast allen Schaustellern und Artisten erhielt, die bei der Premiere vor einem Jahr für Farbe, Fröhlichkeit und Erstaunen in der Stadt sorgten.

Die organisatorische Hand über Gaukler, Zauberer, Straßenmusikanten, Spaßmacher und Co hält wieder Allround-Künstler Gilbert, der seine Artistenkollegen erneut zu einem Auftritt in Monschau aktivieren konnte. Gilbert, der 17 Jahre in Monschau lebte, kündigte als neue Attraktion die „Dame ohne Kopf“ an, die auf dem Paterehöffje zu bestaunen sein wird.

Die mächtige Schiffschaukel auf dem Gerberplatz setzt sich wieder in Bewegung, ebenso auch das historische Kettenkarussell. Pferdekarussell, Hau den Lukas, eine historische Kirmesorgel und Esmeralda, die Wahrsagerin aus Monschau, komplettieren das bunte Bild.

Mehrmals täglich während der Kirmestage findet auf einer kleinen Bühne vor dem Roten Haus ein 25-minütiger Showblock statt. Das nostalgische Kirmesgeschehen soll diesmal in Richtung Aukloster ausgedehnt und durch eine Beschilderung unterstützt werden. Absoluter Blickfang dürfte aber wieder das historische Riesenrad von 1902 auf dem Marktplatz sein.

Das Gerüst der Monscher Kermes bildet nach wie vor das Schützenfest der Bürgerschützen Montjoie 1361. Dieser Traditionsveranstaltung aber drohte bei anhaltend schwindender Resonanz zuletzt ein unrühmliches Ende, doch mit dem neuen Konzept erfährt die Kermes wieder eine Neubelebung.

Das kann auch Georg Kaulen als Präsident der Bürgerschützen nur bestätigen: „Durch die Initiative der Monev wurde unser Schützenfest bereichert. Die nostalgische Kirmes ist in der Bevölkerung sehr gut angekommen; es gab nur positive Rückmeldungen.“

Mit der „Kermes anno dazumal“ ist für die Bürgerschützen auch eine wesentliche Neuerung verbunden. Die Kirmesfeierlichkeiten am Freitag und Samstag finden im Aukloster statt. Der Innenhof wurde überdacht, Kreuzgang und Bürgersaal sind offen für den Besuch der Bürgerschaft — und dies bei freiem Eintritt. „Auf diese Weise kann der Bürgersaal noch einmal seinem Namen gerecht werden“, hofft Kaulen.

Nicht zuletzt dank vieler Sponsoren kann das fünftägige Kirmesprogramm mit dieser Fülle an Attraktionen gestemmt werden. Schon ab kommenden Dienstag beginnt der Aufbau der historischen Fahrgeschäfte in der Altstadt, und die Menschen von nah und fern können sich schon beizeiten auf den anstehenden nostalgischen Zauber in der Stadt einstellen.

(P. St.)
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