Ein Projekt des Eschweiler Geschichtsvereins

Ausstellung : Die Geschichte des Kalks in Eschweiler

Zwei Jahre Vorbereitungszeit, ein acht-köpfiges Team – und am Ende wurde eine Ausstellung präsentiert, die die Kalkwerke in Eschweiler aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Der Eschweiler Geschichtsverein, kurz EGV, lud zur Eröffnung der Ausstellung „Kalkwerke in Eschweiler“ in das Foyer des Eschweiler Rathauses. Bei den vielen Mitgliedern, die der Verein zählt, decken mehr als ein Dutzend Arbeitskreise die verschiedenen historischen Gebiete ab, die es rund um die Indestadt zu erforschen gibt. Der Arbeitskreis 4 befasst sich konstant mit der Industrie- und Gewerbegeschichte von Eschweiler und hat sich vor etwa zwei Jahren dem Thema Kalk gewidmet. Gründliche Recherchen fanden unter der Leitung von Dr. Berthold Drube und überwiegend durch das Engagement der Ehrenamtler statt.

Doch warum ist Kalk so bedeutsam für die Indestadt? Kurt Manthey, Vorsitzender des EGV, wusste bei der Eröffnung der Ausstellung im Rathausfoyer aufzuklären. Bei dem Stein- und Braunkohlebergbau sowie dem Erzbergbau ist Kalk für den Produktionsprozess unabdinglich. Aber auch für die Erzeugung von Roheisen und Stahl sowie bei der Land- und Forstwirtschaft kommt Kalk, in der Chemie als Calciumcarbonat bezeichnet, zum Einsatz. Da die gängigste der Suchmaschinen nicht sonderlich viel über den Stoff und seinen Bezug zu Eschweiler hergibt, wie Manthey gestand, war der EGV auf andere Quellen angewiesen. Bereitwillig Auskunft gaben vor allem Gerd Schümmer von den Hastenrather Kalkwerken, aber auch der Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie. Darüber hinaus haben engagierte Indestädter und ehemalige wie derzeitige Mitarbeiter der Kalkwerke bereitwillig für Hintergrundwissen und Ausstellungsmaterial gesorgt.

So wurde über Monate hinweg recherchiert, zusammengetragen und im Sommer die Ausstellung geplant. Die dazugehörige neue Schriftenreihe mit der Nummer 31 wurde zwar zur Ausstellung noch nicht fertig gestellt, ist sie aber ab dem Weihnachtsmarkt schon bald zu erwerben.

Neben Manthey wurden weitere Redner zur Eröffnung im Rathaus vorstellig. So freute sich Hermann Gödde als technischer Beigeordneter über den Einsatz des EGV. Dr. Berthold Drube führte in das Thema Kalk mit einem Referat ein, indem er unter anderem über die Beschaffenheit, die Verwendung und den Nutzen der Substanz informierte. So reicht die Historie bis in das zweite Jahrhundert zurück, römische Kalköfen sind bei Röhe und Werth zu finden. Über die Industrialisierung mit den großen industriellen Arbeitgebern, darunter beispielsweise die Concordia-Hütte, ist bis heute das Hastenrather Kalkwerk geblieben.

Nicht nur darüber informierten die Tafeln im Rathaus, sondern unter anderem auch über die Geologie, die Arbeit im Kalkwerk und die verschiedenen Erdzeitalter, die relevant sind für das Calciumcarbonat. Des Weiteren präsentierte die Ausstellung Filmausschnitte und für die Kleinen gab es auch Materialien mit Kalk-Bezug. Die Gäste bestaunten die Exponate wie Kalkspat, Fossilien und Kalkmörtel.

(mah)
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