Eschweiler: Ein neues Zuhause für die bedrohte Mehlschwalbe

Eschweiler: Ein neues Zuhause für die bedrohte Mehlschwalbe

Die Mehlschwalbe ist ihr Sorgenkind. Doch mit ihrem Engagement haben neun Schüler der Willi-Fährmannn-Schule der vom Aussterben bedrohten Vogelart geholfen. Gemeinsam mit Sozialpädagogin und Projektleiterin Carolin Emonds-Seeger bauten die jungen Naturschützer der Klasse U3/U4 Nester und Nistkästen und verkauften diese im Lehrerkollegium.

Der verdiente Lohn: Beim Wettbewerb „Schüler powern für die Umwelt”, der zum achten Mal von der Energie- und Wasser-Versorgung GmbH (EWV) veranstaltet wurde, holten die Willi-Fährmann-Schüler unter zahlreichen Bewerbern aus der Städteregion Aachen den ersten Platz in der Kategorie „Förderschulen”.

Immer seltener können Mehlschwalben in unseren Breitengraden ihre Nester bauen. Die Gründe: Zum einen finden sie zu wenig Lehm, zum anderen halten die Nester immer seltener an Hausfassaden, da deren moderne Materialien den kleinen Bauwerken kaum noch Halt bieten.

In ihrem Projekt nahmen sich nun in den vergangenen neun Monaten die Schüler Sarah van Triel, Domenico Kurth, Ricky Lowens, Gino Engelbert, Leiss El Wawan, Marc Schmitz, Randi Lusena, Alena Köse und Justin Diederichs mit ihrer Klassenlehrerin Christiane Mohren und Sozialpädagogin Carolin Emonds-Seeger dem Problem an. Mit Kohle, Wasser, Sägespänen und Gips fertigten sie Mehlschwalben-Nester und bemalten darüber hinaus auch zahlreiche Nistkästen für die Vögel. Innerhalb des Lehrerkollegiums der Willi-Fährmann-Schule fanden die kleinen „Kunstwerke” reißenden Absatz.

Vor wenigen Tagen folgte dann im Zinkhütter-Hof in Stolberg die Präsentation des Projekts. Dafür hatten die Willi-Fährmann-Schule auch eigens einen „Vogelrap” einstudiert, den sie der Jury voller Elan präsentierten. Mit Erfolg. Das Projekt „Mehlschwalben-Nester” überzeugte auf der ganzen Linie. Platz eins im Wettbewerb der Förderschulen sowie ein Geldpreis in Höhe von 500 Euro waren der Lohn für das Engagement für die Natur.

„Die Schüler haben sich ein dreiviertel Jahr mit großer Begeisterung in das Projekt eingebracht”, ist auch Carolin Emonds-Seeger voll des Lobes für ihre Schützlinge. Schließlich war der Weg von der Idee bis zur Prämierung weit. So lautet eine Aufgabe, die der Wettbewerbs-Veranstalter von den Teilnehmern fordert, eine Projektdokumentation anzulegen. Dazu gehören Texte, Fotos, gemalte Bilder und Videos. Zwar wird keine wissenschaftliche Arbeit verlangt, doch der Projektverlauf soll nachvollziehbar dokumentiert werden. „Wir haben über unsere Arbeit einen Film gedreht, der Teil unser Präsentation in Stolberg war”, erklärt Carolin Emonds-Seeger.

„Die Schüler sind natürlich stolz auf ihren Erfolg, den sie sich hart erarbeitet haben. Solche Ereignisse stärken nicht zuletzt das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl der Kinder”, nennt die Sozialpädagogin einen weiteren wichtigen Aspekt des Naturschutz-Engagements. Und dieses bleibt nicht ohne Echo. Bei der Prämierung der Projekte im Zinkhütter-Hof war auch ein Fernseh-Team vor Ort. Und dieses wurde auf die Unterstufenschüler der Willi-Fährmann-Schule aufmerksam. Die jungen Naturschützer werden sich wohl auch bald auf den Bildschirmen der Region wiederfinden.