Eschweiler: Ein lauer Sommerabend mit Märchen und viel Musik

Eschweiler: Ein lauer Sommerabend mit Märchen und viel Musik

Nach Rosen duftet es im Zaubergarten des Ago-Senotels in Eschweiler und knapp vierzig Heimbewohner, Verwandte und Betreuer haben sich im Innenhof eingefunden, um der Märchenerzählerin Shanti-Rosita Brandt und dem Gitarrenspieler Lutz Tellmann zu lauschen.

Irmgard Lammertz, Heimleiterin, begrüßt die Anwesenden zur ersten Abendveranstaltung „Ein Sommerabend mit Märchen und Musik“ und freut sich über die rege Teilnahme des Hauses.

Schon die Requisiten wie die dekorative Schale auf dem Boden mit den Tüchern und Teelichtern und dem speziellen Duft, die Lichterkette oder ein Glöckchen machen neugierig, was wohl auf sie zukommen wird. Und dann geht es auch schon mit einem Gedicht aus England los.

Von der Sage „Der Turm des Gedenkens“ aus den Dolomiten hat bis dato noch niemand etwas gehört. Auch in den Märchen verstehen die Menschen es nicht, in Frieden und Einfachheit und ohne Neid und Zwietracht zu leben. Doch am Ende geht alles gut aus, und der Mensch lebt im Einklang mit der Natur, erzählt Rosita.

Der Turm besteht aus lauter Rosenranken und ist eine Mahnung an Frieden und soll keinen Hader mehr aufkommen lassen. Die gelernte Märchenerzählerin aus Aachen, im rosafarbenen Sessel sitzend, versteht es, die Menschen in den Bann zu ziehen. Es gibt noch weitere Geschichten um die Rosen, mal aus der römischen Mythologie, mal aus Rumänien oder als Zigeunermärchen.

Vor der Pause wird Rainer Maria Rilke zitiert, der in Paris einer Bettlerin in die offene, abgezehrte Hand eine weiße Rose legte und die sich mit einem Kuss bei ihm bedankte und somit Nahrung für eine Woche hatte, da er ihr Herz berührt hatte. Die Botschaft kommt an. Immer wieder gibt es viel Applaus. Frau Brandt beschließt den ersten Teil mit einem niedlichen Gedicht von Wilhelm Busch „Kein Röslein ohne Läuslein“. In der Pause werden dann Fingerfood und Getränke gereicht, eine kleine Stärkung nach so viel Geschichten und Lebensweisheiten.

Dann geht es mit „Assan“ und „Chassen“ weiter. Fasziniert hören die Gäste die orientalische Geschichte um die beiden Freunde, deren Kinder und Leid und wie sich alles zum Guten wendet: Da ist von einem Goldschatz die Rede, von einem Überfall, von einem Karawanenführer und von freigelassenen Vögeln und einem üppig fruchtbaren Zaubergarten, dessen hohe Hecke die Feinde abhält. Auch im japanischen Märchen von dem „Glöckchen“, dessen Läuten im Wind nicht nur für einen Mönch Zufriedenheit und Glück bedeutet, sondern auch für alle anderen, die es an die Hand bekommen, finden sich die Anwesenden wider. Das Ende bleibt offen.

(mlo)
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