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Ein Holzweg schützt die Pflanzen im Venn

Ein Holzweg schützt die Pflanzen im Venn

Kreis Aachen. Die Holzwege zum großen Palsen im Roten Venn bei Mützenich können gebaut werden, der Landschaftsbeirat beim Kreis Aachen hat dem Projekt vorbehaltlos zugestimmt.

Über die Holzwege können Wanderer und Naturfreunde die „Vennweiher” problemlos erreichen, ohne die empfindliche Vegetation zu gefährden.

Nur Trampelpfade

Derzeit verlaufen mehrere Trampelpfade quer durch das versumpfte und sensible Gebiet zu diesem Palsen. „Eine gezielte Besucherführung ist unbedingt erforderlich, um die empfindlichen Lebensräume in diesem Gebiet zu schützen”, hieß es im Landschaftsbeirat, der betonte: Der große Palsen muss als „hervorragendes Anschauungs- und Lehrobjekt” zugänglich gemacht werden.

Palsen sind Frosthügelrelikte aus der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren. Zahlreiche Palsen gibt es im belgischen Brackvenn bei Mützenich, sie spielen noch heute für die Moorentwicklung eine große Rolle. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die „Weiher” aus der Eiszeit mit Fichten aufgeforstet.

Dann wurden die Klimazeugen aus der Eiszeit gleichsam wieder entdeckt: In harter Arbeit haben Naturfreunde damit begonnen, die historischen Venn-Weiher von Fichten und Buschwerk zu befreien und die Abflüsse zu verfüllen, damit die Weiher sich wieder mit Wasser füllen konnten.

Von der EU gefördert

Das Venn ist kräftig dabei, sich die Relikte aus der Eiszeit zurückzuerobern, venntypische Pflanzen breiten sich aus. Inzwischen gehört die Maßnahme im Naturschutzgebiet zum Projekt „Heiden-Moore” und wird von der EU gefördert und von der Biologischen Station betreut.

Zum Projekt gehört auch, dass das Rote Venn vollständig entfichtet wird; auch andere Moorstandorte werden entfichtet. Der größte Palsen ist inzwischen fichtenfrei und wieder aufgestaut, Moorgesellschaften haben sich bereits entwickelt, der Ringwall ist mit Moorheide bewachsen.

60 Meter lang

Das Interesse der Wanderer und Naturfreunde an diesem Stück aus der Eiszeit ist groß, wie die Trampelpfade zeigen. Über Holzwege nach dem Vorbild im belgischen Brackvenn soll die „gezielte Besucherführung” nun erreicht werden.

Daher, so hieß es nun im Landschaftsbeirat, gehört eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zum Schwerpunkt in der zweiten Phase des Interreg-Projektes. Dazu soll auch ein grenzüberschreitender, naturverträglicher Lehr-Wanderweg entwickelt werden.

Rollstuhlgerechter Zuweg

Nachdrücklich stellt das Umweltamt in einer Notiz für den Landschaftsbeirat fest: Das Renaturierungs-Projekt im Roten Venn „wird von der Bevölkerung begrüßt”. Der östliche Zuweg zum Palsen im Roten Venn ist etwa 60 Meter lang, er wird gut 90 Zentimeter breit und rollstuhlgerecht gestaltet.

Der westlich Zuweg ist 30 Meter lang. Am Südrand des großen Palsen wird neben dem Bohlensteg eine Plattform errichtet, Tafeln in schräger Tischform informieren die Besucher über die angrenzenden Lebensräume.