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Eschweiler: Ein Ex-Mitglied belastet die UWG

Eschweiler : Ein Ex-Mitglied belastet die UWG

Die wohl wichtigste Nachricht vorneweg: Am Donnerstag gab die Stadt Eschweiler eine Untersuchung in Auftrag, bei der die mögliche Kontaminierung des Aschenplatzes Bergrath unter die Lupe genommen werden soll.

Von dem Ergebnis hängt ab, wie die Stadt mit den anderen Plätzen verfährt. „Wir wollen eine möglichst schnelle Aufklärung”, sagt der Technische Beigeordnete Wilfried Schulze im Planungs- und Umweltausschuss.

Um möglichst sicher zu gehen, werden gleich mehrere Proben an verschiedenen Stellen des Sportplatzes genommen und analysiert.

Nächste Runde

Die Diskussion um die Probenahme im Auftrag des UWG-Mitglieds Hubert Feucht geht in die nächste Runde. Jetzt meldet sich ein ehemaliges Mitglied der „Unabhängigen” zu Wort: Maria Mund. Sie teilt in einer offiziellen Erklärung mit, dass Feucht schon vor fünf Jahren vorgeschlagen habe, die Kontaminierung des Sportplatzes Bergrath zum Wahlkampfthema zu machen.

„Ich habe mich aber nicht verbiegen lassen”, gibt sie in der Ausschusssitzung zu Protokoll. Dieses Vorgehen sei mit ein Grund gewesen, aus der UWG auszutreten. Die Partei bestreitet bis heute, von den Untersuchungen gewusst zu haben. Man wolle auch keinen Wahlkampf damit machen.

„Scheinheiligkeit”

Dr. Dettmar von Wachtendonk, sachkundiger Bürger für die UWG und Auftragnehmer der umstrittenen Feucht-Probe, lässt sich für die Sitzung entschuldigen. UWG-Fraktionschef Erich Spies muss erst Kritik einstecken, als er selbst Fragen zum weiteren Vorgehen stellt. „Scheinheiligkeit” werfen ihm CDU und SPD unisono vor: „Sie haben die Werte monatelang unter der Decke gehalten, um sie nun für den Wahlkampf zu nutzen”, wettert Franz-Josef Dittrich von der Union.

Spies selbst kontert ebenfalls mit Vorwürfen und unterstellt, dass die Belastungen der Sportplätze seit Jahren bekannt seien. „Sie greifen den Ergebnissen der Untersuchung vor und stellen leichtfertig in den Raum, dass nichts dran ist”, sagt er. Er verweist auf Gutachten aus dem Jahr 1994, in dem eine Belastung gemessen wurde.

Dem will SPD-Fraktionschef Leo Gehlen nachgehen: „Sie bewegen sich auf dünnem Eis.” Der Sozialdemokrat spricht von „Angstmache” und fordert die Gutachten der Vorjahre an.

Verein im Mittelpunkt

Bei aller politischen Brisanz stellten die Parteien jedoch den Verein mit seinen Sorgen in den Mittelpunkt. Der SV Falke Bergrath soll unmittelbar an den Vorgängen beteiligt werden. Die Fachleute gehen weiterhin von keiner akuten Gefährdung aus.