Eschweiler: Ehrliche Komplimente verhindern Stress an den Weihnachtstagen

Eschweiler: Ehrliche Komplimente verhindern Stress an den Weihnachtstagen

Weihnachten. Das Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Doch wer kennt es nicht? Gerade dann, wenn perfekte Harmonie gewünscht ist, kracht es so richtig. Eine kleine Unstimmigkeit, ein Wort ergibt das andere und schon befindet man sich in einem handfesten Familienstreit. So schnell ist die Weihnachtsharmonie dahin.

Was also tun, um das Weihnachtsfest zu retten? „Wenn es an Heiligabend so richtig knallt: Suchen sie die Schuld nie bei sich, sondern immer bei den anderen!“, riet Tina Teubner ihrem Publikum. Mit ihrem Programm „Stille Nacht, bis es kracht“ stand die Kabarettistin gemeinsam mit Pianisten Ben Süverkrüp am Dienstagabend auf der Bühne des Eschweiler Talbahnhofs.

Für die richtige weihnachtliche Dekoration sorgte dann auch gleich Ben Süverkrüp, der mit „männlicher Kompetenz“ die Bühne schmückte — mit einem kleinen, bunt blinkenden Plastiktannenbaum, den er auf seinem Klavier platzierte. Um an Weihnachten „so richtig in Harmonie zu baden“, riet Teubner ihrem Publikum auch, immer ehrlich zu sein. Schließlich sei Weihnachten auch das Fest der Wahrheit und der Ehrlichkeit. Da dürfe man die fette Cousine auch ruhig mal mit „Hallo Schabracke“ begrüßen.

Das mit der Ehrlichkeit würde übrigens auch für (Ehe)Männer gelten: „Gebt uns doch keine Kosenamen wie Darling, Honey oder Schatz, wenn wir denen nicht gerecht werden können. Mit dem Einheitsnamen Moppelchen können sie den Druck von ihrer Liebsten nehmen“, erklärte Teubner und erntete Gelächter aus dem Publikum. Oder man(n) solle es laut der Kabarettestin mit Komplimenten versuchen. Aber wie geschrieben, nur mit ehrlich gemeinten. „Tun sie es doch einfach Johann König nach und sagen sie: Du bist von einer attraktiven Frau kaum zu unterscheiden.“

Familienmitglieder austauschen

Was die Kabarettistin an Weihnachten auch gar nicht leiden könne, sei falsche Bescheidenheit. „Ich hasse es, wenn Leute sagen, dass sie sich nichts wünschen. Ich wünsche mir immer etwas. Schmuck, Perlen, Goldbarren oder eine Altbauimmobilie in bester Lage“, grübelte Teubner. Hilfreich sei es auch, an den Weihnachtsfeiertagen manche Familienmitglieder einmal auszutauschen. „Wie viel Ärger würde einem da erspart bleiben?!“, sinnierte die Kabarettistin.

Doch Teubner wäre nicht Teubner, wenn sich nicht auch für alle eventuellen weihnachtlichen Katastrophen eine Lösung parat hätte. Vorwürfe und Aufforderungen könne man wunderbar in singender Form seinen Lieben weitergeben. Am besten mit einer Weihnachtsliedmelodie, denn die seinen meistens mit positiven Gefühlen verknüpft. „Das löst auch Aggressionen“, weiß Teubner und machte es gleich vor: „Anstatt zu brüllen: Geh jetzt endlich einkaufen, singen sie lieber: Süßer die Worte nie klingen, du kaufst jetzt endlich mal ein, wenn du nicht tust, was ich sage, hau‘ ich dir eine…“

Nicht nur mit ihrem trockenen Humor und ihrer witzigen Art konnte Teuber das Publikum für sich gewinnen. Auch ihr musikalisches Talent blieb den Indestädtern am Dienstagabend nicht verborgen. Sie ist nicht nur eine fantastische Sängerin, sondern die Kabarettistin konnte sich auch noch an diversen Instrumenten beweisen. Neben Ukulele und Xylophon spielte Teubner auch Geige und ein ganz besonderes Exemplar: eine „Singende Säge“.

Wer Teubners Auftritt besucht hat, müsste in jedem Fall für das Weihnachtsfest inklusive aller eventuellen Pannen vorbereitet sein.

(af)
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