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Eschweiler Ansichten | Damals und Heute: Ecke Dechant-Deckers-Straße/Marienstraße

Eschweiler Ansichten | Damals und Heute : Ecke Dechant-Deckers-Straße/Marienstraße

Eschweilers erster Stadtdirektor Bernhard Sperlich (von 1948 bis 1970 im Amt) erinnerte in einer Berichtfolge 1978 in der Eschweiler Filmpost an die Kriegsgeschehnisse: „Die Amis hatten sich in unserem Eschweiler Stadtwald bis zur nördlichen Eifelkante vorgekämpft (hier wechselte die Front 5-mal) und noch vor Einbruch des Winters unsere Stadt besetzt.

Die Einwohner Eschweilers waren in den Tagen vor Beginn dieses Kampfes zwangsevakuiert worden. Die kampffähigen Männer waren als Soldaten an allen Fronten eingesetzt. Die in den kriegsnotwendigen Betrieben noch Beschäftigten waren mit ihren Betrieben teilweise schon vorher in noch sicher erscheinende Teile Deutschlands verlagert worden.

Die Frauen, Kinder und älteren Mitbürger wurden zum größten Teil über ganz Deutschland verteilt, bis nach Pommern, Sachsen-Anhalt, Dessau, möglichst ostwärts des Rheins, wo damals überhaupt noch Menschen unterzubringen waren.

In Eschweiler blieben, außer den Wenigen, die sich der Zwangsevakuierung entzogen hatten, nur transportunfähige Kranke im Krankenhaus und im Kreisaltersheim, wo sie unter aufopfernder Pflege von Ordens-Schwestern und unter geistlicher Betreuung unseres unvergessenen, hochverehrten Dechanten Heinrich Kirschbaum – zum großen Teil in den Kellern dieser Häuser – das dann beginnende Furioso der dreimonatigen ’Schlacht um Eschweiler‘ durchlitten, insgesamt nicht mehr als 400 Bewohner.“

Am 22. November 1944 fand das Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkrieges in Eschweiler sein Ende. Über drei Monate – September, Oktober und November 1944 – hatten in der Endphase des Krieges in unserer Heimat amerikanische und deutsche Soldaten um Eschweiler gekämpft. Das historische Foto zeigt amerikanische Truppen bei ihrem Einmarsch in Eschweiler über die Dechant-Deckers- Straße und die Franzstraße.

Im Hintergrund ist der Schwarze Berg zusehen, eine Abraumhalde der Grube Reserve. Im Bereich der Kreuzung mit der Marienstraße sieht man das Wohnhaus der Familie Heinrich Dederichs, welches mit einem parallel zur Dechant-Deckers-Straße verlaufenden Anbau und einer Hoffläche bis zur Hospitalgasse reichte. Dort hatten die Firmen Heinrich Dederichs, Bedachungen, und Peter Dederichs, Tiefbau, ihre Betriebsstätten.

Der unmittelbare Eckbereich der Dechant-Deckers-Straße war zunächst unbebaut. Dort entstand kurz nach dem Krieg ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit dem Textilwarengeschäft von Frau Pete Pistor, welches bis 1969 bestand. Bis zu dem durch eine Straßenerweiterung bedingten Abriss 1987 befand sich dort das Optikergeschäft Ulrich. Im Jahr 1988 bezog das Sanitätshaus Koczyba im Eckhaus sein heutiges Innenstadt-Geschäft.

Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich die ehemalige Drogerie und Parfümerie Käthe Hilgers. Auf der anderen Seite des Eckbereiches der Parfümerie gegenüber war zunächst ein Gartengelände, auf dem später das Autohaus Willms mit einer Fiat-Vertretung errichtet wurde.

Im Jahr 1975 begann die Raiffeisen-Bank Eschweiler mit dem Bau ihrer neuen Hauptstelle, Franzstraße 8-10, die 1977 bezogen wurde. Vorher befand sich hier die Gartenanlage der Ärztefamilien Dr. Engelbert Jansen und dessen Sohn Dr. Franz Jansen, Marienstraße 37.