Dürwiß verändert Gesicht bei Sanierung der Jülicher Straße

Pläne für die Jülicher Straße : Kreisverkehr am Ortseingang und eine Allee in Dürwiß

Dass die Jülicher Straße in Dürwiß mit über 10.000 Fahrzeugen täglich dringend saniert werden muss, ist nicht neu. Das jahrelange Hickhack scheint nun beendet zu sein: Im kommenden Jahr wird die Straße auf 1,2 Kilometern Länge in zwei Bauabschnitten erneuert.

Erste Planungen wurden nun bekannt. Laut Stadtverwaltung soll voraussichtlich im Februar eine Bürgerversammlung stattfinden, bei der die Anwohner eigene Anregungen geben können. Im zweiten Halbjahr 2019 sollen die Bagger anrollen. Die Planer rechnen mit einer Gesamtbauzeit von 15 Monaten.

Kleines Fragezeichen

Ein kleines Fragezeichen bleibt jedoch: Die Städteregion beharrt darauf, den Bau erst zuzusagen, wenn ein Zuschuss der Bezirksregierung fließt. Dieser ist jedoch wahrscheinlich. „Der Bescheid liegt noch nicht vor, wir haben aber Grund zur Annahme, dass alles wie geplant läuft“, teilt Detlef Funken von der Städteregion mit.

Laut Stadtverwaltung Eschweiler habe man vorgeschlagen, einen „förderungsunschädlichen vorzeitigen Maßnahmenbeginn zu beantragen“, diesem Vorschlag sei die Städteregion jedoch nicht gefolgt. Sowohl die Stadt als auch die Aachener Behörde sind bei der Sanierung der Jülicher Straße mit im Boot.

Da es sich um eine Kreisstraße handelt, wird der größere Anteil der geschätzten 2,4 Millionen Euro Baukosten von der Städteregion übernommen. Die Stadt Eschweiler schätzt ihren Beitrag auf etwa 1,3 Millionen Euro für Beleuchtung, Gehwege und Parkanlagen. Die Straße ist inzwischen 61 Jahre alt. Zudem wird der marode Kanal erneuert – für geschätzte 1,6 Millionen Euro. Weitere 240.000 Euro sind für den Austausch der defekten Kanalhausanschlüsse fällig.

Vor dem Drimbornshof soll eine Mittelinsel entstehen. Foto: Patrick Nowicki

Ein Aachener Ingenieurbüro wurde mit der Planung der Straße beauftragt. Derzeit bröckelt nicht nur der Asphalt, die Gehwege sind auch alles andere als barrierefrei, ein Radweg besteht ebenfalls nicht. Dies soll sich nun ändern. Geplant ist ein durchgängiger beidseitiger Radstreifen, wie man ihn an der Indestraße kennt. Da die Breite der Jülicher Straße zwischen der Einmündung der Gasthausstraße und der Eichenstraße nicht ausreicht, ist vorgesehen, in diesem Abschnitt lediglich einen Radstreifen anzulegen. Darüber hinaus soll die Maximalgeschwindigkeit auf Tempo 30 gedrosselt werden. Dort befindet sich ein Zebrastreifen, der auch von Kindern auf dem Weg zur Grundschule Dürwiß genutzt wird.

Einige Veränderungen

Der Umbau wird, sollte er, wie derzeit vorgesehen, umgesetzt werden, einige Veränderungen mit sich bringen. Den Ortseingang an Blausteinsee und Friedhof soll ein Kreisverkehr prägen. Er soll die abknickende Vorfahrt ersetzen. Vor dem Drimbornshof soll eine Mittelinsel entstehen. Auch der Ortseingang Richtung Eschweiler wird umgestaltet. Dort soll vor allem die gefährliche Situation für Radfahrer entschärft werden. Aktuell endet der kombinierte Rad- und Gehweg abrupt an der Einmündung der Heinrich-Heine-Straße. In Zukunft sollen sich Radfahrer schon früher einfädeln können, der Radstreifen wird zudem rot markiert.

Der an der Tankstelle abrupt endende Radweg soll schon vorher auf die Straße geführt werden – rote Markierung inklusive. Foto: Patrick Nowicki

Ein Teil der Jülicher Straße soll Alleencharakter erhalten. 15 Bäume sollen zwischen Drimbornshof und Friedhof südlich der Straße gepflanzt werden. Dies führt dazu, dass den 26 gefällten Bäumen 33 Neupflanzungen gegenüber stehen. Die Zahl der Parkplätze wird sich hingegen nur geringfügig verändern: von derzeit 67 auf 68. Insgesamt wird zudem etwa einen Kilometer Kanal erneuert. Der erste Bauabschnitt erstreckt sich von der südlichen Ortseinfahrt bis zur Grünstraße und umfasst etwa 700 Meter. Der zweite Bauabschnitt beginnt an der Lindenstraße und endet etwa 500 Meter weiter bei der Ortseinfahrt.

Für den Bau der Gehwege und Parkstreifen werden Anliegerbeiträge fällig. Der Bau der Straße wird komplett von der Städteregion getragen, da es sich um eine überörtliche Straße handelt. 

Mehr von Aachener Zeitung