Dürwiss bekommt in weiten Teilen ein neues Gesicht

Zebrastreifen, Parkplätze, Kreisverkehr : Dürwisser diskutieren Großbaustelle Jülicher Straße

Eschweilers Stadtteilt Dürwiss bekommt in weiten Teilen ein neues Gesicht. Die Bewohner sagen, was ihnen an der Planung der „neuen“ Jülicher Straße nicht passt. Es gibt eine Vielzahl von Vorschlägen.

Um Punkt 16.58 Uhr zeigte die Uhr von Leo Gehlen  17 Uhr, die Ortsbegehung des SPD-Ortsvereins Dürwiß/Neu-Lohn zum Aus- und Umbau der Jülicher Straße (K33) war eröffnet. Der genaue Zeitpunkt des Baubeginns steht dagegen noch nicht fest, doch im September oder Oktober soll es ernst werden für die Anwohner des rund 1,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Einmündung Heinrich-Heine-Straße und Friedhof.

Bis zu den politischen Beratungen, die am Mittwoch, 23. Mai, im Bau- und Planungsausschuss beginnen, haben die Dürwißer Bürgerinnen und Bürger noch die Gelegenheit, Anregungen einzubringen, die, falls machbar, in die endgültige Planung einfließen sollen.

Einige Anwohner packten am Freitagnachmittag die Chance beim Schopfe und suchten das Gespräch mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Leo Gehlen sowie dessen Mitstreitern. An sechs neuralgischen Punkten entlang der Jülicher Straße legten die Ortsbegeher Zwischenstopps ein, an denen über den derzeitigen Stand der Dinge informiert wurde, kritische Anmerkungen schriftlich erfasst und Vorschläge aufgenommen wurden:

Am Kleekamp (Friedhof)

Dieser Bereich wird sein Gesicht wohl stark verändern. Die Planung sieht die Anlegung eines Kreisverkehrs und die nach Ende der Baumaßnahme beidseitige Befahrbarkeit der Straße „Am Kleekamp“ vor. Letzteres macht einigen Anwohnern durchaus Sorgen.

„Wird diese kleine Straße dann nicht zu stark befahren werden? Sollte nicht die Einbahnstraßensituation beibehalten werden?“, fragte eine Teilnehmerin der Begehung, die nach eigener Aussage im Namen mehrerer Anwohner sprach, die vor wenigen Tagen eine Unterschriftenaktion starteten. Allerdings trafen die Vorbehalte bezüglich der derzeitigen Planung auf starken Widerspruch durch andere Teilnehmer, die die beidseitige Befahrung der Straße als durchaus sinnvoll erachten.

Weiterhin ist vorgesehen, das Bus-Wartehäuschen gegenüber des Friedhofs um einige Meter in Richtung des Kreisverkehrs Blausteinsee zu versetzen. Der dort vorhandene Parkstreifen solle darüber hinaus unbedingt erhalten bleiben, so die Forderung der Dürwißer Bürger.

Drimbornshof

Herzenswunsch einiger Bürger: Der Zebrastreifen zwischen Drimborns- und Broicher Hof, der laut aktueller Planung einer Querungshilfe in unmittelbarer Nähe weichen wird, soll erhalten bleiben. Zusätzliche Parkplätze wie in den Planungen vorgesehen oder Verbleib des Bus-Wartehäuschens statt Versetzung in den Bereich der Wohnhäuser Nummer 141 und 143? Foto: Andreas Röchter

Ausgehend vom Blumengeschäft gegenüber des Friedhofs soll in Richtung Drimbornshof eine Baumallee angelegt werden. Weiterhin ist vorgesehen, den Zebrastreifen zwischen Drimbornshof und Broicher Hof zu entfernen und im Gegenzug einige Meter in Richtung Ortsausgang eine Querungshilfe zu installieren.

Diese Planung stieß bei den Teilnehmern der Ortsbegehung auf großes Unverständnis. Vor allem, da sich in unmittelbarer Nähe ein Kindergarten befindet. „Sowohl die Kindergartenkinder als auch ältere Menschen auf dem Weg zur Apotheke benötigen den Zebrastreifen“, so die einhellige Meinung. Der eindeutige Wunsch, der auf dem Notizblock der Kommunalpolitiker seinen Niederschlag fand, lautete „Streichung der Querungshilfe und Erhalt des Zebrastreifens“.

Durchaus einverstanden zeigten sich die Bürger mit dem Vorhaben, die Grünfläche vor dem Drimbornshof neu zu gestalten, wobei der vollständige Erhalt des Baumbestands gewünscht ist. Die Zukunft des Weihers ist noch ungeklärt. Eine Teilnehmerin brachte die Betreuung durch die Biologische Station der Städteregion Aachen ins Spiel.

Grünstraße

Bäckermeister Werner Rotheut äußerte den Wunsch nach Erhalt der Parkplätze in der Nähe seines Betriebs (wir berichteten). Der Vorschlag Leo Gehlens, sich um die Anbindung des öffentlichen Parkplatzes vor der Einmündung Grünstraße an die Jülicher Straße zu bemühen, wurde positiv aufgenommen. Bisher ist dieser Parkplatz nur über die Nagelschmiedstraße zu erreichen.

Eichenstraße

Der bogenförmige Straßenverlauf in Höhe Eichenstraße soll ausgebaut, die Fahrbahnbreite vergrößert werden, um den Lkw-Verkehr zu erleichtern. Aus den derzeit sieben Parkplätzen werden sechs Stellplätze. Auch der Zebrastreifen in Höhe der Raiffeisen-Bank müsse unbedingt erhalten bleiben, so der Wunsch der Bürger. In Sachen Radweg ist die Lage in diesem Bereich noch unklar, da sich „einige Grundstückseigentumsverhältnisse etwas schwierig gestalten“, so Leo Gehlen. Gespräche zwischen der Stadt und den Eigentümern seien im Gange.

Gasthausstraße

Ab der Gaststätte „Bei Kelche“ wird in Richtung Eschweiler-Zentrum ein offizieller Parkstreifen eingerichtet, da die Breite der Fahrbahn in diesem Bereich dies hergebe. Die Bushaltestelle soll samt Wartehäuschen ebenfalls in Richtung Hans-Böckler-Straße versetzt werden, nämlich in den Bereich der Hausnummern Jülicher Straße 141 und 143. Eine Planung, die Bewohner dieser Wohnhäuser kritisch sehen. Sie präferieren die Beibehaltung der Bushaltestelle an ihrem momentanen Platz.

Hans-Böckler-Straße

Im Bereich zwischen Gasthaus- und Hans-Böckler-Straße treffen unterschiedliche Präferenzen aufeinander. Foto: Andreas Röchter

Sollte dem Wunsch, die Bushaltestelle nicht zu versetzen, entsprochen werden, wäre eine komplette Umplanung dieses Bereichs, der unter anderem Schrägparkplätze beinhalten soll, vonnöten. Dem Wunsch nach einer generellen „Tempo 30-Zone“ müsse aus rechtlichen Gründen eine Absage erteilt werden. Andere verkehrsberuhigende Maßnahmen seien jedoch denkbar.

Grundsätzlich brennt den Anwohnern der Jülicher Straße im Hinblick auf die gesamte Baumaßnahme das Thema Glasfaserkabel auf den Nägeln. Nadine Leonhardt, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, versicherte, es gebe zwei Optionen, diesem Anliegen zu entsprechen. „Entweder werden Leerrohre verlegt oder es findet sich ein Unternehmen, das in Vorleistung tritt und Glasfaserkabel während der Baumaßnahme anbringt.“

In den kommenden Tagen wollen die indestädtischen Sozialdemokraten die Vorschläge, Anregungen und Ergänzungen sichten und zusammenfassen, bevor ein Antrag erarbeitet und der Verwaltung vorgelegt wird.

Mehr von Aachener Zeitung