Emotionsgeladener Abschied: Dr. Eberhardt Schneider vom St.-Antonius-Hospitals geht in den Ruhestand

Emotionsgeladener Abschied : Dr. Eberhardt Schneider vom St.-Antonius-Hospitals geht in den Ruhestand

Es war ein großer emotionsgeladener Abschied: Dr. Eberhardt Schneider feierte am Dienstagabend im St.-Antonius-Hospital (SAH) mit einem Festakt seinen Ausstand. Dr. Schneider leitete über 20 Jahre in verschiedenen Funktionen die Geschicke des St.-Antonius-Hospitales mit.

Pfarrer Michael Datené, Mitglied des Hospital-Kuratoriums, bildete Dr. Schneiders Karriere am SAH in den vergangenen Jahrzehnten in einem Rückblick noch einmal ab. Er sprach von großartigen Leistungen bei der Gestaltung des Euregio-Reha-Zentrums in seiner heutigen Form. Dr. Schneider überzeugte dabei jahrelang in gleich mehrfachen Rollen als Motivator, Teamplayer und patientennaher Ansprechpartner. Dazu nutzte Pfarrer Datené Zitate aus bekannten Songs der Beatles, die das Schaffen Dr. Schneiders trefflich charakterisierten. Eine interessante Petitesse passend zur Feierstunde, so Pfarrer Datené, sei die Tatsache, dass Paul McCartney, just am Tag der Verabschiedung seinen 77. Geburtstag feiere.

„Herr Dr. Schneider ist ein besonderer Mensch im Hospital“, so auch SAH-Geschäftsführer Elmar Wagenbach, der die zwölf Jahre währende Funktion Dr. Schneiders als Stellvertretender Ärztlicher Direktor des Hauses hervorhob. Er sei ein Macher mit Ausdauer und Zähigkeit, der nicht nur plane, sondern auch immer Taten folgen ließ. Ihm gebühre der aufrichtige Dank für lange Jahre als verlässlicher Partner und Ratgeber, Arzt und Kollege sowie von allen geschätztes Mitglied der SAH-Familie. Auch Kollege Dr. Alexander Bach, Ärztlicher Direktor am SAH, nannte ihn einen „väterlichen Freund“ und bezeichnete ihn als eine Art „Streetworker“ mit den für diesen Beruf typischen Eigenschaften, zwischen Vertraulichkeit, Schweigepflicht, Verlässlichkeit und hoher Sozialkompetenz. Auch auf den Gebieten Kulinarik, Sensorik und Kultur, so Dr. Bach augenzwinkernd, leistete er Beachtliches.

Dr. Eberhardt Schneider ist vielen Lesern unser Zeitung als charmanter und informativer Moderator des Forums Medizin im Talbahnhof bekannt, dass er insgesamt zwanzigmal leitete. Wie gewohnt aus dem Stegreif, ohne Manuskript, direkt, warmherzig und humorvoll sprach er auch vergangenen Dienstagabend zu seinen Gästen: „Einen solchen Einschnitt wie heute steckt man nicht cool und emotionslos weg“, gab er zu, während er sich gleichzeitig bei seiner Familie, seinen Freunden und den teilweise weit angereisten Weggefährten der Vergangenheit bedankte.

Er verstand sich in seiner langjährigen Tätigkeit stets als eine Art „Regisseur in einem Dienstleistungsteam am Patienten“. Besonderen Dank sprach er in diesem Zusammenhang seiner „rechten Hand“, seinem Kollegen und Mitstreiter Norbert Schallenberg aus. „Reha ist Teamwork, Reha ist vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Verantwortung“, brachte Dr. Schneider es in seiner Ansprache auf den Punkt. „Ich wollte in meiner Arbeit zwar immer populär, aber niemals populistisch sein“. Mit der „hausinternen Besetzung“ Markus Schlächter, der demnächst die Leitung des Euregio Reha-Zentrums übernimmt, gelinge ein gleitender Übergang. Ihm überreichte Dr. Schneider zur Freude des Publikums schließlich die „Reha-Insignien“ ganz im Sinne Karls des Großen: das Zepter (das Modell eines Oberschenkelknochens) sowie den Reichsapfel (das Modell eines Herzens). Die Krone fehle zwar, aber die werde sich Markus Schlächter sicher selbst verdienen.

Den musikalischen Rahmen des Abends gestalteten Violetta Palatinus (Querflöte), Jozsef Acs (Klavier) und Andreas Schneider (Oboe) mit ausgesuchten klassischen Stücken, ganz im Sinne von Eberhardt „Ebs“ Schneider. Dass dieser auch ein Musikliebhaber mit guter Stimme ist, bewies er in seinem Duett mit Jozsef Acs. Seine „Zukunftsvisionen“ waren nicht weniger als eine ausdrucksstarke Interpretation einer auf Englisch dargebrachten Gesangspassage aus dem Jerry-Bock-Musical „Anatevka“. Hier stieg Dr. Schneider in die Rolle des Milchmanns Tevje, der in seinem sonoren Bariton darüber philosophiert, was er denn so alles an seinem Lebensabend anstelle, „wenn er einmal reich wär“.

Den langanhaltenden Applaus und die Anerkennung genoss Eberhard Schneider anschließend bei einem geselligen Ausklang des Abends mit seiner Familie, Freunden und Kollegen im St.-Antonius-Hospital.

(psi)
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