Dozenten spielen Konzert zum 50. Geburtstag der Musikschule

50 Jahre Musikschule : Dozenten spielen zum Geburtstag ein Best-of-Klassik-Konzert

Zum 50. Geburtstag der Musikschule spielen die Dozenten ein Best-of-Konzert. Zwei Stunden Klassik voller Überraschungsmomente.

„Wir sind im Prinzip ein Kind der Flower-Power-Bewegung“, sagt Christian Guth schmunzelt, schließlich küsst dieses „Blumenkind“ seit einem halben Jahrhundert die musikalischen Talente der Indestadt wach und hat sich in dieser Zeit auch gegen reichlich Widerstände und den so genannten Zeitgeist durchgesetzt. Genau so wie die klassische Musik eines Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart oder Frédéric Chopin, welche beim Dozentenkonzert der Städtischen Musikschule regelrecht zelebriert und zum Honig für die Ohren wurde.

Klavier, Gitarre, Schlagzeug, in der Stadt der vielen Korps natürlich auch die Trompete seien die favorisierten Instrumente, welche die Schüler der Städtischen Musikschule seit fünf Jahrzehnten lernen. Doch auch die Violine, das wohl klassischste aller Instrumente, erfreue sich gerade bei jungen Schülern nach wie vor großer Beliebtheit, teilte Musikschulleiter Christian Guth am Rande des Dozentenkonzertes mit und freute sich über die große Zuhörerresonanz. Schließlich gab es im Reigen der hervorragenden Dozenten mit Tomoko Yoneyama Hulin eine „Pianistin von Weltklasseformat“ zu hören. Gemeinsam mit Miao-Yi Ke-Rehbach an der Altblockflöte und Gunild Starosta an der Querflöte eröffnete die Pianistin das über zweistündige Klassikkonzert in der Aula des Städtischen Gymnasiums mit Boismortiers Triosonate in G-Dur, ein in Harmonie perfektionierter Rokoko-Genuss. Zuvor hatte Michael Mordant am Xylophon für offene Ohren gesorgt.

Gefühlt die gesamte musikalische Bandbreite der Kompositionen Johann Sebastian Bachs bündelten Hulin und Starosta im Anschluss mit Myriam Audin an der Violine in nur zwei Stücken, der bekannten Arie aus der Suite Nr. 3 in D-Dur und der Partita BWV 1002 in h-Moll. Händel, Dvorak, Chopin, Gershwin, im Verlaufe des Dozenten-Best-of-Konzerts zum 50. Geburtstag der Musikschule durfte der geneigte Zuhörer verträumt in leichten Melodielinien schwelgen, sich in komplexen Kompositionsstrukturen verlieren und in die seit jeher starken Arme klassischer Orchestralkraft fallen lassen. Manchmal fast schon experimentell, wie beim zweistimmig vorgetragenen „Caprice Nr. 9“ Paganinis durch Violistin Myriam Audin. Manchmal sehr dynamisch wie bei Dvoraks Sonatine, gespielt von Audin und Adeline de Lange am Klavier, hielt das Konzert immer wieder Überraschungsmomente bereit.

Johannes Flamm, Klarinettenlehrer an der Musikschule, nahm sich die Zeit und bereitet sich selbst wie dem Publikum das einmalige Vergnügen, mit Tomoko Yoneyama Hulin am Klavier Mozarts Konzert für Klarinette und Orchester in A-Dur vorzutragen. Die Pianistin hatte die Noten hierzu erst zwei Wochen zuvor studiert und doch prägten die beiden Virtuosen an ihren Instrumenten mit ihrer fantastischen Darbietung den zweiten Konzertteil am Sonntag. Nach Chopins Scherzo Nr. 3 Op. 39 in cis-Moll setzte Tomoko Yoneyama mit ihrem Gatten Jeremy Hulin (Klarinette) und Gershwins „Three Preludes“ einen Schlusspunkt mit Nachhall hinter ein bemerkenswertes Konzert, das die Zuhörer mit einem Gefühl der Geborgenheit in den herbstlichen Sonntagabend entließ. Klassische Musik kann frischer als der aktuellste Popsong klingen, wenn sie so wie bei diesem Konzert voller Enthusiasmus und Leidenschaft nicht nur gespielt, sondern gelebt wird.