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Eschweiler: Die Zeit des Wundenleckens ist vorbei

Eschweiler : Die Zeit des Wundenleckens ist vorbei

Zwei Monate sind seit der Kommunalwahl vergangen. Wochen, in denen die CDU sich auf ihre neue Rolle im Rat einstellen konnte: Nach Jahren des Regierens - erst mit der UWG, dann mit der SPD - drücken die Christdemokraten nun die Oppositionsbänke.

„Die Zeit des Wundenleckens und Tränenabwischens ist vorbei”, sagt Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Dittrich nun. „Die neue Fraktion hat Tritt gefasst, ist ans Laufen gekommen.”

Um die Arbeit in der im Vergleich zu den Vorjahren deutlich kleineren Fraktion auf breitere Schultern zu verteilen, hat die CDU mit ihren 16 Stadtverordneten zu ihren sechs Sachkundigen Bürgern auch gleich sechs Vertreter nominiert, die in der Fraktion mitarbeiten. Macht 24 Leute, deren Meinungen gefragt sind. Denn die größte Oppositionsfraktion will sich nicht als Nein-Sager profilieren, was einfach wäre, sondern mit eigenen Ideen zur positiven Entwicklung Eschweilers beitragen.

Und da ist Meinungsvielfalt hilfreich. Ideen, auch die von Nichtmitgliedern, sind willkommen. Aus diesem Grund ruft die CDU nun „Fachkreise” ins Leben, die im Januar ihre Arbeit aufnehmen sollen. Diese Fachkreise sind nicht nur parteioffen - hier können alle, die an der Entwicklung Eschweilers interessiert sind, ihre Vorschläge einbringen.

Im Fachkreis „Zukunft Eschweiler” geht es insbesondere um Fragen von Planung und Umweltpolitik, der Fachkreis „Lebenswertes Eschweiler” befasst sich mit Sport- und Freizeitthemen, der Fachkreis „Alt und Jung” hat die Neuorientierung der Seniorenarbeit zum Thema, und im Fachkreis „Wirtschaftsförderung und Eigenbetriebe” geht es um eben dies.

Schon im März/April, so Franz-Josef Dittrich, sollen die Fachkreise erste Arbeitsergebnisse als Empfehlungen in der Fraktion vorstellen.

Dass die CDU nicht Opposition um der Opposition wegen machen will, bewies sie bereits am Mittwochabend im Schulausschuss: Obwohl CDU-Bürgermeisterkandidat Manfred Groß die Ablehnung der Offenen Ganztagsschule zu einem der Haupt-Wahlkampfthemen gemacht hatte, stimmte die CDU nun der Umwandlung der Don-Bosco-Schule in eine Ganztagsschule zu. „Wir sind da nicht stur, sondern entscheiden von Fall zu Fall”, erklärt Groß. „Auf Grund des vorliegenden Konzepts und der von der Verwaltung versprochenen Kostenneutralität spricht für uns nichts dagegen, hier dem Elternwillen zu folgen. Wenn auch nach wie vor gilt: Das ist nicht das, was wir uns unter Schule vorstellen.”

Sollten doch geringe Umbaukosten in der Größenordnung von 10.000 Euro auf die Stadt zukommen, so seien auch diese vertretbar, sagt Groß. „Obwohl passieren kann, dass die Stadt dann auch diese 10.000 Euro nicht mehr hat. Hier im Rathaus gibt es Leute, die denken schon wieder laut über ein Haushaltssicherungskonzept nach.”

Genauere Informationen hat die CDU nicht: „Was den Etat 2005 betrifft, da schwimmen wir. Von der Verwaltung kommen keine Infos”, sagt Dittrich.