Eschweiler: Die Zahl der Unfälle steigt wieder an

Eschweiler : Die Zahl der Unfälle steigt wieder an

Die Arbeit hat in diesem Fall sichtbar Früchte getragen. Als vor einem Jahr die Zahlen der Unfallstatistik von der Polizei veröffentlicht wurden, war Eschweiler in einer Statistik vorne mit dabei. Radfahrer waren ungewöhnlich häufig in Unfälle verwickelt. Im Vergleich zu 2012 ist die Zahl im Vorjahr gesunken. 50 Radfahrer verunglückten im Jahr 2012, im Jahr 2013 waren es 13 weniger.

Ein Grund dafür: Zur Reduzierung der Fahrradunfälle führte die Aachener Polizei im Jahr 2013 das Projekt „FahrSICHERad en Oche“ mit örtlichem Schwerpunkt in Eschweiler durch. Dabei wurden gezielt Fahrradfahrer angesprochen, die mit Fehlverhalten im Straßenverkehr aufgefallen waren.

Eine weitere erfreuliche Zahl, die Montag bekanntgegeben wurde: Im Vorjahr gab es keinen Toten bei Verkehrsunfällen. 2012 waren noch drei Menschen tödlich verunglückt. Allerdings sind es die einzigen Zahlen, die gesunken sind. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist in der Indestadt von 1810 auf 1859 gestiegen. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten betrug im Jahr 2012 34, 2013 waren es 42. Die Zahl der Unfälle mit Leichtverletzten ist von 164 auf 170 gestiegen.

Selbst verursacht

Auf dem Schulweg gab es 2013 vier Unfälle, einen mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der verunglückten Kinder ist mit 21 gleich geblieben. 2013 verunglückten 30 Fußgänger, sieben mehr als 2012, und auch die Zahl der verunglückten Motorradfahrer stieg von zwölf auf 16 an.

Beim Blick auf die Unfallursachen etwa bei den Fußgängern zeigte sich, dass sieben Fußgänger ihren Unfall selbst verursachten, indem sie die Straße bei roter Ampel und während des fließenden Verkehrs überquerten. In 23 Fällen wurden sie verletzt, weil sich Autofahrer, insbesondere beim Abbiegen und Wenden, falsch verhielten. Auch bei den „jungen Erwachsenen“, sprich den 18- bis 24-Jährigen, stieg die Zahl von 36 auf 39 leicht an.

Weniger Unfälle in Stolberg

Ein Blick über die Stadtgrenzen zu den Nachbarstädten zeigt, dass es in der Indestadt mehr Unfälle gibt, als in den meisten anderen Kommunen. In der gesamten Städteregion liegt Eschweiler hinter der Stadt Aachen auf Platz zwei.

So gab es in Stolberg im Jahr 2012 knapp 400 Unfälle weniger als in Eschweiler. 2013 gab es in Stolberg noch einmal 30 Unfälle weniger, die Kupferstadt liegt somit bei 1395 Unfällen. Auch in der gesamten Städteregion ohne die Stadt Aachen sank die Zahl der Unfälle (von 8482 auf 8400). In der Stadt Aachen ist die Zahl von 10 783 auf 10 674 gefallen.

Natürlich wird die Aachener Polizei auch im laufenden Jahr einiges dafür tun, die Zahlen zu reduzieren. Kinderunfälle werden etwa sowohl im Elternhaus als auch gegebenenfalls in der Schulklasse besprochen. Des Weiteren nehmen die polizeilichen Verkehrssicherheitsberater die Unfallorte in Augenschein, um mögliche bauliche Mängel zu erkennen und abzustellen.

Die Verkehrssicherheitsberater geben in den Kindergärten und Schulen zudem Anstöße zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr. Die Sicherheit der Kinder hänge jedoch in großem Maße auch von der Vorbild- und Multiplikatorenfunktion der Eltern, Erzieher und Lehrer ab, so die Polizei.

Die Analyse der Unfallzahlen des Vorjahres hat ergeben, dass insbesondere überhöhte Geschwindigkeiten, Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie zunehmend Fehlverhalten von und gegenüber Fußgängern und Fahrradfahrern für die schweren Unfälle sorgen. Aus diesen Gründen will die Aachener Polizei — in Zusammenarbeit mit Stadt und Städteregion Aachen — auch zukünftig ihren Schwerpunkt auf die Bekämpfung eben dieser Unfallursachen mit vielfältigen Maßnahmen und Projekten legen.

Viele Kontrollen

So soll es weiterhin eine hohe Anzahl von Geschwindigkeitskontrollen geben, vor allem natürlich an Unfallschwerpunkten. Das erfolgreiche Projekt zur Bekämpfung von Fahrradunfällen werde auch auf Fußgänger ausgedehnt und weiter intensiviert, so die Polizei. Speziell für die „jungen Erwachsenen“ gibt es ebenfalls weiterhin Präventivmaßnahmen, etwa „Crash Kurs NRW und das „Junge-Fahrer-Programm“ in den Berufskollegs.

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