Eschweiler: Die Stadt weniger Energiekosten: Sanierungen tragen jetzt erste Früchte

Eschweiler: Die Stadt weniger Energiekosten: Sanierungen tragen jetzt erste Früchte

Die Stadt Eschweiler arbeitet seit Jahren daran, Energieverbrauch und Schadstoffausstoß zu senken. Nun liegt der Energiebericht für die Jahre 2013 und 2014 liegt vor. Im Jahr 2014 war die Kostenentwicklung erstmals seit 2010 wieder rückläufig.

2,971 Millionen Euro musste die Stadt 2014 zahlen, im Vorjahr waren es noch mehr als 3,5 Millionen Euro.

Der Wärmeverbrauch hat sich seit 2009 um 29,45 Prozent verringert. Alleine von 2013 auf 2014 wurde eine Senkung um 18,11 Prozent erreicht. Den generell geringeren Wärmeverbrauch im vorigen Jahr begründet die Stadt mit dem sehr milden Winter und mit Sanierungsmaßnahmen.

So wurden in den vergangenen beiden Jahren die Fenster an der Adam-Ries-Hauptschule (Jahnstraße), dem Freibad sowie der Eduard-Mörike-Schule, den Grundschulen Röhe und Weisweiler und der Gesamtschule erneuert.

Wärmedämmung wurde an der Hauptschule an der Jahnstraße sowie an der Eduard-Mörike-Schule vorgenommen und an der Hauptschule, dem Freibad sowie der Weisweiler Grundschule wurde das Dach saniert. Zudem wurden die Ölheizungen in den Grundschulen Röhe und Kinzweiler ausgetauscht.

Die noch andauernde Fenster- und Fassadensanierung des Rathauses zeigt laut Energiebericht auch bereits erste Einsparungen im Wärmeverbrauch. In Zahlen: 2013 lagen die Kosten für den Wärmeverbrauch bei 213.400 Euro, 2014 bei 149.800 Euro.

Am Beispiel der Grundschule Weisweiler sieht man das Einsparpotenzial. So lagen die Kosten für den Wärmeverbrauch 2013 bei 57.500 Euro, nach der Dach- und Fassadensanierung sowie der Fenstererneuerung 2014 nur noch bei 44.600 Euro. An der Grundschule Röhe gingen die Kosten für den Wärmeverbrauch von 34.400 Euro in 2013 auf 22.700 Euro in 2014 zurück, in Kinzweiler gar von 70.700 auf 53.200.

Viel Geld fließt bei der Energieversorgung in die Gesamtschule Waldschule: 2014 waren es 345.700 Euro (davon 241.300 Euro Wärmeverbrauch), 2013 noch 397.700 Euro (290.000 Euro). Es gibt noch viele weitere Beispiele für Einsparungen.

Allerdings gibt es auch Ausreißer nach oben. So stieg der Wasserverbrauch an der Grund- und Hauptschule Dürwiß von 2200 Kubikmeter in 2013 auf 5777 Kubikmeter in 2014 an. Der Grund: Im Vorjahr waren Spülkästen defekt. Der Verbrauch ist laut Energiebericht inzwischen wieder auf Normalniveau gesunken.

Deutlich gestiegen sind auch die Kosten im Dürwisser Freibad. Waren 2013 noch 93.700 Euro fällig, sind es 2014 124.700 Euro. Das ist fast so viel wie im Jahr 2012, als 130.300 Euro berappt werden mussten. Ausschlaggebender Punkt sind die Kosten für den Wärmeverbrauch, der wieder deutlich angestiegen ist (2013: 51.400 Euro — 2014: 84.100 Euro).

Der erhöhte Wärmeverbrauch wird mit dem kühleren Sommer begründet. Die geringeren Temperaturen führen dazu, dass das Freibad an vielen Tagen geschlossen bleibt, gleichzeitig müssen die Becken jedoch beheizt werden, um die Wassertemperatur zu halten.

Bei der Feuerwehr sind Wärme-, Wasser- und Stromverbrauch selbstredend schwankend, abhängig von der Zahl und Art der Einsätze. Allerdings stieg der Wasserverbrauch in 2014 auf 2663 Kubikmeter an, was einen — im Vergleich zu anderen geringen — Anstieg von 4300 auf 6900 Euro bedeutet.

Im Jahr 2014 versickerte monatelang Wasser, da ein verdeckter Rohrbruch an einem Hydranten zunächst unentdeckt geblieben war.

Noch unklar ist die Ursache des erhöhten Wasserverbrauchs im Feuerwehrgerätehaus Fronhoven, der von 15 Kubikmeter in 2013 auf 281 Kubikmeter in 2014 anstieg. Der Wasserzähler ist intakt, ein Rohrbruch bislang nicht bekannt und nach Angaben der Feuerwehr gab es auch keine besonderen Vorkommnisse. Die Verbrauchsdaten für 2015 zeigen wieder normalisierte Werte.

Marc Müller (CDU) regte im Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss an, Regio-IT zu nutzen, um eventuelle Lecks schneller zu erkennen, diese frühzeitig beheben und so sparen zu können. Dies werde an der Realschule Patternhof bereits getestet, erklärte Helmut Gühsgen, Leiter Bauverwaltungsamt und Gebäudemanagement.

Die Kosten für das Nothberger Sportheim stiegen von 2012 auf 2013 stark an — von 5490 Euro für den Wärmeverbrauch auf 9930 Euro. Dies begründet die Verwaltung mit dem neuen Sportheim, das größer und besser ausgestattet sei und somit höhere Kosten nach sich ziehe.

Dietmar Widell (Grüne) wollte wissen, warum die Kosten inzwischen nicht deutlich gesunken seien, immerhin habe der SV Nothberg die Anlage nach der Fusion verlassen. Der Grund: Der Sportplatz samt Heim wird nach wie vor noch genutzt.

In die Obdachlosenunterkünfte an der Grachtstraße flossen 2014 rund 50.100 Euro (2013: 55.500 Euro) in der Asylunterkunft an der Severinstraße stiegen die Kosten von 60.900 in 2013 Euro auf 84.900 Euro in 2014 an. Warum? Das Haus wird von mehr Menschen bewohnt.

Natürlich sollen Energieverbrauch und damit die -kosten auch in den kommenden Jahren weiter gesenkt werden. Aus diesem Grund wird es weitere Sanierungen geben. Unter anderem stehen die Beleuchtung in der Feuerwache Florianweg und in der Turnhalle Patternhof an.

Letztere wird zudem wärmegedämmt. Die Fassade des Rathauses wird weiter saniert und das Umkleidegebäude am Indestadion wird abgerissen.

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