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Wissenschaftliche Auseinandersetzung: Die politische Geschichte zur Öffnung des Propsteier Waldes

Wissenschaftliche Auseinandersetzung : Die politische Geschichte zur Öffnung des Propsteier Waldes

Viele Menschen waren daran beteiligt, dass der Propsteier Wald als ehemaliges Militärgebiet zwischen Eschweiler und Stolberg bald für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Laienforscher Heinz-Theo Frings hat das wissenschaftlich aufgearbeitet.

Als Laienforscher hat sich Heinz-Theo Frings unter anderem schon mit der Geschichte von Nothberg sowie Sagen aus Hehlrath und Röhe beschäftigt. „Mein Hauptanliegen bei der historischen Forschung ist, mit Mythen und Erzählungen aufzuräumen, die möglicherweise falsch tradiert wurden“, nennt Frings seine Motivation. Diese hat nun dazu geführt, dass er sich näher mit dem Propsteier Wald zwischen Eschweiler und Stolberg beschäftigt hat. Die Ergebnisse hat er in einem Aufsatz zusammengefasst.

Abgesehen vom Interesse an einer bedeutenden Schlacht Cäsars, die sich möglicherweise auf dem ehemaligen Gebiet des Waldes abgespielt hat, bewegte Heinz-Theo Frings noch ein weiterer Grund dazu, vor allem in der jüngeren Vergangenheit etwas genauer hinzusehen. „In meiner Fraktion wurde immer wieder damit gehadert, dass der Einsatz von Helmut Brandt und Willi Bündgens bei der Bemühung um eine Öffnung des Waldes nicht entsprechend beachtet wurde“, berichtet der CDU-Ratsherr.

 Der Propsteier Wald als ehemaliges Militärgebiet wird bald für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Der Propsteier Wald als ehemaliges Militärgebiet wird bald für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Foto: MHA/Caroline Niehus

Irgendwann habe er den Entschluss gefasst, wissenschaftlich zu klären, wer welchen positiven Anteil an der Weiterentwicklung des Propsteier Waldes hatte. „Möglichst neutral“, betont der 67-Jährige. Der Fragestellung sei er nicht aus parteipolitischen Gründen nachgegangen, sondern aus wissenschaftlichem Antrieb. „Also nicht als Stadtratsmitglied, sondern als Historiker.“ Und so habe Heinz-Theo Frings zum Beispiel herausgefunden, dass es deutlich mehr Beteiligte an dem Prozess gegeben habe, als er erwartet hätte.

„Dazu gehören natürlich Claudia Moll und Klaus Fehr von der SPD, aber eben auch Helmut Brandt und Willi Bündgens von der CDU. Darüber hinaus Dietmar Widell von den Grünen, ebenso wie Hermann Gödde und weitere Vertreter der Verwaltung“, zählt der Laienforscher auf. Der Förderverein Propsteier Wald habe ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt, auch Bürger aus Röhe hätten immer wieder darauf gedrängt, dass es weitergeht. „Dass der Propsteier Wald bald geöffnet werden kann, ist also ein Gesamtprojekt von vielen Beteiligten“, hat Frings herausgefunden.

Der pensionierte Lehrer, der lange Zeit Deutsch, Philosophie und Musik an der Liebfrauenschule unterrichtet hat, zieht eine Schlussfolgerung aus dieser Feststellung. „Die Haupterkenntnis dieser Forschungsarbeit ist für mich, dass es auch in ganz schwierigen Prozessen letztlich Erfolg gibt, wenn das gemeinsame Ziel klar ist.“ Es habe in den vergangenen Jahrzehnten viele verschiedene Ideen für das militärische Sperrgebiet gegeben, die mit teils kontroversen Diskussionen verbunden gewesen seien. „Aber grundsätzlich wollten alle das gleiche: die Wiedergewinnung des Waldes für die Öffentlichkeit.“

Es habe in den einzelnen Schritten nicht immer Einigkeit geherrscht. Das sei aber auch gar nicht nötig, schließlich sei Politik ein Diskurs. Ähnlich sei es mit der Geschichtsforschung, die für Heinz-Theo Frings nur dialektisch funktioniert. „Sie muss sich immer wieder auf den Diskurs einlassen mit Menschen, die andere beziehungsweise neue Erkenntnisse erlangt haben“, ist der 67-Jährige überzeugt. Deshalb ist auch seine Arbeit zum Propsteier Wald nicht abgeschlossen.

Der Aufsatz mit 49 Seiten wird zwar in der nächsten Ausgabe der Schriftenreihe des Eschweiler Geschichtsvereins veröffentlicht, digital will Frings das Werk auf seiner Webseite aber laufend aktualisieren. „Deshalb bin ich auch dankbar für Rückmeldungen, die ich noch berücksichtigen kann. Ich möchte die Online-Fassung stetig weiterentwickeln, wenn es neue Erkenntnisse gibt.“