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Eschweiler/Würselen: Die neue Herrin des Waldes

Eschweiler/Würselen : Die neue Herrin des Waldes

805 Hektar groß ist das Gebiet, in dem sie jetzt regiert: Susanne Bock, 25, Diplom-Ingenieurin aus Niedersachsen, ist seit Donnerstag Eschweilers neue Revierförsterin.

Und gleichzeitig Herrin im Würselener Stadtwald: In guter Nachbarschaft teilen sich die beide Städte die Försterin - eine Entscheidung, die „in Verantwortung für den Haushalt und für den Wald” gefallen ist, wie Würselens Bürgermeister Werner Breuer betont, der gemeinsam mit seinem Eschweiler Pendant Rudi Bertram die Kooperation vorbereitet hatte und Susanne Brock gestern in „ihrem” Wald willkommen hieß.

Szenarien vom verkommenen Wald

Ganz einfach war die Entscheidung nicht gewesen: Vor allem in Würselen, so Breuer, hatten Kommunalpolitiker wahre Horrorszenarien eines verwilderten, verkommenen Stadtwalds an die Rathauswand gemalt. Sie alle will Susanne Bock nun eines Besseren belehren. Und das nicht nur auf dem Hintergrund der Tatsache, dass heutzutage bundesweit Reviere, die von einem hauptamtlichen Förster betreut werden, bei einer Größe von 1000 Hektar anfangen. Insofern ist das Doppelrevier (391 Hektar liegen auf Würselener, 414 auf Eschweiler Gebiet) noch immer recht überschaubar.

Vorstellung am Forsthaus

Am Donnerstagvormittag stellte sich die „Neue” am Würselener Forsthaus Kommunalpolitikern und Verwaltungsvertretern aus beiden Kommunen vor. Susanne Bock studierte Forstwirtschaften in Göttingen, absolvierte ihren Vorbereitungsdienst beim Land Niedersachsen, sammelte Erfahrungen in der Revierleitung, arbeitete in einem Sägewerk, um Erfahrungen im Holzverkauf zu erwerben, und war als selbstständige Dienstleisterin tätig.

Ihren Wohnsitz hat sie in Eschweiler: im Forsthaus an der Bohler Straße.

Die 25-Jährige tritt die Nachfolge von Roland Migende (Würselen) und Christian Färber (Eschweiler) an, die in den Ruhestand verabschiedet wurden. Mehr als 40 Jahre war Färber im Eschweiler Stadtwald tätig, machte ihn zu dem beliebten und gepflegten Naherholungsgebiet, das er heute ist.

Dank an Christian Färber

Ein Engagement, für das Bürgermeister Rudi Bertram ihm am Donnerstag ausdrücklich Dank sagte. Färber, so Bertram, habe seinen Beruf stets als einen „Beitrag zum Erhalt der Schöpfung” gesehen. Färber nahm den Dank bewegt entgegen: „Wenn ich auch schon bald Moos ansetze, seien mir Emotionen erlaubt.”

Susanne Bock setzt seine Arbeit nun fort: „Hier wird nichts verkommen!”