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Ostergruß der Eschweiler Pfarrer: Die Nächstenliebe ernster nehmen

Ostergruß der Eschweiler Pfarrer : Die Nächstenliebe ernster nehmen

Eschweiler Gemeinden beten zu Ostern gemeinsam

Wegen der Corona-Krise wurden auch in unserer Region sämtliche Gottesdienste abgesagt. Die Gotteshäuser sind geschlossen. Doch die Geistlichen der Eschweiler Gemeinden möchten trotzdem einen Ostergruß an die Gläubigen richten.

Hannokarl Weißhaupt, Pfarrer der Gemeinde Heilig Geiste und der Kirche St. Severin in Weisweiler, Michael Datené, Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Paul, Ulrike Sommer und Thomas Richter (beide Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler), Wolfgang Theiler, Pfarrer in der Evangelischen Gemeinde Weisweiler sowie Walter Wieder von der Agape-Gemeinde und Florian Wintersohl von der Freien evangelischen Gemeinde Eschweiler, kamen nun zu einem gemeinsamen Gebet zusammen – natürlich mit dem gebürtigem Sicherheitsabstand, der eingehalten wurde.

Das Gebet mit Vorwort in ganzer Länge: „Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Mit diesem alten Ostergruß möchten wir, die Leiter der christlichen Gemeinden in Eschweiler sie grüßen! In den Gottesdiensten an den Ostertagen feiern wir Christen die Auferstehung Jesu. Wir feiern Gottes Versprechen dass das Leben am Ende stärker ist als der Tod. Zum Zeichen dafür wird in vielen Kirchen gewöhnlich in der Osternacht die Osterkerze entzündet.

„Ostern 2020 ist vieles anders als wir es gewohnt sind. Noch immer prägt und belastet die Corona Krise auch unsere Stadt. Sie erinnert uns schmerzlich an unsere menschliche Begrenztheit. Wir trauern mit den Leidenden, den Sterbenden und ihren Angehörigen, wir hoffen mit denen, die um ihre Gesundheit und ihre berufliche Existenz bangen. Wir danken den vielen, die das Wort Nächstenliebe ernst nehmen und sich aufopferungsvoll kümmern und helfen, wo immer Not ist. Auch wir Christen können nicht wie gewohnt in unseren Gemeinden zusammenkommen. Gemeinschaft haben ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer und doch so wichtig. Besonders in diesen Zeiten sind deshalb sind Zeichen der Verbundenheit nötig! Niemand soll sich allein oder vergessen fühlen.

Die Pfarrer der Eschweiler Gemeinden richten einen Ostergruß an die Gläubigen. Foto: ZVA/Sonja Essers

„Jeden Abend um 19.30 Uhr laden alle Kirchenglocken der Stadt zum Innehalten und zu einem kurzen Gebet ein. Wir, die Pfarrer und Pastoren der Eschweiler Kirchengemeinden haben uns stellvertretend versammelt um ihnen die frohe Botschaft von Ostern weiterzugeben: Leid und Tod haben nicht das letzte Wort! – Auch in Corona Zeiten nicht!  Daran will uns das Licht der Osterkerze zu allen Zeiten und Lebenssituationen erinnern. Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Wir bringen vor Dich alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Bitte tröste jene, die jetzt trauern. Schenke den Ärztinnen und Ärzten, den Forscherinnen und Forschern Weisheit und Energie. Gib allen Krankenschwestern und -pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.

„Den Politikerinnen und Politikern und Mitarbeitenden der Gesundheitsämter schenke Besonnenheit. Wir danken Dir für alle, die in Ihren Berufen dazu beitragen, unser tägliches Leben so weit wie möglich aufrecht zu erhalten: Gib ihnen Kraft für ihre Arbeit. Wir beten für alle, die in Panik sind, für alle, die von Angst überwältigt sind: um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben ober befürchten. Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können: Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit. Und wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann. Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

„Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können. Dass Du allein ewig bist. Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt. Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. Wir vertrauen Dir. Durch Jesus Christus bitten wir Dich, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes Leben schenkt in alle Ewigkeit. Amen.“

(red/se)