Eschweiler: Die Indestädter schwingen sich aufs Rad

Eschweiler : Die Indestädter schwingen sich aufs Rad

Eine Stadt schwingt sich aufs Rad: Na ja, vielleicht nicht die ganze Stadt, aber möglichst viele Indestädter sollten es schon sein, die Eschweiler im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Stadtradeln“ zu einem der vorderen Plätze verhelfen.

813 Kommunen in der Bundesrepublik sind in diesem Jahr dabei — aus der Region allerdings nur Aachen und Eschweiler. Angeregt hatte dies die CDU — inzwischen sind alle Ratsfraktionen mit an Bord. Ziel: Leute für drei Wochen zu Radfahrern zu machen, die möglichst viele Kilometer per Drahtesel zurücklegen und somit eine möglichst große Menge CO2 einzusparen.

Bisher sind es 13 Teams, die sich zur Teilnahme angemeldet haben (stadtradeln.de/eschweiler). Über eine kostenlose App (stadtradeln) lassen sich dann ganz einfach gefahrene Strecken und zurückgelegte Kilometer erfassen. Dazu haben sich bislang Teams von CDU, SPD und Linken angemeldet, ebenso wie sechs Teams aus der Verwaltung, eines aus dem Gesundheitsbereich — und eines der KG Eefelkank.

Aufgerufen ist allerdings jede Karnevalsgesellschaft. Und nicht nur die: Die Stadt hat Schulen und Vereine angeschrieben, dazu Motivatoren wie Ärzte, Physiopraxen und Apotheker. Mitmachen können aber auch Freundesgruppen, Sportler, Firmenteams und Einzelpersonen — letztere firmieren dann unter Team Eschweiler. Und: Anmelden kann man sich sogar noch während des laufenden Wettbewerbs. Der beginnt mit dem „Kick off“ mit buntem Programm beim Stadtfest am 3. September und dauert bis zum 23. September.

Am Start ist dann auch Bürgermeister Rudi Bertram, wenn er auch noch nicht weiß, ob mit dem privaten Tourenrad oder einem der brandneuen Dienst-E-Bikes der Verwaltung. Davon gibt es inzwischen drei Stück. Die stehen jedem Mitarbeiter zur Verfügung und werden rege genutzt, wie Beigeordneter Hermann Gödde weiß. Mit von der Partie sind auch die lokalen Fahrradhändler. Zaffer Sahan (MTB Store), der gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Henrotte im Ramen der Aktion auch an einer Radtouristkfahrt feilt: „Ich hoffe, ein größeres Team stellen zu können. Ich kenne genügend Mountainbike-Verrückte, die ihre Kilometer für Eschweiler einbringen können.“

Gesucht werden nicht nur weitere Teams, sondern auch „Stadtradelstars“ — Mitmenschen, die für drei Wochen komplett auf ihr Auto verzichten und ihre Erfahrungen mit dem Rad im Alltag — bei der Fahrt zum Job wie auch zum Einkauf — tagebuchartig festhalten.

Neben dem Klimaschutz hat das Projekt „Stadtradeln“ auch Auswirkungen auf das im Entstehen begriffene Mobilitätskonzept der Stadt: Über die (natürlich anonymisierte) Erfassung der gefahrenen Strecken kann die Stadt erkennen, was die meistbefahrenen Radrouten in Eschweiler sind, und Prioritäten für einen möglicherweise gebotenen fahrradgerechten Ausbau setzen. Denn eines ist klar, wie auch Bürgerrmeister Rudi Bertram betont: „Man kann nicht einfach die Leute dazu bringen, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Man muss auch die nötige Infrastruktur schaffen. Und da herrscht bei uns noch einiges an Nachholbedarf.“

Betreut wird das Projekt „Stadtradeln“, das vom Klima-Bündnis initiiert wurde, im Eschweiler Rathaus von Olaf Venherm im Amt für Straßenraum und Verkehr, Zu erreichen ist er unter Telefon 71-440 oder per E-Mail unter eschweiler@stadtradeln.de. Ausführliche Infos zu der Aktion gibt es auch auf der Internetseite .

Mehr von Aachener Zeitung