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Eschweiler: Die Inde läuft bald Slalom

Eschweiler : Die Inde läuft bald Slalom

Am Montag beginnen zwischen Nothberg und Hücheln die Bauarbeiten, die der Inde ein neues Bett und Gesicht geben.

Aus dem gradlinigen, 1,9 Kilometer langen Kanal wird ein sich durch die Indeauen schlängelndes, „natürliches” Flussbett. Wehre verschwinden; die Uferzonen bieten Retentionsraum zum Schutz vor Hochwasser.

„Joint Approach For Managing Flooding” (Gemeinsames Vorgehen beim Hochwassermanagement) nennt sich die Kooperation des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) mit Wasserverbänden aus den Niederlanden und England. Ihre Projekte werden mit Mitteln der Europäischen Union gefördert. Im Fall Inde fließen auch Gelder des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bei einem Informationsabend der Weisweiler SPD zur Renaturierung der Inde kam es seitens der Weisweiler Bürger zu kritischen Fragen.

Arbeit bis Mitte 2005

Der derzeitige Flussverlauf, der in den 50er und 60er Jahren auf Grund der Not an Acker- und Wohnflächen begradigt worden war, könne zu Hochwasserproblemen führen, so SPD-Vorsitzender Gerd Tirok.

Durch die Umgestaltung werde der momentan 1900 Meter lange Flusslauf bis Mitte 2005 auf 2200 Meter verlängert und somit das Fließgefälle verringert. Der Schutzraum wird dadurch zusätzlich auf 110.000 Kubikmeter vergrößert, so dass sich der Flusslauf einerseits völlig selbstständig entwickeln könne und andererseits die Gefahr von Hochwasser gedämmt sei, so Tirok.

Driesch außer Gefahr

Die Weisweiler Bürger sehen den Maßnahmen mit gemischten Gefühlen entgegen. Für viele ist unsicher, ob der versprochene Hochwasserschutz auch für alle Gebiete an der Inde gelten wird. So stellte ein Bürger die Frage, ob das Gebiet „Auf dem Driesch” nicht noch gefährdeter für Hochwasser werde, wenn die Maßnahmen umgesetzt werden. Gerd Tirok verneinte dies: Durch die Vertiefung des Indebettes werde die Geschwindigkeit und Kraft des Indewassers verringert. Berechnungen hätten zudem gezeigt, dass in dieser Region kein Hochwasser zu befürchten sei.