Eschweiler: Die Feuerwehr hat Nachwuchssorgen

Eschweiler: Die Feuerwehr hat Nachwuchssorgen

„Der Nachwuchs ist Garant für eine gut funktionierende Feuerwehr!“. Mit diesen Worten eröffnete Marie-Luise Göldner, Stadtjugendfeuerwehrwartin, die 13. Mitgliederversammlung der Jugendfeuerwehr in der Feuerwache. Marie-Luise Göldner führte mit ihren Stellvertretern Michael Kartz und Hans-Theo Krieger, sowie dem Stadtbrandinspektor Harald Pütz durch die Veranstaltung.

Es begann wie üblich mit einem Rückblick auf das Jahr 2012. In diesem Jahr feierte die Jugendfeuerwehr ihr 40-jähriges Bestehen. An Fußballturnieren, Berufsfeuerwehrtagen, Umweltprojekten und sozialen Projekten nahm der Nachwuchs aktiv teil. Auch wurde die Abteilung der Jugendfeuerwehr Stadtmitte für ihr Engagement mit dem Preis „Jugend Plus 2012“ geehrt.

Ehrenamtlich verbrachten die Jugendfeuerwehrleute jeweils zwei Stunden im Monat im Seniorenzentrum und packten dort tatkräftig mit an. Stadtjugendfeuerwehrwartin Marie-Luise Göldner lobte die Jugendlichen: „Das macht mich richtig stolz.“

Für ihre feuerwehrtechnische Ausbildung und die allgemeine Jugendarbeit brachten die 84 Mitglieder im vorigen Jahr 11 036,5 Gesamtstunden auf. Hinzu kamen noch Veranstaltungstage, elf an der Zahl, an denen sie gemeinsam im Zeltlager oder bei anderen Fahrten ihre Freizeit verbrachten. Die Betreuer der sieben Jugendgruppen, sieben Jugendwarte und 27 Betreuer, leisteten neben ihrem aktiven Feuerwehrdienst zusätzlich 1294,5 Stunden für die Jugendfeuerwehr.

Schließlich blickte man erwartungsvoll in das Jahr 2013. Auf dem Programm stehen zum Beispiel das Stadtfest, das Stadtfußballturnier und die Jahreshauptversammlung, mehrere gemeinsame Übungen, der Kreisjugendfeuerwehrtag, sowie die Abnahme der Leistungsspange und die Abnahme der Flamme 2. Im September sollen dann 23 Feuerwehrleute aus der Jugend in den aktiven Dienst übernommen werden.

Auch der Kassenbericht und die Abnahme der Leistungsspange standen an diesem Abend auf dem Programm. Ab März werden die Jugendlichen auf die Leistungsspange, die zur Abnahme der Jugendflamme 3 erforderlich ist, vorbereitet.

Mit Sorgenfalten blicken die Verantwortlichen auf den Mitgliederstand. Während die Jugendfeuerwehr 2011 noch 87 Mitglieder hatte, waren es 2012 nur noch 84, davon 76 Jungen und lediglich acht Mädchen. „Bereits seit einigen Jahren hat die Jugendfeuerwehr mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen“, sagte Marie-Luise Göldner. Besonders die Anzahl der Mädchen nimmt stark ab. 2012 erreichten neun Jungen und ein Mädchen die Jugendflamme 1, 22 Jungen und kein Mädchen die Jugendflamme 2.

Dieser Trend zeichne sich jedoch in ganz Nordrhein-Westfalen ab. Ebenfalls ein Grund für Besorgnis: Laut Studien treten 50 Prozent, die nach der Jugend in die aktive Feuerwehr eintreten, wieder aus.

Hier helfe nur noch eins, nämlich Handeln. Auf Stadt- und Schulfesten soll für die Jugendfeuerwehr geworben werden. Auch werden derzeit Werbekampagnen an den Schulen für die Jugendfeuerwehr und den aktiven Dienst geplant, die in Kürze stattfinden sollen.

Kinderfeuerwehr

Sobald das Gesetz des Landtags verabschiedet ist, soll ebenfalls eine Kinderfeuerwehr angeboten werden, für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Ab dem zehnten Lebensjahr werden sie dann in die Jugendfeuerwehr übernommen, mit 18 in den aktiven Dienst.

Auch die gemeinsamen Übungen, die bereits in diesem Jahr stattfinden werden, sind Teil eines neuen Konzepts. Da innerhalb der einzelnen Gruppen oft keine Gruppenstärke von neun erfüllt ist und die „Großen“ meist keine Lust mehr haben, mit den „Kleinen“ zu üben, gibt es Überlegungen, eine altersstrukturierte und zentrale Ausbildung einzuführen.

„Es soll Spaß machen“

Nach der Devise „Stillstand heißt Rückgang“ sollen nun Veränderungen in Kraft treten, um neue Mitglieder für die Jugendfeuerwehr begeistern zu können. Ein großes Ziel: „Die Jugendfeuerwehr soll den Jugendlichen Spaß machen, denn den Ernst des Lebens werden sie noch früh genug erfahren. Jetzt steht jedoch der Spaß an erster Stelle, die Jugendlichen sollen sich auf die Übungen freuen können“, sagte Marie-Luise Göldner.

(jlm)
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