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Riesenkran am Kraftwerk: Die Bergung einer Reingasröhre während des Osterstillstands beginnt

Riesenkran am Kraftwerk : Die Bergung einer Reingasröhre während des Osterstillstands beginnt

Ein Riesenkran wird während des Osterstillstands von Block H Bauteile einer havarierten Reingasröhre über die Kühlturmkrone herausheben. Ein anderer Weg als über die Kühlturmkrone in 122 Metern Höhe ist praktisch nicht möglich.

Weder über die Kühlturmtasse am Fuß des hohlen Betonkörpers noch über die Zugangstür in rund zehn Metern Höhe können die sperrigen Bauteile nach draußen gebracht werden. Die Rohrstücke aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) haben einen Durchmesser von bis zu 7,20 Metern und sind rund sieben Tonnen schwer.

 Der Raupenkran steht bereits am Kühlturm und ist von der Autobahn Köln-Aachen aus gut sichtbar. Sein Hauptmast ist 102 Meter hoch. Davon gehen ein 76 Meter langer Wippausleger und ein 36 Meter langer Kranbaum ab. Damit wird eine Auslegerhöhe von 180 Metern erreicht. Hunderte Tonnen von Ballast sorgen für das nötige Gegengewicht, also die Stabilität. Es dauerte drei Tage, den Kran aufzubauen.

 Als Ersatz wird vor Ort mit einer mobilen Wickelmaschine eine neue Reingasröhre aus GFK hergestellt. Sie hat die Aufgabe, das sogenannte Reingas des Kraftwerksblocks in das Kühlturminnere zu leiten, wo es vom starken Luftzug und den Dampfschwaden mitgerissen wird. Der Kühlturm hat damit die frühere Funktion des Schornsteins übernommen, der durch die Rauchgasentschwefelung überflüssig gemacht, stillgelegt und teilweise abgebaut wurde.

 Der Einbau wird nötig, weil eine der beiden Reingasröhren durch einen Schaden abgerissen und in die Tiefe des Kühlturms gefallen war, wo sie teilweise zerbrach. Der Kraftwerksblock konnte indes bis zur Demontage weiterlaufen. Vor dem Einbau einer neuen Reingasröhre müssen nun die Bruchstücke mit dem Kran geborgen werden. Die Bergung findet über Ostern statt, weil der betroffene Kraftwerksblock H dann problemlos vom Netz genommen werden kann.

Über Ostern ist der allgemeine Strombedarf geringer als sonst. Die Wettervorhersagen lassen reichlich Sonnenschein und damit ein großes Angebot an Solarstrom erwarten, der gesetzlich Vorrang im Stromnetz hat. Der Einbau der neuen Reingasröhre findet in einigen Wochen statt.