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Macht Löcher hörbar: Die „akustische Wünschelrute“ hilft RWE bei der Suche nach Lecks

Macht Löcher hörbar : Die „akustische Wünschelrute“ hilft RWE bei der Suche nach Lecks

Leckagen in Rohren, an Schläuchen und Ventilen oder Kesselschäden sind nicht nur ärgerlich, sie stören die Betriebsabläufe und kosten Geld. Bislang wird entweder mit Kompressoren der Druck in den Leitungen aufrecht erhalten oder die Undichtigkeiten werden aufwändig gesucht. Das ändert sich jetzt: Mit Hilfe von 128 Schallmikrofonen ist das Auffinden von Fehlerstellen im Leitungslabyrinth deutlich einfacher und schneller möglich.

Die innovative Technologie, von einem Schweizer Start-Up entwickelt, kommt bereits in den RWE-Kraftwerken Neurath, Weisweiler und Niederaußem zum Einsatz.

Kernstück der Erfindung ist eine Platte, auf der nach einer speziellen Auslegung Mikrofone angebracht sind. Auf der Rückseite befindet sich ein Tablet. Mit diesem speziellen Akustik-Gerät macht sich der Jäger auf die Suche nach dem Leck. „Das ist wie mit der Wünschelrute“, beschreibt Jörg Schubert, Leiter der Abteilung Messwesen bei RWE Power. Die Mikrofone nehmen die Schallwellen der austretenden Betriebsstoffe wie Gas, Druckluft oder Dampf auf. „Jedes Gas hat seine eigene Frequenz, die vom Detektor herausgefiltert wird“, beschreibt Schubert. „Andere Geräusche wie Stimmen werden größtenteils herausgefiltert und nicht aufgezeichnet.“

Eine Software errechnet dann aus den gemessenen Schallwellen mit einem mathematischen Algorithmus den Schadensort und macht ihn auf dem Computerbildschirm sichtbar. „Diese Technologie funktioniert auch auf Entfernungen bis zu 15 Metern“, hat Schubert bei Rundgängen auf dem Kraftwerksgelände festgestellt. Dabei beweist die Neuentwicklung zugleich: Löcher sind auch hörbar.

Erfunden wurde die Ultraschall-Leckerkennung von Absolventen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Aufgrund der überzeugenden Testergebnisse hat Schubert mittlerweile drei Suchgeräte angeschafft. Über den Kraftwerksbereich hinaus sind weitere Einsatzmöglichkeiten an verschiedenen RWE-Standorten denkbar. „Durch das effizientere Aufspüren der Leckagen sparen wir Aufwand und letztendlich Kosten, so dass sich die Apparate nach einigen Monaten quasi selbst finanzieren“, ist der Mess-Experte überzeugt.