Eschweiler: Der Sommer, in dem Gerüste Mangelware sind

Eschweiler: Der Sommer, in dem Gerüste Mangelware sind

So ganz genau kann Rudi Bertram es nicht beziffern, weil vieles jahresübergreifend vonstatten geht. Aber „locker 25 Millionen Euro” werden es sein, schätzt der Bürgermeister, die Eschweiler in diesem Jahr in den Hoch- und Tiefbau investiert.

Gemeinsam mit dem Technischen Beigeordneten Hermann Gödde, Gebäudemanager Helmut Gühsgen und Stadtsprecher Stefan Kaever unternahm Bertram jetzt eine kleine Rundreise, um die wichtigsten Baustellen einmal selbst in Augenschein zu nehmen.

Erster Stop: die Sporthalle Patternhof. Deren 45 Jahre altes Dach muss dringend saniert werden. Rund 130.000 Euro kostet das die Stadt - Wärmedämmung und weitere Energiesparmaßnahmen eingeschlossen. Weitere 65.000 Euro kostet der neue „flächenelastische” Sportboden, der das 45-jährige Parkett ersetzt. Dass dabei auch Bodenhülsen erneuert werden müssen, war zunächst übersehen worden. Dennoch: Die zwei Wochen Verzögerung sollen keine besonderen Auswirkungen auf den Schulsport haben.

Deutlich mehr investiert die Stadt in die Sanierung und Erweiterung der Willi-Fährmann-Schule, nämlich rund 4,5 Millionen Euro. Die 50 Jahre alte Schule hatte eine Runderneuerung - von Unterrichtsräumen über eine von innen erreichbare Mensa bis hin zur Wärmepumpe - dringend nötig. Bauzeit: zwei Jahre. Rund 200 Schüler besuchen die Förderschule, darunter einige aus Langerwehe und Inden. Beide Kommunen beteiligen sich anteilmäßig an den Baukosten.

Nächster Stop: Die Sporthalle Jahnstraße mit ihrem geradezu gigantischen Gerüst. „Dass es konjunkturell aufwärts geht, merkt man schon daran, dass es zeitweise fast unmöglich war, noch irgendwo überhaupt ein Gerüst zu bekommen”, sagt Helmut Gühsgen. Und freut sich gleichzeitig, dass die immense Nachfrage sich für die Stadt nicht preistreibend ausgewirkt habe: „Wir haben früh genug geordert.”

In der Moltke- und Marienstraße nimmt das neue Äußere des Straßenraums langsam Gestalt an. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft soll alles fertig sein, verspricht Rudi Bertram. Die eine oder andere neue Laterne oder Abfalltonne ausgenommen. Auch der Elfte im Elften, so Bertram mit Blick auf die Eschweiler Karnevalsszene, soll problemlos über die Bühne gehen können. Sobald die Marienstraße - Kostenpunkt: 3,8 Millionen Euro - fertig ist, greift die Umgestaltung weiter um sich: in die Martin-Luther-Straße, die Rosenallee und die nördliche Grabenstraße.

Fortschritte macht auch das Seezentrum am Blausteinsee. Die absetzerartige Aussichtsplattform hat eine auch rollstuhlgeeignete Zuwegung bekommen, die beiden Flügelbauten stehen kurz vor der Fertigstellung. Im November will die Bonner Stiftung Rheinische Kulturpflege hier eine Außenstelle eröffnen. Die Stadt richtet ein Infocenter ein, die „Sailkids” des Segelvereins erhalten ein Domizil, und ein großer Tagungsraum im ersten Stock mit Balkon und Blick auf die Seebühne steht der Stadt z.B. für Ausschusssitzungen oder als Gästelounge bei besonderen Veranstaltungen zur Verfügung.

Ebenfalls in Arbeit: die Toilettenanlage mit Umkleiden und Duschen an der Liegewiese. In den nächsten Tagen wird das Betongebäude im Hang attraktiv mit Gabionen (sprich: steingefüllten Drahtkäfigen) verkleidet.