Eischwiele: Der Prinz in spe macht ein Riesentheater

Eischwiele: Der Prinz in spe macht ein Riesentheater

Wenn der Heiland, pardon „der Weiland“ als „Komiteekönig“ erscheint und die Seinen vor den Toren des Talbahnhofes zittern lässt, dann ist was? Ganz klar: Prinzenwahl.

Das war großes Theater am Montag, als das geschäftsführende Karnevalskomitee, die Präsidenten von sieben Karnevalsgesellschaften (Marc Engelhardt, von der Blaue Funken-Artillerie, Heinz-Michael Raby von der Ulk Oberröthgen, Tobias Wienands von der Narrenzunft Pumpe-Stich, Andreas Herf von der Nothberger Burgwache, Ewald Sparwasser von den Grünen Funken, Maik Pfeifer vom Garderegiment Weiß-Rot und Ralf Mager von den Löstije Eschweiler Afrikaner) und drei deftige Bürger (Stephan Theißen, Filialleiter der Sparkasse Dürwiß; Christoph Mertens, Zweigstellenleiter der Raiffeisen-Bank Dürwiß, und Hermann Gödde, Erster Beigeordneter der Stadt Eschweiler) sich im Talbahnhof versammelten, um den künftigen Narrenherrscher zu wählen.

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Und es war eine beeindruckende Vorstellung, die die beiden Fastelovendsjecke Patrick Nowicki und Michael Körfer, die in der kommenden Session die Indestadt rocken möchten, ihrem Gremium boten. Einfach herrlich. Denn wer kommt schon auf die Idee, seine Lebensgeschichte mit Puppen nachzuspielen und damit gestandene Mannskerle und Karnevalisten zu (Lach-)Tränen zu rühren? Und das machten die beiden Kaafsäck so gut, dass es seit Montagabend amtlich ist: Eschweilers künftige Tollität heißt Patrick, mit bürgerlichem Namen Nowicki.

Nachdem Bürgermeister Rudi Bertram die Wahlzettel ausgezählt und Komiteepräsident Norbert Weiland das Ergebnis verkündete, fielen sich Prinz Patrick in spe und der künftige Zeremonienmeister Michael Körfer in die Arme. Gemeinsam mit den drei deftigen Bürgern (oben Mitte) und viel Musik ging es zum Feiern nach Dürwiß.

Der Präsident der KG Narrengarde Dürwiß erhielt um Punkt 20.40 Uhr das einstimmige Ergebnis und konnte sein Glück kaum fassen. Da kullerten die Freudentränen gleich literweise. Nicht nur die künftige Tollität ließ ihren Emotionen freien Lauf, auch Zeremonienmeister in spe Michael Körfer, Dagmar (Nowicki) und Susanne (Körfer) samt Kinder fielen sich in die Arme und strahlten um die Wette. Alle 17 stimmberechtigten Mitglieder hatten dem künftigen Narrenherrscher ein Ja gegeben.

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So hatte die Prinzenwahl das erhoffte „Häppi End“ nach der tollen Theatervorstellung, bei dem die beiden Krieger auf närrischer Mission die Legende der Kaafsäck nacherzählten. Zwar ein wenig anders, aber durchaus glaubenswert. Und nun kann der designierte Prinz Patrick seine Mission leben, die da lautet: endlich mal fünf Federn am Kopf zu tragen. Als Kind habe er als Indianer nur eine Feder und als Präsident seiner Gesellschaft „nur“ drei Federn tragen dürfen. Michael Körfers (Zerm in spe) Mission ist es, einmal in seinem Leben das erste und das letzte Wort haben zu dürfen. Das sei bislang nicht einfach gewesen, weder zu Hause mit seinen beiden Schwestern, noch beim Fußball, wo der Schiri das letzte Wort habe.

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Eines haben sie ganz sicher gemeinsam — nämlich das Prinzenmotto: „Grenzenlos jeck und Freude satt — Fastelovend rockt die Stadt!“

Zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses stürmten nicht nur ungezählte Dürwisser den Saal, auch die Exprinzen und ehemaligen Zeremonienmeister waren mit großen Abordnungen erschienen, dem neuen Prinzengespann zu gratulieren. Zwei Männern, die in Sachen Fastelovend auf einen reichen Erfahrungsschatz verweisen können.

Der 47-jährige Patrick Nowicki hielt seine erste Büttenrede bereits im Kindergartenalter. Schon damals hieß es im Lohner Kindergarten „Versteckt das Mikro, da kommt Patrick!“. Schon als Jugendlicher war er Mitglied beim FKK (das ist nichts Versautes, sondern steht für Förderkreis Kinzweiler Karneval). Er moderierte den Sessionsauftakt, agierte als Büttenredner und war auch schon Kinderprinz (mit Prinzessin Amal).

Seit 1986 ist er Mitglied der KG Narrengarde Dürwiß; zunächst als Rekrut, er ist Mitgründer der 9. Korporalschaft, mimte den Gewehrtänzer und war später als Vortragender und als Mitglied des Elferrates aktiv. Seit 21 Jahren ist er Vorstandsmitglied seiner Garde, davon seit 15 Jahren der Präsident (der mit den drei Federn). Zuhause ist er allerdings nur der Vizepräsident. Denn da hat seine Ehefrau Dagmar (ein echtes kölsches Mädchen) meistens das Sagen.

Der dreifache Vater (Pascal, 17 Jahre, Magdalena, 9 Jahre, und Lilly, 8 Jahre) wohnt mit seiner Familie im Kurort Bad Dürwiß. Nach Vorschule in Dürwiß, Grundschule in Kinzweiler und dem erfolgreichen Besuch des Städtischen Gymnasiums, studierte Nowicki Germanistik und Politikwissenschaften bis 1997 an der RWTH Aachen. Nach einem zweijährigen Volontariat ist er Redakteur beim Zeitungsverlag Aachen, genauer gesagt bei der Eschweiler Zeitung und Eschweiler Nachrichten.

Seine Hobbys: Fußball, Musik und Frau Schmitz. Der Anhänger von Borussia Mönchengladbach kickte unter anderem bei Germania Dürwiß (spielte dort auch mit Michael Körfer zusammen). Seit seinem 15. Lebensjahr spielt und spielte er in verschiedenen Rockbands und wartet immer noch darauf, dass Metallica ein Schunkellied spielt. Frau Schmitz ist der Familienhund, der die wunderbare Angewohnheit hat, seine 65 Kilogramm maximal 100 Meter weit zu bewegen.

Michael Körfer, der künftige Zeremonienmeister, ist 43 Jahre alt, verheiratet mit Susanne und hat zwei Kinder: Leni (5) und Louisa (11). Auch er wohnt mit seiner Familie und Hund Lotus im Kurort Dürwiß. Auch dem künftigen Zeremonienmeister wurde der Karneval bereits in die Wiege gelegt. Schließlich ist Papa Josef Körfer ein bekannter Büttenredner der Narrengarde.

Michael stand der KG Narrengarde drei Jahre als Kinderpräsident vor und war Gardetänzer und Tänzer der gemischten Garde. Michael Körfer besuchte er die Grundschule Dürwiß, die Liebfrauenschule und später die Fachoberschule Mies van der Rohe in Aachen. Nach der Bundeswehrausbildung zum Industriemechaniker ist er beim RWE Kraftwerk Weisweiler beschäftigt. Als langjähriger Kicker beim FC Germania Dürwiß ist er auch heute noch Fußballfan, und zwar des 1. FC Köln. Aktiv unterstützt der Tischtennisspieler den DJK Siegfried Dürwiß.

Dem langen Abend im Talbahnhof folgte eine noch weitaus längere Nacht in der Dürwisser Festhalle. Mit einem Fackelzug durch den Ort hießen die Dürwisser „ihren“ künftigen Prinzen und seinen Zerm willkommen und machten gemeinsam die Nacht zum Tage.

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