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„Renn zur Million…wenn Du kannst!“: Der Kampf um eine halbe Million Euro

„Renn zur Million…wenn Du kannst!“ : Der Kampf um eine halbe Million Euro

Zwei Eschweiler Feuerwehrmänner sind am Dienstag im Fernsehen bei „Renn zur Million…wenn Du kannst!“ zu sehen.

Andreas Herf hatte nach dem kräftevernichtenden, bei niedrigen Temperaturen durch Matsch und Wasser führenden, 24 Kilometer langen Hindernislauf am Nürburgring weder Luft noch den Kopf für ein Gespräch mit dem Mitarbeiter eines Fernsehstudios. Vor einigen Monaten war das. Der wollte Herf fragen, ob er Interesse hat, in einer Show des Senders Prosieben mitzumachen, bei der man eine Million Euro gewinnen kann. Es ging um einen Hindernislauf, dafür sind Kraft, Wille und Ausdauer gefragt. Herf war der perfekte Kandidat. Der 34-Jährige gab dem Mann seine Handynummer – eine Woche später klingelte das Telefon.

Das Gespräch ging etwa eine Stunde, danach sagte der Eschweiler zu, sich noch mit einem Video zu bewerben. Und am Dienstagabend ist Andreas Herf ab 20.15 Uhr bei Prosieben in der Sendung „Renn zur Million…wenn Du kannst!“ zu sehen.

Schlauchturm hoch und runter

Um eine ganze Million geht es aber doch nicht, denn Herf hatte auch die Möglichkeit, den Wettkampf im Team zu bestreiten, deswegen halbiert sich das Preisgeld. „Mir kam direkt der Nico in den Sinn, und der hat dann auch zugesagt“, sagt Herf. Der Nico heißt mit Nachnamen Pönisch, ist 41 Jahre alt, und beide kennen sich, weil sie beide Feuerwehrmänner in Eschweiler sind. „Wir waren beide bei der Bundeswehr, da kannten wir uns aber noch nicht, und haben gemeinsam die Ausbildung bei der Feuerwehr gemacht“, erzählt Herf, der nun ins fünfte Jahr bei der Wehr geht. „Wir sind einfach aus dem gleichen Holz geschnitzt.“

Am Dienstagabend treten sie auf Zeit gegen einen Polizisten an, der aber mehr ist, als das: Der Gegner Lukas Storath ist Hyrox-Weltmeister. Die beiden Eschweiler werden also eine Taktik finden müssen, wie sie sich den Parcours einteilen. Nico Pönisch sprintet als Erster auf die Strecke, so viel ist sicher.

Live wird die Sendung nicht übertragen, der Drehtag ist schon eine Weile her, deswegen kann und darf Andreas Herf nicht zu viel verraten. Aber er berichtet zumindest, dass der Hindernislauf eine „gesunde Mischung“ aus vielen Elementen ist. Manche Hindernisse beanspruchen die Hände, andere den Oberkörper. Da der An- und Ablauf zu jedem Hindernis 400 Meter beträgt, sind die Athleten mehr als zwei Kilometer unterwegs. „Der Wechsel zwischen dem Lauf und dem Hindernis ist eine Herausforderung, weil man sich immer neu fokussieren und auf den Puls achten muss“, sagt Andreas Herf.

Die schlimmste der einzelnen Übungen war dann: das Balancieren auf einem Balken. „Wir sind keine Ballerinas, wir sind Feuerwehrmänner“, sagt der 34-Jährige und lacht. „Das war schon beim Casting eine Katastrophe.“

Zwar sind die beiden Freunde bei der Feuerwehr, gemeinsame Schichten hatten sie aber während der Vorbereitungszeit nicht, deswegen konnten sie sich nicht gemeinsam auf der Arbeit vorbereiten. „Ich bin dann alleine den Schlauchturm mit Gewichten hoch und runter gelaufen“, erzählt Herf. Zusammen sind die beiden aber ein paar Mal nach Feierabend nach Aachen in eine Kletterhalle gefahren, weil Klettern für die Show gefordert war, aber die beiden darin noch Defizite hatten. Im Wettkampf vor der Kamera haben die beiden am meisten von der „Grundfitness eines Feuerwehrmanns“ gezehrt.

Ein athletischer Feuerwehrmann: Andreas Herf aus Nothberg. Foto: ZVA/Carsten Rose

Herf kennt solche TV-Shows natürlich, aber mit dem Gedanken, einmal selbst an einer teilzunehmen, hatte er noch nie gespielt. „Ich bin eher der Typ, der mit der Tüte Chips auf der Couch liegt und zuschaut.“ Am Dienstagabend ist kein Rudelgucken geplant, das steht schon fest. Die beiden Freunde werden die Show mit ihren Frauen und den Töchtern schauen. Das Ergebnis kennen sie natürlich – ihre Freunde, die in Eschweiler und Umgebung zuschauen können, noch nicht. Herf und Pönisch würden auf jeden Fall noch einmal in so einer Sendung antreten, wenn sie gefragt würden...