Neues Hinweisschild: Das Lkw-Problem für Nothberg scheint gelöst

Neues Hinweisschild : Das Lkw-Problem für Nothberg scheint gelöst

Auf der Bundesstraße 264 nehmen Lkw Richtung Dalli-Lager oft den Weg nach links und landen im Herzen Nothbergs. Ein neues Hinweisschild soll das jetzt verhindern. Außerdem wird es ein Kompromiss für Radfahrer an der Wardener Straße geben.

Eine mögliche Lösung für das Lkw-Problem der Nothberger Bürger, allen voran entlang der Hauptstrecke Am Fresenberg/Cäcilienstraße, scheint gefunden. Die Stadt wird nach Erkenntnissen der Verkehrsexperten in naher Zukunft ein weiteres Schild an der B264 nahe der A4 aufstellen lassen, das ortsfremden Lkw-Fahrern den Weg über die Dürener- und Südstraße zu dem Dalli-Hochregallager zeigt. In vielen Fällen ist es seit langer Zeit so, dass die Fahrer den Weg außen herum entlang der B264 und dann durch Nothberg wählen. Das führt nach Aussagen mehrerer Anwohner, die sich mitunter auch an Stadt, Städteregion und Polizei gewandt haben, regelmäßig zu brenzligen Situationen im fließenden Verkehr – und zu Lärmbelästigungen.

„Die Beschwerden häufen sich mittlerweile“, betont auch Sascha Engels vom Eschweiler Ordnungsamt. Deswegen der Entschluss – unabhängig von der Firma Dalli, die ebenfalls ein Zusatzschild auf einem Feld platzieren will – den großen Hinweis an der Bundesstraße aufzustellen. „So etwas ist immer ein langer Prozess, wir wären also froh, wenn das Schild in den nächsten drei Monaten steht.“ Dieses muss nämlich noch produziert und geliefert werden. Dass das nicht immer so zeitnah geschieht, wie die Stadt sich das wünscht, hat ein Fall an der L223 gezeigt: Das Schild für die Kreuzung Aachener Straße/Merzbrücker Straße nach St. Jöris ist Ende Juli mit mehreren Monaten Verzug eingetroffen.

„Verbesserung für alle“

Auch in Sachen Radweg an der Wardener Straße zwischen Hehlrath und Kinzweiler gibt es Neuigkeiten: In beiden Fahrtrichtungen wird die Stadt nun sogenannte Radschutzstreifen markieren lassen, die in Summe nicht so breit sind wie ein Radweg. „Die Fahrbahnbreite für Lkw und Pkw reichte mit dem Radweg im Begegnungsverkehr nicht mehr aus, die Fahrzeuge mussten also immer auf die Gegenfahrbahn ausweichen“, erklärt Ordnungsamtleiter Michael Effenberg. „Die Lösung ist nicht komplett befriedigend, aber ein vernünftiges Angebot für Radfahrer und ein Kompromiss mit Verbesserungen für alle Beteiligten.“

Bislang war es so, dass den bisherigen Radweg in Fahrtrichtung Alsdorf auch Radfahrer verbotenerweise in Richtung Eschweiler genutzt haben. Hinzu kamen oft Fußgänger (auch mit Hunden). Mit den beiden Schutzstreifen sinkt das Risiko eines Unfalls insofern, dass sich die Radfahrer nicht mehr begegnen und im Extremfall auf die viel befahrene Pkw-Fahrspur ausweichen müssen. „Wir waren vor Ort und haben solche Situationen selbst beobachtet, deswegen gehen wir jetzt präventiv vor. Es muss ja nicht erst etwas passieren“, betont Effenberg. Frühestens Ende Oktober sollen die Arbeiten für die Ummarkierung beginnen und je nach Wetter zwei oder drei Tage dauern.

Ende Oktober werden die Markierungen für Radfahrer an der Wardener Straße geändert. Foto: ZVA/Carsten Rose

Freuen werden sich sicherlich die Anwohner mit Pkw entlang der Nickelstraße und am Rinkensplatz in Röhe: Die Stadt wird auf die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft reagieren und insgesamt zehn neue Parkplätze zuweisen. Noch im August hatte eine Ortsbegehung auf Wunsch der SPD stattgefunden. Denn obwohl die alten Parkplatzmarkierungen aufgefrischt worden waren, parkten Autofahrer dennoch in nicht dafür ausgewiesenen Bereichen. „Der jetzige Schritt ist den Leuten gegenüber nur fair, damit sie im Umfeld parken können“, betont Michael Effenberg. Der Stadt sei bewusst, dass die Altbebauung kaum Parkplätze vorgesehen hat und dass seinerzeit auch nicht von zwei Autos pro Haushalt ausgegangen worden ist. „Wir können und wollen also nicht mit der Keule gegen Falschparker vorgehen und haben die Möglichkeit nach mehr Parkraum ausgelotet“, sagt der Ordnungsamtleiter.

Nach einem Aufruf dieser Zeitung Anfang August, dass Bürger in ihren Augen gefährliche Verkehrsstellen melden sollen, kam mehrfach der Hinweis, es würde an vielen Orten „gerast“. Diese Meldungen gingen auch regelmäßig beim Ordnungsamt ein, bestätigt Sascha Engels. Deswegen arbeite die Stadt eine gesammelte Liste nach und nach ab – darauf stehen auch die Stellen, die viele Leser gemeldet haben.

Dort setzt die Stadt sogenannte Tempo-Info-Geräte ein, die das Verkehrsaufkommen und das Tempo der Pkw/Lkw/Motorräder misst, ohne dass Bußgelder ausgesprochen werden. Die Geräte kennt jeder: Es sind die Displays, die am Straßenrand ein fröhliches oder trauriges Gesicht zeigen, wenn Verkehrsteilnehmer sich ans vorgegebene Tempo halten oder nicht. Die Stadt hat zwei dieser Geräte, die quasi das ganze Jahr über im Einsatz sind. An jeder Stelle steht eins eine Woche möglichst außerhalb der Ferien, um repräsentative Daten zu erhalten. Die Städteregion Aachen misst ebenfalls regelmäßig – nur verdeckt. So wird noch deutlicher, ob gerast wird oder nicht.