Eschweiler: Das Freibad Dürwiß hat den ersten Test schon bestanden

Eschweiler : Das Freibad Dürwiß hat den ersten Test schon bestanden

Ruhig ziehen Hartmut Schwartz und Dr. Jürgen Kozel ihre Bahnen im Freibad. Vor der offiziellen Eröffnung am Montag steht der obligatorische „Wassertest“ der beiden passionierten Schwimmer an, die seit über 60 Jahren eng befreundet sind. Nach einigen Bahnen in Dürwiß geht der Daumen nach oben.

„Das Wasser ist angenehm, die Sicht ist gut“, lautet Kozels Urteil. In dem 26 Grad warmen Wasser lässt sich wunderbar kraulen. Mit einem Augenzwinkern schildert er, dass Mitschwimmer Schwartz für den Test des Chlorgehalts zuständig sei. Na ja, offiziell muss man die Werte natürlich im Technikraum unter dem Aufsichtsturm des Bäderteams kontrollieren, aber der erste Eindruck der beiden Wassersportler hat bei den Mitarbeiterinnen im Schwimmbad schon Gewicht: „Dies ist seit Jahren Tradition und bringt uns Glück“, sagt Ute Bodden vom Bäderteam. Abergläubisch ist man also auch ein bisschen.

Daumen nach oben: Hartmut Schwartz (links) und Dr. Jürgen Kozel „testeten“ gestern Morgen das Wasser im Schwimmerbecken, während an den Umkleiden die letzten Fenster geputzt werden. Foto: Patrick Nowicki

Wasser als Schutz

Bevor allerdings die beiden Herren ins Nass steigen konnten, war reichlich Arbeit angesagt. Vier Wochen dauert es, um das Freibad in Dürwiß aus dem Winterschlaf zu holen. Zunächst wird — das mag einige verwundern — das Wasser abgelassen. Als Schutz für die Folie bleibt es nämlich auch im Winter in den Becken, verändert allerdings seine Farbe, weil sämtliche Filter und Pumpen ausgeschaltet sind. Sind die Wände und Einlässe gereinigt, wird die Anlage wieder gefüllt. „Wir haben darin Trinkwasserqualität“, betont Ute Bodden. Viele Arbeiten werden vom Bäderteam selbst übernommen. Wo besondere Handwerker gefordert werden, müssen Fremdfirmen her. Die Grünanlagen bringen die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler auf Vordermann.

Die Vorbereitung vor der Saisoneröffnung im Freibad läuft routiniert ab. Nicht nur die Herren Kozel und Schwartz gehören fast zum Inventar, auch ein Entenpaar, das sich in den Sträuchern am Nichtschwimmerbecken niedergelassen hat. „Die kommen jedes Jahr hierher“, berichtet Ute Bodden. Die beiden Vögel haben sogar Namen bekommen: „Rudi“ und „Hedi“ — in Anlehnung an den Bürgermeister und seine Gattin. In diesem Jahr scheint sich sogar Entennachwuchs anzusagen. Vom Badebetrieb lassen sich die beiden gefiederten Dauerbesucher jedenfalls nicht stören. Während an den Becken fleißig geschrubbt wurde, saß das Entenweibchen friedlich im Nest.

Fröhlich geht es im Bäderteam zu, wozu natürlich auch der Sonnenschein an den letzten Vorbereitungstagen beiträgt. Sommerlich soll das Wochenende werden, aber die Freibad-Pforten bleiben dennoch geschlossen. „Die ersten Anrufe mit der Frage, wann wir denn endlich öffnen würden, haben wir schon kurz nach Ostern erhalten“, schildert Ute Bodden. Manch einer habe wohl vergessen, dass es kurz vorher noch geschneit habe. Bei Minusgraden muss das Wasser unbedingt in den Becken bleiben. Bei aller Vorfreude auf die neue Saison: Die Suche nach Badepersonal gestaltet sich zunehmend schwierig. Vor allem die Zahl der Aushilfen schwindet. Dabei sei die Bezahlung gut, sagt Bodden.

Aushilfen dringend gesucht

Aktuell besteht das Team aus 16 Festangestellten. In der Regel sind sechs Aufsichtspersonen in zwei Schichten erforderlich, um den Betrieb im Freibad Dürwiß zu beaufsichtigen. Klettern jedoch die Temperaturen und steigen die Besucherzahlen, dann ist mehr Personal am Beckenrand erforderlich. Bis zu acht Personen — pro Schicht. Mit dem bestehenden Team ist dies nicht zu bewerkstelligen. Deswegen werden jedes Jahr Aushilfen angestellt. Als Voraussetzung müssen diese einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben und das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber vorweisen können. Vor allem Schüler und Studenten nutzten früher häufiger diese Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern. „Aber die Nachfrage sinkt“, meint Ute Bodden. Aktuell sind fünf Personen zur Verstärkung zum Bäderteam gestoßen. Mindestens sechs werden jedoch benötigt. Wer Interesse hat, sollte sich deswegen kurzfristig unter Telefon 02403/ 505430 oder -32 melden.

Nicht nur Hartmut Schwartz und Dr. Jürgen Kozel konnten es kaum erwarten, dass die Freibadsaison startet und die ersten Bahnen unter freiem Himmel gezogen werden können. Auch Mitglieder vom Bäderteam haben schon einen Sprung ins warme Wasser gewagt. „Selbst bei Regen ist es dann ein angenehmes Gefühl, im Becken zu schwimmen“, gesteht Ute Bodden. Ab Montag hat jeder dazu Gelegenheit.