Eschweiler: Das Ende einer Ära: Abschied von Karl-August „Äu“ Lersch

Eschweiler : Das Ende einer Ära: Abschied von Karl-August „Äu“ Lersch

Wohl noch nie war die Kirche so voll, der Friedhof so voller Menschen wie am Mittwoch: Halb Eschweiler war gekommen, einem Mann die letzte Ehre zu erweisen, der jahrzehntelang das Leben in Eschweiler mitgeprägt hat: Karl-August „Äu“ Lersch.

Mehr als 800 Indestädter, so schätzten Besucher den Andrang, jung und alt, versammelten sich in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, und deutlich mehr noch kamen zum Friedhof an der Dürener Straße, um von Äu Abschied zu nehmen. Von einem Original und vielseitig engagierten, großherzigen Mann, mit dessen Tod eine Ära nicht nur in der Eschweiler Gastronomieszene zu Ende gegangen ist. Am Montag vergangener Woche war Lersch, an Krebs erkrankt, 77-jährig friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen.

Pfarrer Christoph Graaff erinnerte bei der Trauerfeier an den Mann, in dessen Lebensmittelpunkt drei K gestanden hätten. K wie Kneipe: Äu war der Inbegriff eines Altstadtwirtes, der seine Berufung zum Beruf gemacht hatte und ein offenes Ohr für alle hatte. K wie Karneval — Äu war Mitglied in vielen Karnevalsgesellschaften und Mitbegründer der Jupp-Carduck-Gesellschaft, die ihm ebenso wie die Scharwache mit „Bibis“ und Fahnen die Ehre erwies.

Und K wie Kanu: Kanufahren und der Kanuclub, dessen Ehrenvorsitzender er war, waren jahrzehntelang sein Gegenpol zum stressigen Alltag. Graaff, der im Evangelium das Beispiel vom guten Hirten gewählt hatte, münzte dies in seiner Ansprache auf Äu um: „Ich bin der gute Wirt — und ich kenne die Meinen — und die Meinen kennen mich.“

Hoffnungsvolle Klänge begleiteten den Verstorbenen und die riesige Trauergemeinde auf dem Friedhof. Klänge der Höhner, einer Band, die ebenso im Karneval zu Hause ist, wie Äu es war: „Wir werden uns wiedersehen. Das steht für mich fest.“

(rpm)