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Blues und Rock: Dani Wilde-Band sorgt für ein proppenvolles Rio

Blues und Rock : Dani Wilde-Band sorgt für ein proppenvolles Rio

Überdurchschnittlich hoher Andrang herrschte beim „Blues meets Rock“-Konzert im Rio in der Schnellengasse. Es mag daran gelegen haben, dass zunächst mal für das ausgefallene Konzert von „Kozmic Blue“ eine gute halbe Stunde Bonus-Vorprogramm mit Maggie Mackenthun und ihren beiden Mitstreitern ins Programm aufgenommen wurde.

Die mit ihrem herrlichen Brightoner Akzent unüberhörbar aus England stammende Dani Wilde ist gemäß den Musikfachmagazinen ein „modernes britisches Blues Phänomen“. Ohne ihre Zwölf-Zentimeter-Plateauschuhe wäre die gutaussehende junge Frau in den hinteren Reihen des Publikums nur sehr schwer auszumachen. Was ihr aber an Körpergröße mangelt, das macht sie mit ihrer Stimme wett.

Schon nach wenigen Takten ihres Einführungs-Sets zur akustischen Gitarre war klar: Diese Sängerin bietet mal einen willkommenen Kontrast zum raueren Blues-Fahrwasser der meisten Power-Bands, die oft im Rio auftreten. Mit einer anrührigen Ballade über ihren Großvater schwingt sie sich spielend in ganz hohe Register mit einer großartigen Stimme.

Wilde mischte in ihrem Programm ihre eigenen Qualitäten als Songwriterin mit nicht mehr ganz so bekannten Evergreens wie „Hound Dog“ von Elvis oder „I’d rather go blind“, das in den Sechzigern von Etta James das erste Mal aufgenommen wurde. Das klang alles sehr gefällig, ungezwungen und nur im Trio mit Bass und Schlagzeug jederzeit kompakt.

Eine prima Figur machte zudem die zweite Frau auf der Bühne: Bassistin Victoria Smith ist eine der viel zu seltenen Damen an diesem Musikinstrument, die zudem keine überbordende Virtuosität demonstrierte wie viele ihrer männlichen Pendants am Bass, sondern ein fundamental gutes Groove-Gefühl. Die zweite Halbzeit des Konzertes bestritt Dani Wilde an der E-Gitarre und zeigte auch darauf hohe Spielfreude.

Dani Wilde entwickelt sich immer mehr zum gefragten Blues- und Pop-Act. Schon im September erhielt sie bei den British Blues Awards die Auszeichnung als „Beste Sängerin“. Der Hit „R U Sweet On Me“ aus der eigenen Feder schaffte es sogar als Song in die US-Fernsehserie „Aquarius“. Gitarrenlegende Gary Moore jedenfalls war komplett von ihr begeistert und bot ihr kurz vor seinem Tode 2011 noch an, etwas gemeinsam mit ihr zu produzieren. Das, so erzählte Dani Wilde am Dienstag etwas traurig, sei dann leider nicht mehr zustandegekommen.

Berühmte Namen hin – Popularität her, das Publikum im Rio fand den Abstecher der Dani Wilde Band nach Eschweiler zu Beginn ihrer kleinen Europatournee jedenfalls klasse.

(psi)