Damensitzung Dürwiß: „Schröteler im Ruhestand, Cocktail in der Hand“

Damennachmittag der Narrengarde : „Schröteler im Ruhestand, Cocktail in der Hand“

Kurz vor der 40 und trotzdem putzmunter. Der Damennachmittag in Dürwiß ist seit jeher Magnet für zahlreiche jecke Wiever, die ein paar unvergessliche närrische Stunden erleben wollen.

So auch bei der 38. Auflage, bei der das Team um neue Damenpräsidentin Anne Schröteler Altbewährtes und Erstmaliges präsentiert.

In den vergangenen Tagen ist die Festhalle Dürwiß zum heißen Anlaufpunkt geworden, zumindest aus karnevalistischer Perspektive. Nach zwei großen Sitzungen, war selbst am Sonntagnachmittag noch mächtig was los. Rund 800 Mädcher wollten feiern und das in gewohnter Manier.

„Sei ganz du selbst“

Ein Selbstläufer ist es jedoch nicht, wie die Neue an Bord gestand. Anne Schröteler übernahm das Zepter von ihrer Mutter Charlotte Schröteler, der der diesjährige Damenorden der Narrengarde gewidmet ist – „Schröteler im Ruhestand, Cocktail in der Hand“ lautete das darauf witzelnde Motto. Nachdem bereits vor dem eigentlichen Beginn um 15 Uhr die Jugend der Kaafsäck zum musikalischen Warm-Up in die Trompeten blies, stellte die neue Schröteler ihr Team vor und brach die Lanze für sich selbst, denn bereits im Vorhinein riet man für ihr Moderations-Debüt: „Sei ganz du selbst.“

Anschließend führte der Regimentsspielmannszug Teile der Narrengarde samt Blasmusikverstärkung auf die Bühne. Das in dieser Session frisch antretende Dürwißer Tanzpaar Teresa Getz und Phillip Martinett präsentierte sich in Form. Die Marie, jung und federleicht, vertrat mit ihrem Offizier, der mithielt und ebenfalls den Radschlag schlug, die blau-gelben Farben als Stolz der Gesellschaft.

Zu Beginn der Sitzung umjubelt: das Tanzpaar der Narrengarde Dürwiß, Teresa Getz und Phillip Martinett. Foto: Manuel Hauck

Weit gereist waren die Damen vor der Sitzung, um einen Programmpunkt zu erleben, den sie dann engagierten. „Dräcksäck“ waren fünf Jungs von der Schääl Sick, die mit Hätz rockig-spritzige Töne anschlugen. Während die Kölner zum ersten Mal den Damennachmittag beglückten, kam der anschließende Büttenredner als Stammgast. Seine Reimerei ist berüchtigt und so fiel es den Damen nicht schwer, die Sätze von Alfred Wings als „Der Lange“ zu komplettieren und trotzdem noch lauthals zu lachen.

Dass die Narrengarde bei ihrem eigenen Damennachmittag stark vertreten ist, wunderte kaum eine, die Jugendtanzgruppe zeigte einen Gardetanz ganz klassisch und ebenso die Kaafsäck hatten es nicht weit, um musikalisch von den Stühlen zu reißen. Mit ihrem neuen Programm unter der Leitung von Dieter Kaltenbach und mit den Sängern Susi und René zeigten sie eine halbstündige Bühnenshow, bei der es auch an munteren Kulissen und Statisten nicht fehlte.

Die Lady Bugs hatten sich in neuer Konstellation formiert, um als generationsübergreifende Tanzgruppe zu unterhalten. Ein Tanz im Wilden Westen wagten sie, denn sie „wollten nur Cowboys in Lederhosen“. Darauf folgten die Rainbow Dancers, die ursprünglich als Kraft aus dem Damennachmittag heraus entstanden sind. Vom Schützenfest über den Ballermann und das Oktoberfest bis zum Karneval – mehrmals zogen sie sich aus, ehe am Ende des Showtanzes regenbogenfarbene Outfits zu Tage traten.

Dass Frau Kühne, mit Vornamen Ingrid, die Lachmuskeln intensiv strapaziert ist kaum mehr ein Insider-Tipp. Die Niederrheinerin entführte in ihre Sorgen und Nöte und traf genau den richtigen Nerv bei den jecken Damen. Die Stimmung wollte nicht an Schwung verlieren, erst recht nicht, als das folgende Gespann den Saal für sich einnahm.

Prinz Paulo I. und Zerm Pedro kamen nicht nur mit unzähligen Rosen, stark umjubelt war vor allem der Auftritt der Bit-Boys, eine Zugabe sollte folgen, ehe ein ernstes Thema angesprochen wurde. Die närrische Hoheit schlug aufgrund der Umstrukturierungen im Damenkomitee vor, Melle, die Frau seines Zeremonienmeisters, mit einzubinden. Ob es zur vertraglichen Übereinkunft auf dem Bierdeckel kam, ist ungewiss.

Einer, der immer dabei war

Fast noch mehr umjubelt war schließlich der Auftritt der Tanzmariechen der Narrengarde. Stief Bajaasch war auch dieses Mal unverzichtbar, sie ließen die Puppen tanzen, nicht nur Barbie und Ken, sondern auch noch eine Frau mit dem Namen Grün. Da ließ sich auch der Präsident nicht lumpen, um auf diese Art und Weise seiner weiblichen Mitstreiterin Schröteler gute Wünsche mit auf dem Weg zu geben.

Die Sitzungskapelle in Person von Alleinunterhalter Peter-Heinz Arnolds, der bei der nunmehr 38. Auflage von Anbeginn in allen Jahren dabei war, hatte anschließend so gut wie Feierabend, denn mit Druckluft war Musik angesagt. Moderner Brass-Sound erklang, verstärkt durch die Teufelsgeigerin und der Röhrentrommel gab es zum Finale eine Show, selbsterklärt mit 111% Stimmung. Und welche Dame noch nicht genug hatte, konnte bei der After-Show-Party im Foyer der Festhalle weiterfeiern.

(mah)