Eschweiler: Da ist das Komitee fast zu Tränen gerührt

Eschweiler: Da ist das Komitee fast zu Tränen gerührt

Wenn sich erfahrene Redner und junge Nachwuchstalente eine Bühne teilen, dann sind dafür die Eischwiele Mullejaane verantwortlich. Am Sonntag luden die Eschweiler Redner in der Haus Flatten-Kern.

Dort präsentierten sie den vielen Gästen nicht nur ein tolles Programm, sondern verliehen auch ihren Orden. Dieser ging in diesem Jahr an das Karnevals-Komitee der Stadt Eschweiler um seinen Präsidenten Norbert Weiland. Nicht nur viele Vertreter der verschiedenen Karnevalsgesellschaften aus der Indestadt, sondern auch Ex-Prinz Christian Leuchter und einige ehemalige Ordensträger waren an diesem Vormittag anwesend.

Er tritt im kommenden Jahr vor ganz großem Publikum auf: Nachwuchstalent Manuel Wilkens.

Wilkens reißt alle vom Hocker

Voller Stolz und Freude nahmen Walter Münchow, Norbert Weiland, Dieter Wolf, Manfred Wienands und Christian Wolny (von links) den Orden der Eischwiele Mullejaane am Sonntag in der Delio-Arena entgegen.

„Wir haben für euch wieder ein wunderbares Programm vorbereitet“, sagte Michael Henkel, der gemeinsam mit Dorothee Schmitz durch die Veranstaltung führte.

Nach der Tanzeinlage der Formation „Böse Mädchen“, der Tanzgruppe der Bösen Buben, betraten Leni Dohmen und Beate Kück die Bühne. Als „Agathe und Marie“ nahmen die beiden Frauen kein Blatt vor den Mund und unterhielten sich über ihre Ehemänner und das Styling.

Regina Esser sorgte anschließend für „Musik vom Feinsten“, wie Henkel meinte. Sie stimmte Lieder wie „Schenk mir dein Herz“ oder „Pirate“ an und begleitete sich selbst auf der Gitarre. Das Publikum in der Delio-Arena unterstützte die Nachwuchskünstlerin bei ihrem ersten Auftritt, indem es fleißig mitklatschte und sang. Genauso wie Dohmen und Kück, ist auch Manuel Wilkens ein Redner aus der Büttenrednerschule. Diese wird von Michael Henkel und Achim Schall, der regelmäßig aus Köln anreist um die Schüler zu unterstützen, geleitet.

Wilkens, dessen Vortragsart von Henkel als „modern“ beschrieben wurde, kam als „Ne schöne Fiffi“ auf die Bühne und lockte beim Publikum bereits nach wenigen Minuten Lachtränen hervor. In seiner Rede beschrieb das Nachwuchstalent seinen Freund Klaus, der bereits viele verschiedene Jobs hatte. Er hat bereits Schaukelpferde eingeritten, war Jockey beim Windhundrennen und ist aus Protest nach Indien geflogen, um dort Rosen zu verkaufen. Selbst die Tuschkapelle, die aus erfahrenen Rednern wie Guido Streusser und Alfred Wings sowie aus Marc Bovelett und Walter Dohmen bestand, konnte vor lauter Lachen kaum einen Tusch erzeugen.

Das Publikum belohnte die Leistung des Redners mit standing ovations und der Tag sollte noch eine weitere Überraschung für ihn parat halten, doch dazu später mehr. Eindrucksvoll war auch der Tanz der Jugendshowtanzgruppe der KKG Ulk Kelmis. In Neonfarben, mit Stirnbändern und toupierten Haaren wirbelten die Tänzer zur Musik der 80er-Jahre über die Bühne.

Nach dem Zwiegespräch von Dorothee Schmitz und Sigrid Hendryk, die als Marie und Schäng das Publikum so richtig zum Lachen brachten, wurde es Zeit für eine kleine Stärkung.

Gemeinschaftssinn

Dann stand der wichtigste Programmpunkt an, zu dem sich alle Mullejaane auf der Bühne versammelten. Alfred Wings erklärte in seiner Laudatio, warum man sich für das Karnevals-Komitee entschieden hatte und rührte mit seinen Worten sowohl Ordensträger als auch das Publikum. Nicht nur der Gemeinschaftssinn, den das Karnevals-Komitee vorlebe, habe sich auch auf die Mullejaane übertragen. Das Komitee unterstütze die Eschweiler Redner regelmäßig, indem es talentierte Nachwuchskünstler auf der Prinzenproklamation auftreten lasse. „Wenn wir von Heimat sprechen, ist das auch ein Verdienst des Karnevals-Komitees“, meinte Wings und fügte hinzu: „Wir Mullejaane sagen Dankeschön und verneigen uns vor dem Karnevals-Komitee.“ Stellvertretend für alle Mitglieder nahm Komitee-Präsident Weiland den Orden entgegen. „Ob wir die Auszeichnung verdient haben, weiß ich nicht. Wir machen das aus Freude und die Freude, die wir jedes Jahr von tausenden Menschen entgegengebracht kriegen, ist uns Freude genug.“

Auch im kommenden Jahr will das Komitee seinem Vorsatz treu bleiben und einen Nachwuchsredner auf der Proklamation auftreten lassen. Die Wahl der Mitglieder fiel auf Manuel Wilkens. Auch Achim Schall wurde von Henkel für sein großes Engagement mit dem Mullejaan-Orden ausgezeichnet.

(se)
Mehr von Aachener Zeitung