Eschweiler: Claassen und Wahl: „Männer am Klavier“

Eschweiler: Claassen und Wahl: „Männer am Klavier“

Was kommt eigentlich dabei raus, wenn ein Düsseldorfer und ein Kölner ein gemeinsames Bühnenprogramm auf die Beine stellen? Erstaunlicherweise ein brillianter Abend voller Witz, Harmonie und musikalischen Highlights. Davon durften sich auch die Indestädter im Eschweiler Talbahnhof überzeugen:

Dort traten der Düsseldorfer Jens Heinrich Claassen und der Kölner William Wahl mit ihrem Programm „Männer am Klavier“ auf. Zum Klavier kamen die beiden übrigens schon im Jugendalter —nicht aber wegen der Liebe zur Musik, sondern weil sie glaubten als Pianisten „eine biologische Nische für sexuell Benachteiligte“ gefunden zu haben.

Wie sie in ihrem Einstiegssong erklärten, funktionierte es anfangs noch ganz hevorragend, die Mädchen mit ihren Klavierkünsten zu verzaubern. So genügte es zu Beginn noch, einem Mädchen den Flohwalzer vorzuspielen, um den ein oder anderen Kuss abzustauben.

Mit dem Wechsel auf das Gymnasium endete dann aber leider die Erfolgswelle bei den Frauen — plötzlich waren nur noch die Jungs cool, die Gitarre spielen konnten. Wahl und Claassen blieben schlicht und einfach „Die Männer am Klavier“.

Natürlich zog sich das leidige Thema mit dem anderen Geschlecht über den ganzen Abend. Die witzigste Anekdote erzählte Claassen: Er traf sich mal mit einer Mathematikstudentin, die von der Zahl Pi besessen war. Alleine um in ihre Wohung zu gelangen sollte Claassen die Zahl Pi bis auf 38 Nachkommastellen auswendig lernen.

Je näher er ihr kommen wollte, desto mehr Nachkommastellen musste er auswendig lernen. Das Publikum staunte nicht schlecht, als Classsen die Zahl Pi bis auf die 115. Nachkommastelle fehlerfrei in Form eines Songs zum Besten gab.

Zuvor hatte er einer Dame aus dem Publikum ein Blatt mit den Nachkommastellen in die Hand gedrückt, die die Zahlenreihenfolge kontrollierte. Der Aufforderung Claassens, mit in den Song einzustimmen, kam das Publikum zwar vorerst nach — verstummte nach der vierten Nachkommastelle jedoch wieder ganz schnell.

Wahl gab schließlich am Klavier eine Ballade mit Jungennamen zum Besten. Immerhin käme sein Geschlecht in der Musikwelt immer viel zu kurz. Für etliche Lacher sorgte auch das improvisierte Lied, welches Claassen aus vier Begriffen, die ihm das Publikum nennen durfte, dichtete.

Natürlich verging der Abend nicht ohne den ein oder anderen musikalischen Schlagabtausch zwischen Claassen und Wahl — durch und durch harmonisch kann es zwischen einem Kölner und einem Düsseldorfer ja auch gar nicht zugehen.

(af)