Circus Lollipop gastiert in Eschweiler

Ferienmaßnahme : Junge Eschweiler Stars in der Manege

„So, in circa 16 Stunden sind wir fertig!“ Henry Brumbach schaffte es bei diesen Worten, für den Bruchteil einer Sekunde ernst zu bleiben. Mit einem Lachen zerstreute er nur Augenblicke später die Zweifel, die eventuell dann doch einer der fleißigen Helfer gehabt haben mag.

16 Stunden dauerte es an diesem Sonntagmittag nun wirklich nicht, bis das Zelt des Circus Lollipop aufgebaut war, der noch bis Freitag in Eschweiler-Ost in unmittelbarer Nähe zur Bürgerbegegnungsstätte gastiert. Nach rund drei Stunden war die gröbste Arbeit erledigt. Die Ferienmaßnahme, die im zweiten Jahr in Folge in Eschweiler stattfindet, kann also kommen.

Die letzte Hürde

Eine letzte kleine Hürde muss am Montagmorgen noch genommen werden, wenn das Zelt offiziell abgenommen wird, erklärt Patrick Brumbach, der den Circus Lollipop leitet. Bereits im Vorjahr gastierte der Circus in der Indestadt, damals auf dem Gelände des alten Indestadions. Und wenn es nach den Verantwortlichen geht, dann wird dieses Projekt fest in den Eschweiler Veranstaltungskalender aufgenommen, erklärte Jugendamtsleiter Jürgen Termath, der am Sonntag auch kräftig mit anpackte.

Viele Helfer packten am Sonntagmittag beim Aufbau des Zeltes mit an. Foto: ZVA/Tobias Röber

Rund 30 Helfer hatten sich gegen 11 Uhr versammelt, um das Circuszelt mit vereinten Kräften aufzustellen. Unter ihnen auch eine 15-köpfige Abordnung der Biker für soziales Engagement. Deren Präsident Andreas Nickel verriet die Motivation, warum seine Truppe ehrenamtlich mit anpackte: „Das ist einfach eine geile Sache.“

Professionelle Trainer

Die „geile Sache“ funktioniert wie folgt: 90 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und 14 Jahren werden in den kommenden Tagen von professionellen Trainern des Circus’ Lollipop (zehn sind mit nach Eschweiler gereist) in die Geheimnisse ihrer Arbeit eingewiesen. Am kommenden Freitag stehen die Kinder dann selbst auf der Bühne und zeigen, was sie in der Zeit gelernt haben. Diese Ferienmaßnahme, die vom Jugendamt in Kooperation mit dem Netzwerk „Flügelschlag – Starke Kinder an der Inde“ angeboten wird, kostet die teilnehmenden Kinder zehn Euro. Gedacht ist das Projekt eben für die Kinder, deren Familien keine großen finanziellen Sprünge machen können. Dafür hat die Stadt 10.000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Auch Andreas Nickel, Präsident der Biker für soziales Engagement, und Jugendamtsleiter Jürgen Termath (v.r.) packen mit an. Foto: ZVA/Tobias Röber

Exakt diese Summe kostet der Circus auch. Nur mit diesem Betrag alleine ist es natürlich noch nicht getan. Verpflegung etc. muss ebenfalls gewährleistet sein. Und so sind die Verantwortlichen dankbar, dass Spender helfen, etwa der Lions-Club, der beispielsweise am Donnerstag das Mittagessen ausgibt. Auch die Bürgerbegegnungsstätte kann für das Projekt mietfrei mit einbezogen werden, schließlich braucht es für die Ferienmaßnahme auch Toiletten etc.

Die Biker für soziales Engagement greifen zudem ein weiteres Mal unter die Arme. Wie Andreas Nickel verrät, kauft der Club Karten für die Abschlussveranstaltung am Freitag, die dann wiederum an Kinder verschenkt werden können.

Patrick Brumbach ist mit seinem Team bis Freitag in Eschweiler. Foto: ZVA/Tobias Röber

Routinierte Anweisungen

Der Aufbau am Sonntagmittag ging zügig voran. Patrick Brumbach, Sohn Henry und die weiteren Lollipop-Artisten gaben stets routinierte Anweisungen. Kein Wunder, baut der Circus sein Zelt jedes Jahr etwa 70 Mal auf und wieder ab. Die Helfer packten kräftig an, so dass schon nach rund 90 Minuten das Zelt stand und es an den „Innenausbau“ gehen konnte. Patrick Brumbach ist übrigens Messerwerfer und hat nach eigenen Angaben schon einige Weltrekorde aufgestellt.

Die Stimmung unter den Helfern war prächtig, Komplikationen gab es keine. Auch, weil Henry Brumbach, der Sohn von Patrick Brumbach, noch ein weiteres kleines Ass im Ärmel hatte. Neben der üblichen Verpflegung, hatte der Junior des Circuschefs einen motivierenden Musikmix zusammengestellt. AC/DC & Co. – dabei ließen sich die Zeltteile ein bisschen leichter schleppen.

Die 90 Jungen und Mädchen werden es den viele Helfern danken...

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