Mariawald: Chronik bietet Einblick in Abtei Mariawald

Mariawald: Chronik bietet Einblick in Abtei Mariawald

Das hat es seit Jahren nicht mehr gegeben: Daten, Fakten und Bilder zur Geschichte des Klosters Mariawald, übersichtlich und gut geordnet zu einem Buch zusammengestellt — das gibt es jetzt zum Preis von 24,95 Euro im Buchladen der einzigen deutschen Trappistenabtei.

Veröffentlicht hat es diesen reich bebilderten, 258 Seiten starken Band im Selbstverlag der Verein und Förderer des Hauses auf dem Kermeter oberhalb von Heimbach.

Zwei Gemündern ist das Entstehen des Buches zu verdanken: Norbert Stoffers, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, hat unendlich viel Vorarbeit bei der Bildrecherche und beim Abfassen der Texte geleistet.

Wilhelm Scheuvens, wie Stoffers in Gemünd zu Hause, hat ihn also Vorsitzender dabei unterstützt — und mindestens ebenso Abt Josef Vollberg, der Obere des Klosters, dessen Gaststätte alljährlich von Wanderern und anderen Touristen schon wegen der Erbsensuppe aufgesucht wird.

Alte Chroniken ausgewertet

Für die Vor- und Frühzeit des mönchischen Lebens ab November 1480 bis in die Neuzeit hinein, nutzten die Herausgeben weiteren Quelle, zum Beispiel die Chronik des 1936 gestorbenen Mariawalder Mönches Cyrillus Goerke, eine weitere Chronik von 1961, Auszüge aus Erich Kocks parallel zum gleichnamigen Film erschienenem Werk „Wege ins Schweigen“ und andere Schriften.

Für den Abgleich mit der Gegenwart der Jetztzeit sorgen Beiträge des Fördervereinsvorsitzenden Wilhelm Scheuvens.

Dass es verschiedene Texte verbindet und somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht, ist aber nur ein Verdienst dieses Buches und seiner Macher. Dieser Band will nicht nur auf der Suche nach Tatsachen gelesen sein — er bietet mit sehr vielen, teils farbig wiedergegebenen Fotos einen Augenschmaus. Viel Mühe kostete die Verfasser zum Beispiel die Klärung der Bildrechte an den Fotos der ehemaligen Glasfenster des Kreuzgangs.

Auch andere Kunstgegenstände, die nach der Schließung des ersten (Zisterzienser-)Klosters anno 1802 in der Region und — im Falle der Fenster — weit darüber hinaus verstreut wurden, werden auf den sorgsam gebundenen Seiten in großer Fülle ausgebreitet.

Aber nicht nur kunsthistorisch interessierte Leser haben etwas von der Neuerscheinung. Menschen, denen Mariawald schon lange am Herzen liegt oder vertraut ist, profitieren ebenso von dieser Publikation wie Menschen, deren Interesse in erster Linie der Geschichte gilt.

Dass Papst Benedikt XVI. als Joseph Kardinal Ratzinger am 15. September 1991 einen Mariawalder Mönch zum Priester geweiht hat, wird ebenso noch einmal lebendig wie die Priesterweihe des heutigen Abtes Josef Vollberg am 29. Juni 2006. Und wer noch einmal einem der Mönche begegnen will, der heute nicht mehr da ist - die Wahrscheinlichkeit, dass er auf einer Seite dem Leser begegnet, ist groß.

Verzwickte Vorgeschichte

Mit der Publikation endet außerdem die recht verzwickte Vorgeschichte, deren Irrungen und Wirrungen das Erscheinen (das eigentlich zur 500-Jahr-Feier der Kirchweihe im Jahre 2011 vorgesehen war) immer wieder verzögert hatte. Das verschwiegene Mariawald öffnet mit diesem Buch ein Fenster zur Außenwelt — und hütet sich dabei doch durch seine sachliche Art vor jeder Geschwätzigkeit.

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