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Eschweiler: CDA-Chef wirft SPD „Verrat” vor

Eschweiler : CDA-Chef wirft SPD „Verrat” vor

Als die soziale Badehose der CDU, zu klein und unwichtig, um den tatsächlichen Korpus der Union verhüllen zu können, wurde die CDA, die Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft, nicht selten von der politischen Konkurrenz belächelt.

Schenkt man ihrem Bundesvorsitzenden Hermann-Josef Arentz glauben, so ist nun die Zeit der CDA gekommen, das Image als kleines Anhängsel der großen CDU abzulegen, denn: „Die SPD hat in den letzten Jahren Verrat an ihrer eigenen Wählerklientel begangen”, so Arentz.

Wenn die Union nun der CDA mehr Glauben schenke, könne sie im Bereich der Arbeitnehmer und Arbeiter ein völlig neues Wählerklientel erschließen.

Am Freitag war Arentz Gast des CDU-Stadtverbandes Eschweiler und stimmte die Unionskollegen um den Vorsitzenden Oliver Steven auf die anstehenden Wahlen ein.

Den Rat an die Union, in traditionellen SPD-Wählerschichten auf Stimmenfang zu gehen, wertet der CDA-Chef nicht als Konturenverlust für die Konservativen. „Eine Partei wie die CDU hat die Aufgabe, alle Bevölkerungsschichten angemessen zu vertreten”, so Arentz. Im Angesicht zusammengestrichener sozialer Leistungen ist sich Arentz sicher, unter der Maxime „Erst der Mensch, dann der Markt” eine echte alternative Arbeitnehmervertretung zur SPD in Reihen der CDU aufbauen zu können.

Dazu müsste der CDA aber auf Bundesebene der CDU gewichtiges Mitspracherecht bei der Formung einer Wahlkampfstrategie eingeräumt werden. „Ich denke, wir sind da auf einem guten Weg. Zwar hört man noch nicht genug auf uns, doch in Sack und Asche brauchen wir auch nicht zu gehen”, so Arentz. Immerhin habe die CDA dafür gesorgt, dass die Merz-Steuerpläne vor allem zu Gunsten von Familien korrigiert worden seien.

Die politische Strategie der CDA soll im sozialen und wirtschaftlichen Gleichschritt laufen. Wesentliche Punkte die dringender Überarbeitung bedürften, seinen das Steuerrecht, Familien- und Jugendpolitik. Arentz: „Außerdem müssen wir wirksam die Schwarzarbeit bekämpfen, um die Wirtschaft beleben zu können.” Lediglich durch soziales und wirtschaftliches Gleichgewicht könne der Teufelskreis aus wirtschaftlicher Flaute und grassierendem Volkspessimismus durchbrochen werden.

Der CDU-Stadtverband dürfte sich einige Anregungen für die Kommunalwahlen im September notiert haben.