Eschweiler: Cantabile: „Entdecker der Leidenschaft“

Eschweiler: Cantabile: „Entdecker der Leidenschaft“

Am 15. Mai 1567 erblickte in Cremona ein Mann das Licht der Welt, der die Musikwelt nachhaltig nicht nur beeinflussen, sondern sie grundlegend verändern sollte: Claudio Monteverdi.

Der Eschweiler Kammerchor Cantabile unter der Leitung von Gregor Josephs hat den 450. Geburtstag Monteverdis zum Anlass genommen, sich intensiv mit einem seiner zentralen Werke auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert Cantabile am 14. Oktober ab 19 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul.

So können sich die Eschweiler Musikfreunde nach der fulminanten Aufführung von Bachs H-Moll-Messe in der Dreieinigkeitskirche auf ein weiteres musikalisches Highlight der klassischen Musik freuen. „Entdecker der Leidenschaft“ hat Cantabile sein Konzert überschrieben, ein Titel, der Claudio Monteverdi mehr als gerecht wird, gilt er doch allgemein als der Entdecker der Leidenschaft in der Musik und als Begründer der Oper wie wir sie heute verstehen. Ihm ist es erstmals gelungen, Gefühle, die die Dichtkunst in Worte gesetzt hatte, in Musik zu wandeln und damit ein völlig neues Verständnis von Tonkunst zu schaffen. Seine Klänge berühren das Publikum, weil Leidenschaften musikalischen Ausdruck finden.

In den Mittelpunkt des Konzerts hat Cantabile Monteverdis Komposition „Lamento d‘Arianna“ gestellt, das Klagelied einer verlassenen Frau. Harmonien, die für die damalige Zeit völlig unerhört waren und die trotz ihres Alters auch für unsere Ohren ausgesprochen modern klingen. Ein Werk, das zu den musikhistorisch bedeutendsten zählt, weil es einen der gültigsten weltlichen A-cappella-Zyklen der Musikgeschichte schenkt.

Peter Adrian wird in das Werk einführen und Gregor Josephs und Cantabile werden anhand einiger Schlüsselstellen des Werks musikalisch erklären, inwiefern das Stück von fundamentaler Bedeutung ist.

Im zweiten Teil des Konzerts widmet sich Cantabile einem späteren Meister der Leidenschaft: Richard Wagner. Und hier hat Gregor Josephs, selbst leidenschaftlicher Wagnerianer, etwas völlig Neues geschaffen. Er hat die „Ballade der Senta“ aus dem „Fliegenden Holländer“ und das im Ursprung nur instrumental komponierte Vorspiel zum 3. Akt aus „Tristan und Isolde“ für sechsstimmigen Chor neu arrangiert. Man darf gespannt sein, wie es den 13 Stimmen von Cantabile gelingen wird, die erschütternd tiefen menschlichen Gefühle vokal umzusetzen, die normalerweise von über 100 Instrumentalisten wiedergegeben werden. Der Eintritt zum dem Konzert am 14. Oktober ist frei.

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