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Bundesweiter Vorlesetag in der Stadtbücherei Eschweiler

Vorlesetag : Von der Matschparade bis zu Knolle Murphy

Der bundesweite Vorlesetag lockte auch wieder zahlreiche Besucher in die Stadtbücherei Eschweiler. Eingeladen waren die Willi-Fährmann-Schule und die Internationale Klasse des Städtischen Gymnasiums, um den Geschichten der Vorleser zu lauschen.

Drei an der Zahl entführten in fantasiereiche Welten und brachten die Kinder und Jugendliche so mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt.

Doch was ist der bundesweite Vorlesetag eigentlich? Im Jahr 2004 fand der Aktionstag zum ersten Mal statt und wiederholt sich seither jährlich am dritten Freitag im November. Die Initiative wird von „Die Zeit“, Stiftung Lesen und Deutsche-Bahn-Stiftung organisiert und möchte ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens setzen. Ziel ist es, die Begeisterung, einerseits für das Lesen, andererseits für das Vorlesen zu wecken und Kinder mit der Sprache in Schrift- und Erzählform zu bringen.

Dem Aufruf des Gemeinschaftsprojekts in der 16. Auflage sind nun auch wieder in Eschweiler mehrere Vorleser gefolgt. Kimberley Andrzejewski, Sebastian Leimbrink und Marco Kehren trugen jeweils Passagen aus einem Roman vor. Andrzejewski, Lehrerin an der Willi-Fährmann-Schule, überzeugte zwei Ehrenamtler, den Hörgenuss vorzutragen. Ausgewählt hatten die jungen Erwachsenen „Der unsichtbare Wink“ von Emily Jenkins, „Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy“ von Eoin Colfer und „Rocco Randale – Fußballspiel mit Matschparade“ von Alan MacDonald. Es ging um einen unsichtbaren, aber realen Freund, um Sommerferien in der gefürchteten Bücherei und um einen Jungen, der nichts vom Bällehalten beim Fußballspiel versteht.

In drei Stationen lauschte die junge Generation so den Geschichten, rund 60 Schüler der Willi-Fährmann-Schule und etwa ein Dutzend der Internationalen Klasse des Städtischen Gymnasiums fanden so mit ihren Betreuern am Vormittag den Weg in die indestädtische Bücherei. Dass genau diese beiden Schulen am Vorlesetag teilnahmen, kam nicht von ungefähr.

Die Willi-Fährmann-Schule besucht wöchentlich die Stadtbücherei, um so auf eine andere Art und Weise als in der Schule mit der deutschen Sprache und Literatur in Berührung zu kommen. Anlass für diese im Frühjahr gestarteten Exkurse war es, den Kindern Raum zu geben, sich im Rahmen des Ganztages und abseits des Publikumsverkehrs weiterzuentwickeln.

Das Städtische Gymnasium mit der Internationalen Klasse, die Jugendliche aus diversen Ländern beherbergt, die aus verschiedensten Gründen ihre Heimat aufgegeben haben und nun in Deutschland ankommen wollen, ist ebenfalls regelmäßiger Besucher. Alle 14 Tage nehmen sie das Angebot wahr, barrierefrei zu erfahren, dass die Bücherei einiges bietet, die Ankunft und die deutsche Sprache zu erleichtern. Zufall war, dass der Besuch mit dem Vorlesetag zusammenfiel, dennoch beteiligte sich die Klasse mit Interesse an der Veranstaltung.

Überrascht war Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei, wie still es während der Geschichten war. Und auch Kimberley Andrzejewski war erstaunt, wie aufmerksam zugehört wurde: „Leuchten in den Augen der Kinder, die gebannt den fantasievollen Wörtern lauschten.“

(mah)