Eschweiler: Brand in Einfamilienhaus: Frau rettet sich mit Kindern ins Freie

Eschweiler: Brand in Einfamilienhaus: Frau rettet sich mit Kindern ins Freie

Für die Anwohner der Peter-Paul-Straße war es wohl eine der schlimmsten Stunden: Kurz vor 20 Uhr am Samstagabend fing der Dachstuhl in einem Dreifamilienhaus aus noch unbekannter Ursache Feuer. Eine Anwohnerin hatte Brandgeruch und schließlich eine schwarze Rauchwolke bemerkt und alarmierte sofort die Feuerwehr: „An der Peter-Paul-Straße brennt es. In dem Haus befinden sich noch Menschen!“

Innerhalb weniger Minuten fuhr die Eschweiler Feuerwehr das ganze Geschütz auf. Glücklicherweise konnten sich die Hausbewohner schnell ins Freie retten. Und auch aus den benachbarten Häusern strömten die Menschen auf die Straße, denn zeitweise sah es so aus, als würden die Flammen auf das nebenstehende Haus übergreifen.

Die Feuerwehr bekämpfte einen Brand in einem Einfamilienhaus in Eschweiler. Foto: Irmgard Röhseler

„Es ist eigentlich ungewöhnlich, dass die Flammen so schnell durchs Dach schlagen“, konstatierte Wehrchef Axel Johnen. „Es muss in dem Spitzboden des Hauses wohl schon etwas länger ,gekokelt‘ haben.“

Die Feuerwehr bekämpfte einen Brand in einem Einfamilienhaus in Eschweiler. Foto: Irmgard Röhseler

Die Familie, die auf der zweiten Etage wohnte, also direkt unter dem Dach, habe zwar etwas poltern und knistern gehört, aber nicht an ein Feuer gedacht. Erst als Anwohner geklingelt und geklopft und gerufen haben, sei die Frau mit ihren Kindern aus dem Haus geflüchtet. Auch der Vermieter, der die erste Etage bewohnt, und ein Mann, der Parterre wohnte, konnten sich rechtzeitig nach draußen retten und mussten qualvoll mit ansehen, wie gerade ihr Zuhause von den Flammen zerstört wurde.

Die Wehr bekämpfte das Feuer von allen Seiten. Einige Feuerwehrmänner kletterten von der Rückseite des Hauses über eine Leiter zum Balkon der oberen Wohnung, um dort die Flammen zu löschen, während die beiden Männer in den Drehleiterkörben unermüdlich das Feuer von oben bekämpften. Immer wieder kam die Wärmebildkamera zum Einsatz, um weitere Brandnester auszumachen.

Das Feuer bekämpfte die Feuerwehr über Wenderohre mit zwei Drehleitern (aus Eschweiler und Stolberg) sowie mit drei C-Rohren unter Atemschutz. Zur Unterstützung wurde auch der Atemschutzgerätewagen der Feuerwehr Würselen nachgefordert. 80 Feuerwehrleute der Gesamtwehr Eschweiler kämpften gegen die lodernden Flammen. 38 Einsatzkräfte der Feuerwehr Stolberg , die auch teilweise den Grundschutz für die Stadt Eschweiler sicherstellten, unterstützten die indestädtischen Retter bei ihrer Arbeit.

„Der Schaden liegt wohl im sechsstelligen Bereich“, so Axel Johnen. „Das Haus ist unbewohnbar, in der oberen Wohnung ist nichts mehr heil geblieben. Das Löschwasser hat natürlich auch einen hohen Schaden angerichtet, zumal das Haus Holzdecken hat.“ Das Wasser habe das ganze Haus durchfeuchtet.

In dem benachbarten Haus sei aber alles gut gegangen. Brandrat Axel Johnen: „Wir haben sofort eine so genannte Riegelstellung vorgenommen — also das Dach des Nebenhauses gewässert — damit die Flammen keine Chance hatten.

Bis nach drei Uhr nachts waren die Retter vor Ort, bevor sie erschöpft abrücken konnten. Wenige Stunden später war die Feuerwehr wieder da, um noch mal per Drehleiter und Wärmebildkamera nach eventuellen Brandnestern zu suchen — glücklicherweise gab es keine. Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann, der beim „Innenangriff“ dabei war, leicht verletzt.

Die Kriminalpolizei hat das Haus versiegelt und die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Am Samstagnachmittag rückte die Feuerwehr zudem zu einem Einsatz an der Autobahnausfahrt Weisweiler aus. Ein Fahrer, dessen Auto auf der Autobahn in Brand geraten war, ließ das Fahrzeug in die Ausfahrt und ins Feld rollen und setzte so das Feld in Brand. Die Feuerwehr hatte das Feuer mit einem C-Rohr und mit vielen „trampelnden Füßen“ aber schnell im Griff. Hier waren die Hauptwache und der Löschzug Weisweiler im Einsatz.