Kölsche Musik: „Bohei“ treten am Samstag beim Eschweiler Music Festival auf

Kölsche Musik : „Bohei“ treten am Samstag beim Eschweiler Music Festival auf

Wenn Kulturmanager Max Krieger bei einer Karnevalsband von einem „Eschweiler Stern am Kölner Himmel“ spricht, dann ist das ein ganz besonderes Lob. Kein Wunder, dass er Tobias Horst, Florian Offer, Max Priese, Christian Deutz und Alex Heinrich auch einen der begehrten Plätze als Band beim Eschweiler Music Festival (EMF) anvertraute.

Die fünf jungen Männer haben als Band „Bohei“ seit ihren Anfängen im Januar 2016 – ganz getreu ihrem Namen – für ordentlich „Bohei“ in der Eschweiler Karnevalsszene gesorgt.

Mittlerweile sind sie das Highlight vieler Sitzungen und das nicht nur in ihrer Heimat, deren Farben sie stolz im Bandlogo tragen, sondern auch in Aachen und dem Kölner Raum. Mit ihrer modernen, rockigen Art Kölsche Musik zu covern und mittlerweile selbst zu schreiben, gewannen sie unter anderem den „Alaaf 4.0“-Award des Aachener Karnevalsvereins.

Zusammen mit Kuhl un de Gäng und ihren Vorbildern von Kasalla heißt es nun am Samstag die Bühne zu entern. „Am Anfang hatten wir einfach total Bock Musik zu machen und das hat direkt harmoniert“, erzählt Bassist Christian Deutz über den Beginn des gemeinsamen Projekts.

Nach einigen Sessions im Proberaum vom Großvater von Drummer Max Priese stand bereits der erste Auftritt an: Michael Henkel bot den talentierten Musikern die Möglichkeit bei der Verleihung des Mullejaane-Ordens aufzutreten. Die „Freunde seit Kindesbeinen“, wie es Keyboarder Alex auf den Punkt bringt, sorgten dort direkt für beste Stimmung und jede Menge Aufmerksamkeit. Längst war es doch zum Standard geworden, dass auch bei Eschweiler Veranstaltungen hauptsächlich Bands aus dem Kölner Raum auftreten – bis Bohei für frischen Wind sorgte.

Doch wie bei jedem ambitionierten Bandprojekt, mussten sie erstmal ordentlich Geld und Mühe investieren, um die richtige Technik zu haben und Kontakte zu knüpfen. Viel Vertrauen bekamen sie dabei von Gastwirt Delio Duarte, der ihnen Auftritte in der Delio-Arena ermöglichte. Bei einer Sitzung der Roten Funken stand aber erstmal die Diskussion an, wie die Band eigentlich heißen soll.

Ein Bekannter schlug nach vielen abgelehnten Begriffen dann Bohei vor – und alle waren sofort überzeugt. ber die bekannte Kölschagentur wurden erste Kontakte in die Hauptstadt des Karnevals geknüpft, wo sich die Band ebenfalls schnell einen Namen machte. „Letztendlich sind wir eine Band der Region“, betont Drummer Max Priese, „aber es macht überall Spaß zu spielen.“ Egal ob es nun beim EMF ist, im Eurogress, auf Sitzungen oder in kleinen Kneipen: Stolz sei die Band über jeden Auftritt, auch wenn man in der hektischen Karnevalszeit so manches Mal improvisieren musste.

So mussten die Jungs bereits in einer Bonner Kneipe spielen, in der sie kaum einen Quadratmeter pro Person auf der Bühne hatten. Aber auch die Hektik der mit Programm vollgestopften Karnevalssitzungen hat die Musiker gestählt. „Am Ende funktioniert es aber immer“, betont Deutz – egal, ob mal ein Stapel Gitarren gehalten werden muss, der fast von der Bühne fällt, oder bei einer Damensitzung der Strom ausfällt.

Tipps gibt es auch von den bekannteren Karnevals-Formationen, wie den Klüngelköpp oder Kasalla. „Die meisten Bands sind sehr nett. Die Gespräche sind dann sehr entspannt und sehr produktiv“, freut sich Heinrich über die ersten Kontakte zu den „großen“ Bands der Domstadt. Dass die eigene Entwicklung so rasant klappt, hat in der Band niemand erwartet. Mittlerweile ist mit den „Bandenjungs“ sogar eine eigene Crew bei den Auftritten dabei, um den ganzen Aufwand zu stemmen. „Die wissen, wo jeder Handgriff sitzen muss“, freut sich Heinrich, der betont, dass alle auch hinter den Kulissen stets Freunde geblieben sind und man sich weiterhin stets auf ein gemütliches Bier abseits des Trubels treffen kann.

Für das EMF hat Bohei nun zwei neue Songs („Alles is joot“, „Der letzte Daach“) dabei, die sie zum ersten Mal in Eschweiler präsentieren. „Wenn Leute die eigenen Songs mitsingen, dann ist das einfach der Wahnsinn“, beschreibt Heinrich und Florian Offer ergänzt: „Wir sind schon richtig gespannt, wie die ankommen!“

Den Sommer wollen die Jungs dann nutzen, um sich auf die kommende Session vorzubereiten, denn neben dem normalen Berufs- und Studentenleben ist es oft eine große Herausforderung die eigene Musikkarriere zu managen. „Man muss immer im voraus planen, aber es ist auch irgendwo ein schöner Stress“, so Heinrich, der sich mit seinen Bandkollegen bereits auf Freitag freut, an dem die Band ihr erstes eigenes Konzert in der Kölner Bar „Zum Pitter“ feiert. Es sind die nächsten zwei Höhepunkte in der Geschichte von Bohei – und davon soll es zukünftig noch reichlich weitere geben.

(cheb)
Mehr von Aachener Zeitung