Eschweiler: Böse Buben der Kolpingsfamilie lassen es in Eschweiler knallen

Eschweiler : Böse Buben der Kolpingsfamilie lassen es in Eschweiler knallen

Dodge City oder Tombstone? Schon in den Goldgräberzeiten soll so mancher schießwütige Böse Bube an diesen legendären Orten des wahrlich Wilden Westens sein Glück gesucht haben. Nun wurden zahlreiche jecke Cowboys und Indianer der Indestadt im pickepackevollen „Delio-Saloon“ fündig. Dort schossen die Bösen Buben der Kolpingsfamilie Eschweiler gewohnt scharf.

Nicht mit Patronen, sondern mit schwungvollen Tänzen, Gags am laufenden Band, stimmungsvoller Musik sowie Humor, bester Laune und ganz viel „Yee Haw“. Neben erfahrenen Westmännern und -frauen erklomm auch so manches „Greenhorn“ die Saloon-Bühne. So Jonas Wintz, neuer Häuptling und Präsident der Bösen Buben, der seine Feuertaufe vor ausverkauftem Haus sichtlich genoss.

Charme, Esprit, Temperament

Kindermariechen Mia Silva Sanchez und Jugendtanzmariechen Julia Lenzen holten gleich in den Anfangsminuten der im besten Sinne wilden Sitzung das Lasso heraus und fingen ihre Zuseher mit Charme, Esprit und Temperament ein. Zwischendurch hatten die erfahrenen Westläufer des Karnevalskomitees um Präsident Norbert Weiland die Saloontüren schwingen lassen, um verdiente Fährtensucher der Bösen Buben zu ehren: Anja Andres erhielt den „1. Klasse-Komiteeorden“. Guido Kuth, der unter anderem elf Jahre lang als Vorgänger von Jonas Wintz fungiert hatte, wurde mit dem „Goldenen Stadtwappen“ ausgezeichnet.

„Die Bösen Buben zählen zu den kleinsten Gruppierungen der Eischwiele Fastelovend. Doch was in ihren Reihen geleistet wird, ist bewundernswert und beispielgebend. Danke für euer Engagement für unser geliebtes Brauchtum“, sprach Norbert Weiland ein dickes Lob aus. Der „Gro-Ko“-geschädigte „Penner von nebenan“, der immer mal wieder an den frischgebackenen Böse Buben-Präsidenten Jonas Wintz erinnerte, nahm während seiner fulminanten Rede vor allem seinen „wasserstoffgebleichten Wischmopp-Präsidentenkollegen“ in einem hellen Gebäude des aktuell Wilden Ostens im Land der Freien gehörig aufs Korn, um schließlich messerscharf zu konkludieren: „Bei allen Verrückten in dieser Welt sind mir die Jecken aus Eschweiler noch mit Abstand die Liebsten!“

Aus dem absolut westlichsten Zipfel der Republik angereist waren sage und schreibe 122 stolze Uniformierte der Stadtgarde Oecher Penn, die sich als „Echte Früngde“ aus der Kaiserstadt erwiesen, wie der Spielmanns- und Musikzug unter der Leitung von Friedhelm Radermacher musikalisch eindrucksvoll bestätigte. Kommandant Jürgen Brammertz übernahm kurzzeitig das Zepter im Saloon und ließ unter anderem Marketenderin Angelina Schneider gemeinsam mit ihrem Tambour-Major Frank Radermacher „Polka, Polka, Polka“ tanzen. Die „Penn-Show 2018“ führte dann alle Cowboys und Indianer einmal „Rund um den Globus“.

Reizvolle Reiseroute

Eine andere reizvolle Reiseroute schlugen kurz darauf die „Inde-Singers“ ein, die „Einmal Himmel und zurück“ buchten, „De Mädcher“ in höchsten Tönen verehrten, feststellten, „Ohne dich ist alles doof“, um letztlich das Dasein im Allgemeinen zu preisen: „Nää, wat is et Leävve schön“.

Zuvor hatten „Labbes & Drickes“ mittels Zwiegespräch ein Gagfeuerwerk losgelassen, Begeisterungseruptionen im Publikum sowie einen “Gewichtstsunami“ bei der Gattin von Drickes ausgelöst. „Sie ist Vegetarierin, fungiert also folgerichtig als Biotonne“, verdeutlichte Labbes gewohnt feinfühlig.

Einen Augenschmaus par excellence boten die „Bösen Mädchen“, die in ihren Reihen Tanzmariechen Britta Hönes begrüßten und ihr eine glänzende Premiere bescherten. Als dann auch noch Prinz Patrick I. samt Zeremonienmeister Michael und riesigem Hofstaat Einzug in den Delio-Saloon hielt, brach endgültig Goldgräberstimmung allerorten aus.

Seine Tollität huldigte mit „Heemat aan dr Eng“ der Indestadt, um anschließend die Westernstadt stimmgewaltig zu rocken. Eindrucksvoll in den Sonnenauf- beziehungsweise -untergang ritten die Revolverhelden des Männerballetts, die sich grazil und elegant den Weg aus dem Wilden Westen bis ins wunderschöne Tirol bahnten und dort mit Applaus quasi überschüttet wurden. Zu später Stunde brachte „Die Erdnuss“ Stefan van den Eertwegh das Westernvölkchen einmal mehr in allerbeste Stimmung.

Eine glänzende Ausgangsposition für die Original Eschweiler, die in bester Verfassung den Samstag mit einem musikalischen Rundumschlag begrüßten und die Westernhelden im Publikum mit einem gefühlten Goldklumpen in der Tasche auf den Heimweg schickten. Schließlich hatten diese für mindestens fünf Stunden ihr Glück gefunden.

(ran)
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