Eschweiler: „Bockmist“: Gestrandeter Schwertransport kostet Autofahrer Riesenumweg

Eschweiler : „Bockmist“: Gestrandeter Schwertransport kostet Autofahrer Riesenumweg

Stocksauer reagierten Autofahrer am Dienstag auf eine Sperrung der Aldenhovener Straße zwischen Neu-Lohn und dem Kreisel zum Hagelkreuz. Dort war am Morgen ein Schwertransport gestrandet, der um diese Zeit eigentlich gar nicht dort hätte sein sollen. Ein Fehler mit Folgen: Der riesige Transporter blockierte die komplette Fahrbahn; Neu-Lohn war weder für Busse noch für die Feuerwehr erreichbar.

Wer aus Neu-Lohn oder Fronhoven in die Innenstadt fahren wollte, musste einen 45-minütigen Umweg von mehr als 20 Kilometern über Aldenhoven, Schleiden, Hoengen und Mariadorf in Kauf nehmen. RWE-Sprecher Guido Steffen bat dafür am Dienstag alle Betroffenen um Entschuldigung. Eigentlich, so war es genehmigt, sollte der Transport erst mitten in der folgenden Nacht diesen Abschnitt passieren.

Trotz einjähriger Planung, die „offenbar von einem Praktikanten“ gemacht wurde, wie empörte Leser kommentierten, „hat die Firma Bockmist gebaut“, so die Stadt, die die Situation am Dienstag dadurch zu entschärfen versuchte, dass der 115 Meter lange 600-Tonnen-Zug am Nachmittag an die Seite rangiert wurde, damit der Verkehr mittels einer Ampelanlage vorbeigeleitet werden konnte.

Vor Passieren der alten Werksbahnbrücke südlich von Neu-Lohn wurde der Transporter am Dienstag umgebaut, sein Gewicht auf zweimal 26 Achsen verteilt. Danach erfolgt der Rückbau auf zweimal 14 Achsen. In der Nacht zu Donnerstag soll die Fahrt dann Richtung Kraftwerk weitergehen; über die Straßen Zum Hagelkreuz und Am Kraftwerk sowie die L241 (Landstraße Weisweiler-Lamersdorf) soll der Generator aus Voerde in Richtung Werksgelände rollen. Das Gelände des Kraftwerks Weisweiler wird er am Freitag voraussichtlich gegen 1 Uhr erreichen.

Dort soll er als strategische Reserve bei Generatorschäden eingesetzt werden. Der maximal 10 km/h schnelle Schwertransport wurde auf der Straße durchweg von Polizeifahrzeugen begleitet. Um Verkehrsbeeinträchtigungen und Belästigungen für Anwohner auf ein Minimum zu reduzieren, rollte der Transport jeweils nur zwischen 22 und 5 Uhr. Ärger gab‘s dennoch.

(rpm)
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