Eschweiler Ansichten | Damals und Heute: Blumenhalle Heinrich Willms – Dürener Straße 13

Eschweiler Ansichten | Damals und Heute : Blumenhalle Heinrich Willms – Dürener Straße 13

Heinrich Willms, aus Dürwiß stammend, fand im Jahre 1910 in der Dürener Straße 13 geeignete Räumlichkeiten für seine – wie es früher hieß – Blumenhalle, in der er Saatgut und Blumen verkaufte.

Es gelang ihm, sein 1899 gegründetes Geschäft noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu vergrößern, indem er die Toreinfahrt des rechten Nachbarhauses hinzu kaufen konnte. Im linken Geschäftsfenster kamen die Sämereien, im rechten die Blumen zur Ausstellung.

Sohn Willy Willms (*1902, †1954), siehe Foto aus dem Jahr 1925 und Vater von Rosemarie, Hans-Willy († 2014) und Hannelore, übernahm vom Vater das Blumen- und Saatgeschäft, das von der Familie Willms bis zur Aufgabe 1992 geführt wurde. Im Jahre 2004 wurde das Haus verkauft. Das Gebäude existierte noch bis zum Winter 2008/09, dann musste die Stadt in einer „Ersatzvornahme“ aus Sicherheitsgründen handeln und ließ das marode Gebäude eindrücken.

Heute befindet sich an der Dürener Straße 13 nur ein großes Loch. Foto: Armin Gille

Erst im Oktober 2011 hat der neue Eigentümer das Grundstück von Schutt freigeräumt. Seit dem liegt es brach. Das 336 Quadratmeter große Anwesen wartet auf einen Investor. Rosemarie Birfeld, geb. Willms, weiß über das neben ihrem Elternhaus gelegene Gebäude, Dürener Straße 15, zu berichten, dass sich im Hintergebäude dieses Hauses die bescheidenen Räumlichkeiten des ersten Eschweiler Friedensgerichtes befanden. Diese waren in der damaligen Zeit in den Privaträumen des Friedensrichters Dr. Konrad Esser von 1798 bis 1808 untergebracht.

Das Haus, Dürener Straße 13 und später im Besitz der Familie Willms, diente dem Gefängniswärter als Wohnung, in der das Gefängnis untergebracht werden musste. Mit den französischen Besatzern kamen 1797 deren Friedensgerichte ins linksrheinische Rheinland, die erst mit der Einführung der Amtsgerichte ersetzt wurden. In Eschweiler geschah dies am 1. Oktober 1879. Hiernach errichtete die Stadt Eschweiler das zweistöckige „Königliche Amtsgericht“ auf einem ihr von der Firma Josef Rosen unentgeltlich überlassenem Grundstück in der Rosenallee 1, das im Jahre 1881 bezogen wurde („Geschichte des Eschweiler Gerichts“ von Dr. Honrath, 1907).

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