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Eschweiler: Blick für rechtliche Probleme schärfen

Eschweiler : Blick für rechtliche Probleme schärfen

Silke Kirchvogel engagiert sich stark für Themen rund um weibliche Belange. Von Januar bis April 2004 wird sie im Café „Uferlos” Vorträge halten, die das Thema Frauen und Recht behandeln.

Initiiert wurde diese Vortragsreihe von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Eschweiler, Sigrid Harzheim, im Rahmen der NRW-weiten Aktionswochen „Frauen und Recht”. Unsere Mitarbeiterin Christa Langen hat schon jetzt mit Silke Kirchvogel gesprochen.

Sie werden im Rahmen der landesweiten Aktion „Frauen und Recht” einige Vorträge für die Frauen der Stadt Eschweiler halten. Warum ist das Thema so wichtig?

Kirchvogel: Ich denke, es ist nach wie vor so, dass man den Blick von Frauen für rechtliche Probleme schärfen muss. Es gibt viele Gesetze, die sich stark auf die Lebenssituation der Frauen auswirken. Dies kann sämtliche Lebensbereiche umfassen. Frauen übernehmen heute viel mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben und geraten so häufiger als früher in für sie rechtlich relevante Situationen. Ich denke hier zum Beispiel an berufstätige oder allein erziehende Frauen. Es ist wichtig, Frauen zu zeigen, wo ihre Position im rechtlichen Sinne ist. Denn nur dann können Möglichkeiten die sich aus Gesetz und Gesellschaft ergeben genutzt und Gefahren gemieden werden.

Warum bietet man diese Themen gerade für Frauen an? Ist die Vortragsreihe denn nur für Frauen gedacht?

Kirchvogel: Grundsätzlich ist diese Vortragsreihe nur für Frauen gedacht, auch wenn die Themen jeden betreffen können. Da es jedoch gerade oft Frauen sind, denen nicht bewusst ist, dass auch sie von diesen Themen besonders betroffen sein können oder es schon längst sind, wollen wir mit dieser Themenauswahl den Blick von Frauen schärfen. Daher ist es wichtig, Vorträge anzubieten welche sich speziell an Frauen richten. Denn nur wenn Frauen über ihre Rechte und auch Pflichten wissen, ergibt sich für sie die Chance, die Fortentwicklungen, welche die Gleichstellungspolitik geschaffen hat, auch positiv für sich zu nutzen. Dies auch, wenn es langfristig gesehen in diesem Bereich sicherlich noch Schwachstellen und Veränderungsbedarf gibt.

Wie ist ihre persönliche Erfahrung im Kanzleialltag beim Thema Frauen und Recht? Mit welchen Problemen, welchen Fehlern werden sie am häufigsten konfrontiert?

Kirchvogel: Grundsätzlich sind die Themen, die wir für die Vorträge ausgewählt haben, auch ein Spiegel dessen, was mir in meinem Kanzleialltag begegnet. Zum Beispiel gibt es insbesondere für Frauen immer wieder Beratungsbedarf zu Themen wie Unterhalt, Haftung in der Ehe, Eheverträgen, Mobbing, Elternzeit, Kündigungsschutz. Aber auch zu letztwilligen Verfügungen, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Dabei ist der günstigste Fall der, dass Frauen sich informieren bevor bereits ein Schaden eingetreten ist. Und aus diesem Grund wollen wir mit dieser Vortragsreihe Poblembewusstsein schaffen.

Wie ist die Situation für Frauen in Eschweiler, wer kann ihnen bei rechtsrelevanten Fragen helfen?

Kirchvogel: Es gibt in Eschweiler einige Organisationen, die Frauen beratend und begleitend zur Seite stehen, je nach Problemlage. So zum Beispiel der Sozialdienst Katholischer Frauen, der Kinderschutzbund, der Verein Frauen helfen Frauen, aber auch der Mieterschutzbund und die Verbraucherzentrale in Aachen. Als erste Anlaufstelle vor allem aber auch Sigrid Harzheim, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eschweiler in der Stadtverwaltung. Sie vermittelt die richtige Hilfe und entsprechende Kontakte bei konkreten Problemen. Für Eschweiler und Umgebung gibt es jedoch eigentlich viel zu wenige Stellen. Leider ist auf Grund der Kürzungen schon ab 2004 ein weiterer Abbau der Stellen und Kapazitäten zu befürchten und die ohnehin schon wenigen Stellen werden sich hinsichtlich Öffnungszeiten und Angebot sicherlich weiter reduzieren.

Was würden Sie Eschweilers Frauen empfehlen?

Kirchvogel: Wenn hiesige Frauen Hilfe brauchen, ist die eben angesprochenen Gleichstellungsbeauftrage eine gute Anlaufstelle. Insgesamt rate ich den Frauen, sich für ihre Rechte einzusetzen und vor allem dabei nicht zu lange abzuwarten.