Eschweiler: Blechlawine rollt nur stotternd durch Weisweiler

Eschweiler: Blechlawine rollt nur stotternd durch Weisweiler

Viele Bürger haben für die Ampelschaltungen nur noch Kopfschütteln übrig. Vor allem in Weisweiler staut sich der Verkehr tagtäglich auf der Lindenallee. Den Weisweilern ist dies ein Dorn im Auge. Allen voran einem Bürger, der selbst Mitglied des Stadtrates war: Thomas Stevens.

„Ampelphasen werden in Straßenzügen nicht aufeinander abgestimmt. Von einer notwendigen Grünen Welle an der Indestraße gar nicht zu reden”, so der ehemalige Kommunalpolitiker. Das Problem sei so alt wie die Straße selbst. Das Ganze ziehe sich bis in Weisweiler hinein.

„Wer solche Ampelphasen schaltet, hat nur eines im Sinn: Die Hauptverkehrsstraßen sollen zu Ungunsten der Nebenstraßen entlastet werden. Wer von Weisweiler aus in die südliche Innenstadt fährt, wird geradezu aufgefordert, über Nothberg zu fahren. Alles andere ist Zeit- und Spritverschwendung.”

Vor allem die Anwohner der Lindenallee können ein Lied von langen Staus singen: Es stehen dort drei Ampeln auf einer Strecke von 50 Metern hintereinander. „Die drei Ampeln sind nicht vernünftig aufeinander abgestimmt. Wer die beiden ersten überwunden hat, muss an der dritten wieder bremsen”, argumentiert Stevens. Das führe automatisch zu einem langen Rückstau.

„Die jetzt schon bis zum Berliner Ring und manchmal darüber hinaus reichende Kraftfahrzeugschlange spricht Bände”, stellen Thomas Stevens und viele Bewohner fest.

Selbst die Kölner Straße stelle nur bedingt eine Entlastung dar: „Die Kölner Straße wurde gebaut, um Weisweiler zu entlasten. Tatsächlich kann man aber auf der Kölner Straße nicht mit einer Grünen Welle rechnen und das Hineinkommen in den Ort wird für uns Bewohner zum Hindernislauf. An der Linksabbiegerspur aus der Kölner Straße in die Lindenallee gibt es nicht mal eine eigene Grünphase. Die hier vorhandene Induktionsschleife für die Bedarfsschaltung liegt so unglücklich, dass viele Autofahrer zu früh stehen bleiben und damit die Grünphase gar nicht ausgelöst wird.” Von der Kreuzung in Eschweiler-Ost wolle er erst gar nicht sprechen.

Die Ampelanlage an der Hamicher Straße erfülle ihren Zweck ebenfalls nur eingeschränkt in Stevens Augen. Sie bringe die Fahrer durch die Bedarfsschaltung dazu, auf jeden Fall über Nothberg zu fahren. „Wer aus Richtung Nothberg auf die Kölner Straße in Richtung Weisweiler will, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Grün rechnen. Allerdings steht man auf der Kölner Straße vor einer roten Ampel”, berichtet Stevens.

Keine „adäquate” Lösung

Sein bitteres Resümee: „Die Verkehrsplaner schaffen es nicht, eine adäquate Lösung hinzukriegen. Hierfür gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Verkehrsströme lassen sich nicht untersuchen und planen, da die Veränderungen, die Umbauten mit sich bringen, zu viele Unwägbarkeiten enthalten. Das beweist die Katastrophe in Eschweiler-Ost.

Oder die zu erstellenden Gutachten werden finanziell zu eng kalkuliert, so dass eine Untersuchung nicht das optimale Ergebnis bringt. Es wird Zeit, dass für Weisweiler eine Verkehrsregelung gefunden wird, die bei all den Ampeln diesen Namen auch verdient.”

Mehr von Aachener Zeitung