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Eschweiler: Blechlawine bringt Pumpe um den Schlaf

Eschweiler : Blechlawine bringt Pumpe um den Schlaf

Die Menschen in Pumpe stürzen sich in Galgenhumor. „Die Baustellenampel lässt uns wenigstens für ein Paar Sekunden verschnaufen”, sagt Karl-Josef Diegeler.

Tagein, tagaus quetscht sich eine Blechlawine durch das Nadelöhr zwischen Phönixstraße und dem Stolberger Gewerbegebiet Steinfurt. Nur in den Rotphasen senkt sich der Lärmpegel vor Diegelers Grundstück.

Seit Jahren schon kämpfen die Bürger in Pumpe für eine Ortsumgehung. Geschehen ist bisher nichts - zumindest nichts, was die Menschen dort entlastet. Das Planfeststellungsverfahren stockt. Gegen den 2. Bauabschnitt der L238n, der über den Hohen Stein zur Phönixstraße führt, liegt noch die Klage eines einzelnen Bürgers vor. Das Verfahren geht in die erste Instanz und verzögert den Bau um mindestens ein Jahr.

Noch nicht in den Kinderschuhen

Der so genannte 3. Bauabschnitt, der den Verkehr an Pumpe vorbeiführen soll, steckt noch nicht einmal in den Kinderschuhen. Bis Mitte des nächsten Jahres erstellen Experten aus acht Büros die Umweltverträglichkeitsstudie. Erst dann wird die Linienführung der Trasse bestimmt.

Frühestens im Jahr 2008 beginnt das Planfeststellungsverfahren. Gibt es keine Einsprüche, so könnten im optimalsten Fall im Jahr 2010 die Bagger anrollen. Dieser Zeitpunkt gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich.

„Für die Menschen in Pumpe wird das Leben immer unerträglicher”, schimpft Karl-Josef Diegeler. 66,5 Dezibel Lärm verursacht der Verkehr vor seiner Haustür, haben Fachleute vor vier Jahren gemessen. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch lässt das Messgerät 50 Dezibel anzeigen.

„Tagsüber nimmt der Verkehr kein Ende, und nachts wird hier gerast”, sagt Diegeler, der auch eine Bürgerinitiative mit seinem Nachbarn Franz-Willi Scheller ins Leben rief, um dem Stadtteil zu helfen. Täglich passieren 180 Busse Schellers Haus.

13.800 Fahrzeuge pro Tag

Viele Politiker haben sich schon blicken lassen und ihre Unterstützung zugesagt. Ohne Ergebnis: „Wir haben nicht die Lobby wie Dürwiß oder Weisweiler”, vermutet Diegeler. Dabei sei die Belastung in Pumpe so groß wie kaum in einem anderen Ort. 13.800 Fahrzeuge pro Tag errechnete der Landesbetrieb Straßenbau.

Die Initiative geht sogar von einer größeren Zahl aus. Das neue Gewerbegebiet Camp Astrid in Stolberg wird noch mehr Schwerlastverkehr durch Pumpe führen. Auf die Umgehung müssen die Menschen aber weiter warten...