Eschweiler: Besinnlich, gefühlvoll - und voller Lebensfreude

Eschweiler: Besinnlich, gefühlvoll - und voller Lebensfreude

Der Titel war Programm: Mit „Liebe die Freude, trinke den Wein” umschrieben die Sänger des MGV „Sängerbund” 1883 Dürwiß ihr Herbstkonzert und schenkten den zahlreichen Zuhörern in der Aula der Hauptschule Dürwiß am Sonntagabend zwei Stunden voller Heiterkeit, garniert mit einem Schuss Besinnlichkeit.

Unterstützt wurden sie dabei von der Chorgemeinschaft Eschweiler-Hastenrath, dem Akkordeon-Orchester Bayer Leverkusen unter der Leitung von Monika Schneider und durch Kantor Gerhard Behrens am Klavier.

Die mittelalterliche Motette „O sacrum convivium” („O heiliges Gastmahl”) von Ludovico Viadana bildete den Auftakt des Konzerts unter der Leitung von Achim Prinz , mit dem der Sängerbund und die Chorgemeinschaft Hastenrath gefühlvoll an das Leiden Christi erinnerten.

Mit „Die Nacht” folgte eine Liebeserklärung von Franz Schubert an die „himmlische” Ruhe. „Der früh verstorbene Romantiker schuf seine Werke oft nur für den privaten Gebrauch”, erklärte Helmut Lausberg, der dem MGV „Sängerbund” 27 Jahre als Dirigent vorstand und am Sonntag als Moderator fungierte.

Alles andere als Schifferklavier-Töne präsentierten anschließend die Musiker des Akkordeon-Orchesters Bayer Leverkusen. Mit Teilen aus der „Aria Toccata Fugato Interotto E Corale” des zeitgenössischen Komponisten Hans Boll faszinierten sie das Publikum, bevor der Sängerbund und die Chorgemeinschaft Wilhelm Heinrichs heiteres Volkslied „Zu Lauterbach” anstimmten und darauf mit dem englischen Shanty „Der trunkene Seemann” einen Matrosen erfolgreich ausnüchterten.

Das Akkordeon-Orchester, das bereits vor 25 Jahren bei einem Herbstkonzert des MGV „Sängerbund” mitwirkte, führte die Zuhörer mit dem beschwingten „Ein kleines Etwas” von Heinz Ehme und der „Inspiration” von Hans-Günther Kölz in die Pause.

Der von Wayne Shanklin komponierte Welthit „Chanson damour”, den das Jazz-Quartett „Manhattan Transfer” 1976 erfolgreich interpretierte, begrüßte das Publikum zum zweiten Teil des Konzerts, dessen Beginn der Sängerbund und die Chorgemeinschaft unterstützt von Gerhard Behrens am Klavier gestalteten.

Dem Tango widmeten sich anschließend die Gäste aus Leverkussen: Zunächst erklang auf höchstem Niveau der „New York Tango” von Richard Galliano, bevor die Akkordeon-Könner den „Libertango” von Astor Piazolla, den Schöpfer des um Jazzelemente erweiterten „Tango nuevo”, erklingen ließen.

Ein fröhliches Trinklieder-Potpourri des Sängerbunds und der Chorgemeinschaft ließ dann die Herzen der Zuhörer ein weiteres Mal höher schlagen. Stimmgewaltig intonierten die Sänger unter anderem „Vivat Bacchus”, „Im Krug zum grünen Kranze” und das „Rheinwein-Lied”. „Dabei geht es um das Trinkvergnügen, nicht um„s saufen”, stellte Helmut Lausberg klar.

Unter dem Motto „Amadeus goes Pop” präsentierte das Akkordeon-Orchester im Anschluss Melodien Mozarts im modernen Gewand, bevor sich die indestädtischen Sänger ein weiteres Mal als Weinkenner profilierten: „Ich weiß ein Fass in einem tiefen Keller”, begaben sie sich auf die Suche nach einem guten Freund.

Das Marschlied „Frei weg” von Christian Latann, von allen Protagonisten des Konzerts vorgetragen und vom Publikum mit rhythmischem Klatschen begeistert begleitet, bildete einen großartigen Schlusspunkt eines mitreißenden Konzertabends, der standesgemäß mit dem Aachener Sängergruß zu Ende ging. Stürmischer Applaus belohnte die Musikanten.

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